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Insemination: mit künstlicher Samenübertragung zum Wunschkind

Ein Überblick

Insemination: mit künstlicher Samenübertragung zum Wunschkind

Bei der Insemination werden die Spermien mit medizinischer Hilfe in die Gebärmutter eingeführt. Dank dieses Verfahrens kann die Chance einer Befruchtung erhöht werden. Es gibt viele Gründe bei Männern und Frauen, bei denen die Samenübertragung helfen kann. Wie das Verfahren genau funktioniert und alles zu den  Abläufen und Kosten einer Insemination.

Wann eine Insemination sinnvoll ist

Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann

Die Insemination gehört zu den am häufigsten angewendeten Formen der künstlichen Befruchtung. Sie kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn aufseiten des Mannes Probleme festgestellt wurden. Beispielsweise eine geringe Fruchtbarkeit des männlichen Samens, das heißt im Ejakulat gibt es nicht ausreichend bewegliche Samenzellen.

Eine gute Qualität bei männlichen Samen liegt vor, wenn in einem Milliliter Ejakulat über 20 Millionen Spermien zu finden sind. Davon sollten mindestens 14 % normal geformt und mindestens 50 % gut beweglich sein. Werden diese Werte unterschritten, ist die Zeugungsfähigkeit des Mannes eingeschränkt.

Ist der Samen des Mannes komplett unfruchtbar, kann eine sogenannte donogene Insemination mit Spendersperma durchgeführt werden. Eine künstliche Befruchtung ist aber auch für Paare geeignet, bei denen normaler Geschlechtsverkehr beispielsweise bei Erektions- oder Ejakulationsproblemen nicht möglich ist. Oder wenn die Weitergabe von Erbkrankheiten oder Infektionen vermieden werden soll.

Fruchtbarkeitsprobleme bei der Frau

Sinnvoll ist diese relativ unkomplizierte Methode der Reproduktionsmedizin auch, wenn Fruchtbarkeitsprobleme bei der Frau eine Schwangerschaft verhindern, zum Beispiel aufgrund einer Undurchlässigkeit des Zervixschleims. Normalerweise wandern die Spermien beim Geschlechtsverkehr von der Scheide durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter und weiter bis in den Eileiter. Dort kommt es gegebenenfalls zur Verschmelzung von Ei und Samenzelle.

Ist jedoch für die Spermien der Weg in die Gebärmutter durch einen Schleimpfropfen verschlossen, ist eine Befruchtung unmöglich. Daher werden bei der Insemination die aufbereiteten Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs, meist mithilfe eines Katheters, direkt in der Gebärmutter platziert. Sinn der Methode ist es, den Samenzellen zum optimalen Zeitpunkt den Weg zur Eizelle zu verkürzen und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung zu erhöhen.

Wie erfolgreich ist die Insemination?

Die Erfolgsraten liegen im Schnitt bei etwa 15 % pro Zyklus. Oft sind mehrere Versuche notwendig, doch bei den meisten Frauen klappt die Befruchtung nach dem dritten bis vierten Mal. Ist eine Frau jedoch nach den ersten vier Behandlungen nicht schwanger, sinkt leider auch die Erfolgschance bei weiteren Versuchen.

Voraussetzungen für eine Insemination

Die Grundlage für eine künstliche Befruchtung durch Insemination sind gesunde Eileiter. Mit Ultraschall oder einer Bauchhöhlenspiegelung wird die Durchgängigkeit der Eileiter vor Beginn der Behandlung bei der Patientin geprüft.

Die Befruchtung kann zwar theoretisch im natürlichen Zyklus zum Zeitpunkt des Eisprungs erfolgen, in der Praxis hat sich dies aber als wenig erfolgversprechend erwiesen. Daher wird in vielen Fällen die Reifung der Eizellen durch Gabe eines Hormonpräparates stimuliert. Mit der Hormonbehandlung wird die Reifung mehrerer Eizellen begünstigt. Dadurch steigt zwar die Chance einer erfolgreichen Befruchtung, es erhöht jedoch auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft auf 20 %.

Weitere Voraussetzungen für die Durchführung der Insemination

Neben den körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen müssen in Deutschland diese gesetzlichen Bestimmungen zur Durchführung einer Insemination erfüllt sein:

  • Generell ist eine Behandlung mit gespendetem Sperma bei verheirateten Partnern in Deutschland vom Gesetzgeber derzeit nicht eindeutig geregelt, daher gilt der Behandlungsvertrag als rechtliche Grundlage.
  • Eine Insemination von unverheirateten Frauen mit Spendersperma ist in Deutschland nach einer Richtlinie der Bundesärztekammer aktuell nicht möglich. Jedoch in einigen benachbarten EU-Staaten wie Niederlande, Dänemark und Belgien.
  • Beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein. Das zugelassene Höchstalter der Frau für eine Insemination liegt bei 40 Jahren, das Höchstalter des Mannes bei 50 Jahren.
  • Beide Partner sind HIV-negativ.
  • Bei der Frau liegt ein Impfschutz gegen Röteln vor.

