Anti-Müller-Hormon: Wichtig für den Kinderwunsch

Künstliche Befruchtung

Anti-Müller-Hormon: Wichtig für den Kinderwunsch

Das durchschnittliche Alter von Müttern steigt stetig – doch irgendwann kann es zu spät sein für ein eigenes Kind. Um herauszufinden, wie die Chancen gerade stehen, kann man das Anti-Müller-Hormon messen lassen. Wie geht das und was sagt der Wert aus?

Anti-Müller-Hormon: Der AMH-Wert kann im Blut gemessen werden.

Das Anti-Müller-Hormon hat einen lustigen Namen, aber eine wichtige Funktion: Es verrät dir, wie laut deine biologische Uhr schon tickt. Das nach dem deutschen Anatom Johannes Peter Müller benannte Hormon gilt als wichtigster Anhaltspunkt, um die Eizellreserve abzuschätzen. Darum wird dieser Wert immer dann bestimmt, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht gleich klappt. Sind noch genügend Eizellen für eine Fruchtbarkeitsbehandlung vorhanden? Der AMH-Wert verrät es.

Welche Funktion hat das Anti-Müller-Hormon?

Johannes Peter Müller war der erste, der das Hormon beschrieb, welches schon bei der Embryonalentwicklung eine entscheidende Rolle spielt. Die 535 Aminosäuren des Hormons sorgen zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche für die Differenzierung der Geschlechtsorgane. Wird aus dem Embryo ein Junge, bilden sich durch das AMH, das die embryonalen Hoden produzieren, die sogenannten Müller-Gänge zurück. Bei einem weiblichen Embryo, der kein AMH bildet, entstehen aus den Müller-Gängen Uterus, Eileiter und Vagina des Kindes.  

Ab der Pubertät kommt das Anti-Müller-Hormon dann bei den Mädchen ins Spiel. In den Eierstöcken wird neben den Follikeln auch das AMH gebildet. Die Messung des AMH-Spiegels gibt ab jetzt Aufschluss darüber, wie viele Eizellen eine Frau noch hat.

Kinderwunsch: Wie wird der AMH-Wert ermittelt?

Das Anti-Müller-Hormon lässt sich über einen Bluttest nachweisen und gehört zu den wichtigsten Werten, die die behandelnden Ärzte bei Kinderwunsch interessieren. Dabei geht es zu allererst darum festzustellen, ob eine Frau noch (genügend) Eizellen hat.

Wenn dann nach vergeblichem Warten auf eine Schwangerschaft eine In-Vitro- oder ICSI-Befruchtung ( Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) in Betracht kommt, wird in der Regel eine Stimulation der Eierstöcke vorgenommen, um für ergiebige Eisprünge zu sorgen und viele Eizellen  ernten zu können.

Der Grad der Stimulation wird dabei immer wieder durch die Messung des AMH-Wertes kontrolliert, damit es nicht zu einer Hyperstimulation kommt. Werden die Eierstöcke zu stark angeregt, kann das – bei milder Ausprägung des Hyperstimulationssyndroms – zu Unwohlsein und Übelkeit sowie Symptomen wie Blähungsgefühl kommen. Im Extremfall wird es mit Bauchschmerzen, vergrößerten Eierstöcken und schlimmstenfalls Nierenversagen oder Venenthrombosen schon gefährlicher. Die Kontrolle des AMH-Wertes soll das jedoch verhindern.

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