Unfruchtbarkeit: Mann ist oft genauso betroffen wie die Frau

Viele Gründe

Unfruchtbarkeit: Mann ist oft genauso betroffen wie die Frau

Die Unfruchtbarkeit beim Mann steht oft seltener im Mittelpunkt, da sich bei dem Thema immer noch mehr Augen auf die Frau richten. Dabei gibt es auch viele männliche medizinische Gründe, warum der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht. Ein Überblick der Ursachen:

Unfruchtbarkeit beim Mann: Verminderte Samenqualität

Dies ist einer der häufigsten Gründe für die Unfruchtbarkeit beim Mann - die verminderte Samenqualität. Welche Qualität muss so ein Samen haben? Er muss normal aussehen, sich schnell bewegen können und in einer Vielzahl vorhanden sein. Wenn nur eines dieser Merkmale fehlt, sieht es schon schlechter aus mit der Zeugungsfähigkeit.

Ein Spermiogramm wird erstellt und die vorhandenen Samen werden untersucht. Dafür gibt der Mann eine frische Samenprobe ab. Gibt es keine eindeutige Diagnose, sollte die Samenprobe wiederholt werden - oft spielen Krankheiten oder Stress auch eine Rolle. Das Spermiogramm gibt dann Aufschluss über die Fruchtbarkeit des Mannes. Ist sie nur eingeschränkt, gibt es Methoden wie die künstliche Befruchtung oder Errungenschaften wie Spermbots.

Unfruchtbar durch Hodenerkrankungen

Mumps

Hatten Männer als Kleinkinder Mumps und entzündete sich dabei der Hoden sowie Nebenhoden, kann dies ebenfalls zu einer Unfruchtbarkeit führen. Möglicherweise können keine Samen mehr produziert werden, weil das Gewebe zu stark geschädigt wurde.

Hodenhochstand

Auch ein Hodenhochstand, der sich im Säuglingsalter entwickelte, beeinträchtigt die Fruchtbarkeit des Mannes. Hierbei verzögerte sich die Wanderung des Hodens in den Hodensack oder blieb ganz aus. Dies muss sofort behandelt werden, denn es kann sein, dass der Mann im späteren Leben überhaupt keine Spermien mehr produzieren kann.

Krampfadern am Hodensack

Die Krampfadern am Hodensack können nicht nur schmerzen, in einigen Fällen führen sie zu einer Verminderung der Samenqualität. Etwas 20 Prozent aller Männer sind davon betroffen, aber nicht bei allen führt sie zu einer Unfruchtbarkeit. Eine Operation verbessert die Zeugungsfähigkeit, ist aber keine Garantie. Wahrscheinlich müsst ihr dann trotzdem Methoden der künstlichen Befruchtung nutzen.

Unfruchtbarkeit beim Mann: Hormonelle Störungen

Auch Männer können hormonelle Störungen haben, aber sie treten viel seltener auf als bei Frauen. Zu wenig Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, kann zu einer Verminderung der Spermien führen. Zudem sollte sich die Anzahl der Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (Folikel-stimulierendes Hormon) im Normbereich befinden. Sind sie es nicht, hat dies ebenfalls einen Einfluss auf die Spermienproduktion.
Ein Grund für verminderte Zeugungsfähigkeit kann auch eine Funktionsstörung der Schilddrüse sein.

Entzündung der Prostata

Hat sich die Prostata entzündet, verändert dies das Sekret, das zusammen mit den Samenbläschen die Samenflüssigkeit ausmacht. Diese Flüssigkeit hat eine Wirkung auf die Geschwindigkeit der Spermien. Eine Entzündung der Prostata kann die Spermien also verlangsamen.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Hoden- und Prostatakrebs werden oft mit Chemo - oder Strahlentherapie behandelt. Dies hat wiederum Auswirkung auf die Spermienproduktion. Ihr solltet auf alle Fälle nach dem Ende der Behandlung eure Spermien untersuchen lassen. Währende der Therapie und auch noch die sechs Monate danach solltet ihr verhüten, um Schäden bei einem möglichen Embryo zu vermeiden.

Es gibt also vielfache Gründe für die Unfruchtbarkeit beim Mann, aber es gibt mittlerweile auch wesentlich mehr Mittel und Methoden, um bei verminderter Spermienqualität nachzuhelfen. Ihr solltet also nicht den Kopf hängen lassen, wenn euch diese Diagnose trifft.

Bildquelle: Korrawin/ Getty Images

Galerien

Lies auch

Teste dich