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So wird eine Samenübertragung durchgeführt

Um die notwendigen Samen zu gewinnen, gibt der Mann in der Kinderwunschpraxis eine Samenspende vor Ort ab. Die Spermien werden aufgefangen und mit einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dabei wird das Ejakulat so „gewaschen“, dass nur noch qualitativ hochwertige und besonders bewegliche Samenfäden in einer Lösung übrig bleiben. Bei der Aufbereitung können zudem bestimmte Spermien als Überträger von Erbkrankheiten aussortiert werden.

Dann wird das Sperma durch den Gebärmutterhals langsam in die Gebärmutter eingespritzt. Normalerweise ist die Behandlung schmerzfrei und wird ambulant beim Gynäkologen oder der Gynäkologin durchgeführt. Nach dem Eingriff bleibt die Frau noch kurz liegen, damit sich die Spermien richtig verteilen können. Angewendet werden in der Praxis vier verschiedene Arten der Insemination.

Arten der Insemination

Nach welcher Methode die künstliche Befruchtung durchgeführt wird, entscheidet der behandelnde Arzt individuell zusammen mit dem Paar je nach Erfolgsaussichten:

1) Kappeninsemination:
Das aufbereitete, verflüssigte Ejakulat wird in eine spezielle Kappe gefüllt, die mit Unterdruck am Gebärmutterhals befestigt wird. Die Verflüssigung dient dabei der zusätzlichen Beweglichkeit der Spermien. Die Samenfäden wandern von dort selbstständig über die Gebärmutter zum Eileiter. Nach ein paar Stunden löst sich der Unterdruck und die Kappe fällt von selbst ab. Diese Methode ist die einfachste Form der Insemination, die aber heute nur noch selten angewandt wird.

2) Intrazervikale Insemination (ICI):
Bei dieser Methode haben die Spermien einen deutlich kürzeren Weg zurückzulegen. Das ebenfalls verflüssigte Ejakulat wird dabei mit einer Spritze direkt in den Gebärmutterhals platziert. Bei normaler Spermienqualität und einem definitivem Eisprung sind die Erfolgsaussichten bei dieser Art der Insemination recht gut.

3) Intrauterine Insemination (IUI)
Die Spermien werden mit einem Katheter in die Gebärmutterhöhle injiziert. Bei dieser Methode werden Gebärmutter und Eizellenproduktion im Vorfeld hormonell stimuliert und der Eisprung wird mit Medikamenten, beispielsweise durch die Einnahme von Humanem Choriongonadotropin (hCG) künstlich herbeigeführt. Etwa 36 Stunden nach Verabreichung des ovulationsauslösenden Hormons wird bei der Frau die Insemination durchgeführt.

4) Intratubare Insemination (ITI)
Im Gegensatz zur IUI wird hier das aufbereitete Ejakulat unter Ultraschallkontrolle direkt in den Eileiter platziert. So verringert sich der Weg, den die Spermien zur Befruchtung der Eizelle zurücklegen müssen, noch einmal deutlich. Jedoch gibt es keine Studien, die dieser Methode größere Erfolgschancen bescheinigen. Allgemein gilt diese Variante als etwas unangenehmer, da das Vorschieben des Katheters bis in den Eileiter als schmerzhaft empfunden werden kann.

Nach etwa vierzehn Tagen kann mithilfe eines Schwangerschaftstests oder einer Blutabnahme festgestellt werden, ob eine Befruchtung stattgefunden. Tritt während dieser Zeit eine normale Regelblutung auf, war die Behandlung nicht erfolgreich.

Homologe und heterologe Insemination

Neben der Art der Behandlungsmethode werden Inseminationen auch noch nach Herkunft des verwendeten Samens unterschieden. Bei der eher üblichen homologen Insemination wird der Frau der Samen des Ehepartners injiziert. Wird, beispielsweise bei Unfruchtbarkeit des Mannes oder bei schweren Erbkrankheiten und Infektionen, ein Spendersamen verwendet, spricht man von heterologer Insemination.

Sicherlich ist die Ausgangslage für eine homologe Insemination sowohl psychisch als auch rechtlich unkomplizierter als bei einer heterologen Insemination. Dennoch ist es Paaren anzuraten, die sich für eine Insemination egal welcher Art entscheiden, die rechtlichen Grundlagen zu beachten.

Die Kosten einer Insemination

Die Kosten pro Behandlung und Zyklus belaufen sich auf etwa 200 € für eine Insemination bei Spontanzyklus oder etwa 1.000 € für eine Insemination mit hormoneller Stimulation. Die Preise für die Medikamente sind allerdings nicht mit einberechnet. Aufgrund der Erfolgschancen einer Insemination von etwa 15 % pro Behandlungszyklus können mehrere Versuche notwendig sein.

Ungewollte Kinderlosigkeit wird in Deutschland als Krankheit anerkannt. Daher übernehmen die gesetzlichen Kassen seit 2004 folgende Kosten von homologen Inseminationen zu 50 %, wenn die gesetzlichen Grundlagen eingehalten werden und ein vorheriger Behandlungsplan vom Arzt eingereicht wird:

  • Acht Inseminationen ohne Hormonstimulation
  • Drei Inseminationen mit vorheriger Hormonbehandlung

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob aus der gleichen Partnerschaft schon vorher bereits ein Kind hervorgegangen ist oder nicht.

Bildquelle: Getty Images/ugurhan

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