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So spart ihr jetzt Kosten bei der künstlichen Befruchtung

Kostenbeteiligung

So spart ihr jetzt Kosten bei der künstlichen Befruchtung

Es ist sehr unromantisch, aber wahr: Eine künstliche Befruchtung ist eine Frage des Geldes und kostet meist insgesamt mehrere Tausend Euro. Viele Krankenkassen zahlen 50 % der Kosten, manche sogar mehr. Daher solltet ihr vor der Kinderwunschbehandlung prüfen, ob sich ein Krankenkassenwechsel lohnen könnte. Zusätzlich könnt ihr sogar finanzielle Hilfe bei eurem Bundesland beantragen.

Diese Behandlungen werden von allen Krankenkassen bezahlt

Grundsätzlich zahlt jede Krankenkasse den gleichen gesetzlichen Zuschuss. Das sind 50 % der Kosten und gilt für folgende Behandlungen:

Diese Kosten müsst ihr generell selbst zahlen

Die Kryokonservierung von Eizellen oder Samen ist eine Privatleistung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht unterstützt. Dafür fallen Kosten von 600 bis 800 Euro an. Ebenfalls selbst zahlen müsst ihr den sogenannten Transfer der aufgetauten befruchteten Eizelle in die Gebärmutter. Dieser kostet rund 800 Euro. Auch die Gewinnung von Samen aus dem Hoden oder Nebenhoden liegt bei bis zu 800 Euro.

 

Das sind die Kosten einer Kinderwunschbehandlung

Da die gesetzlichen Krankenkassen mindestens 50% zahlen, müsst ihr demnach die Hälfte der folgenden Kosten pro Verfahren aufwenden:

Verfahren Kosten
Insemination 200 Euro
Insemination mit hormoneller Stimulation 900 Euro
Medikamente ca. 750 Euro
IVF 1.500
ICSI 1.800

Wenn ihr privat versichert seid, gelten andere Preise. Zudem zahlen die privaten Krankenkassen auch ganz unterschiedlich. Dann kann eine IVF bis zu 3700 Euro kosten und eine ICSI zwischen 5000 und 10 000 Euro.

Welche Krankenkasse zahlt das meiste für meine künstliche Befruchtung?

Laut Stiftung Warentest und Finanztest zahlen viele Krankenkassen mittlerweile Extraleistungen für Paare mit Kinderwunsch. Im aktuellen Krankenkassenvergleich finden sich 73 bundesweite Krankenkassen, die sich nach eigener Angabe an bis zu 100 % der Kosten beteiligen. Daher solltet ihr vor Behandlungsbeginn unbedingt einen Vergleich wagen und schauen, ob ihr vielleicht eine Kasse findet, die euer Verfahren mit einer größeren Kostenbeteiligung unterstützt. Sparen könnt ihr hier teilweise bis zu 1000 Euro.

Pauschal lässt sich da keine Kasse angeben, denn diese sind in jedem Bundesland unterschiedlich. Sucht euch daher am besten einen Vergleichsrechner, wählt als Extraleistung "Künstliche Befruchtung" aus und schaut, welche Voraussetzungen die Kassen in eurem Bundesland dafür ansetzen. Die Kernvoraussetzung ist meist das Alter der Frau, die mindestens 25 und nicht älter als 40 sein darf. Der Mann darf höchsten 50 Jahre sein. Zudem müsst ihr meistens bei derselben Kasse versichert sein. Ihr solltet zudem ein heterosexuelles Paar sein, das verheiratet ist. Für lesbische Paare mit Samenspende wird es in Deutschland leider teuer und nicht jede Klinik bietet es homosexuellen Paaren auch an.

Tipp: Bevor ihr die Krankenkasse wechselt, solltet ihr auch schauen, wie hoch der Beitragssatz ist und ob eure sonstigen erwünschten Versicherungsleistungen abgedeckt sind. Wechseln könnt ihr auch noch zwischen zwei Versuchen. Es wird dann jeweils ein neuer Behandlungsplan eingereicht. In Bayern bieten Betriebskrankenkassen auch zusätzliche Programme für Kinderwunschbehandlungen an und zahlen auch anteilig den Kryotransfer und einen vierten Behandlungsversuch.

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Zusätzliche Kostenbeteiligung beim Land beantragen

Insgesamt neun Bundesländer bieten mittlerweile eine Beteiligung an den Kosten zur Kinderwunschbehandlung an. Dies soll auch für Paare ohne Trauschein gelten, so Finanztest. Beantragen kann man die Kostenbeteiligung bei der Kinderwunschstelle des jeweiligen Bundeslandes, die zu den Gesundheitsämtern gehört. Zunächst ist ein Behandlungsplan eures Arztes notwendig sowie eine Kostenaufstellung und der Nachweis, dass die Behandlung für den Kinderwunsch nötig ist. Die Behandlung darf erst beginnen, wenn ihr die schriftliche Bewilligung für den staatlichen Zuschuss habt.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Übereilt nichts

Ein Krankenkassenwechsel sollte gut überlegt sein. Vor allem, wenn ihr chronisch krank seid, gibt es große Unterschiede in der Beteiligung der Kassen. Geht also nicht nur nach der Beteiligung an der künstlichen Befruchtung, sondern auch nach den restlichen Leistungen. Die tatsächlichen Kosten einer ICSI oder IVF sind dann immer sehr individuell und es kommt darauf an, welche Medikamente euch verschrieben werden. Vergleicht also am besten in Ruhe die einzelnen Leistungen der Kassen in eurem Bundesland und bedenkt auch den Beitrag, den ihr zahlen müsst. Wenn ihr alles gegengerechnet habt und es für euch beide passt, kann sich ein Krankenkassenwechsel auch lohnen.

Bildquelle: Getty Images/Rawpixel

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