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Keine Panik!

Warum werde ich nicht schwanger? Ursachen und Wege damit umzugehen

Es gibt die Frauen, die schon direkt nach dem Absetzen der Pille schwanger werden. Doch genauso ist es normal, dass man einige Zyklen warten muss. "Warum werde ich nicht schwanger?" fragen sich meist Frauen, bei denen es länger als ein Jahr dauert. Jetzt ist Geduld und Ursachenforschung angesagt. Wir helfen euch, herauszufinden, woran es liegen könnte: Das hängt sehr stark von eurem Alter und vielen individuellen Faktoren ab.

Wann eine Schwangerschaft eintreten kann

Da eine Frau immer nur an wenigen Tagen im Monat fruchtbar ist, erhöht man die Chancen einer Schwangerschaft so: Messt euren Eisprung mittels Eisprungrechner oder Fruchtbarkeitstracker. Dann wisst ihr genau, wann ihr Sex haben solltet, damit ein Eizelle befruchtet werden kann. Theoretisch könnt ihr dabei schon nach den ersten zwei Zyklen Erfolg haben. Gynäkologen sagen, dass ein Paar sich ein halbes bis ein Jahr Zeit geben sollte. Druck hilft in Sachen Schwanger werden auf jeden Fall nie weiter.

"Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei etwa 30 Prozent pro Monatszyklus. Im Schnitt werden jüngere Frauen schneller schwanger als ältere. Eine 35-jährige Frau hat unter Umständen nicht mehr in jedem Zyklus einen Eisprung, da ihre Hormonproduktion abzunehmen beginnt."

Familienplanung.de

So lange solltet ihr euch Zeit geben

Die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen ist zeitlich begrenzt und verändert sich mit dem Alter. Daher gelten hier unterschiedliche "Wartezeiten", bevor man sich ärztliche Hilfe suchen sollte.

Schwanger werden mit 20

Frauen mit Anfang 20 oder jünger haben die größten Chancen rasch auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Ihre Eizellanzahl ist so hoch wie später nie mehr und wenn es keine Zyklus- oder Hormonprobleme gibt, könnt ihr mit Anfang bis Mitte 20 von einem halben Jahr ausgehen. Sollte eure Lebenssituation aber gerade schwierig sein oder es gibt organische Probleme, kann es eben auch mal länger dauern.

Schwanger werden mit 30

Frauen mit 30 können ebenfalls nach wenigen Zyklen schwanger werden. Ärztinnen sagen, dass es ganz normal ist, wenn es bis zu einem Jahr dauert. Welche Bedingungen jedoch dazu führen, dass man sich auch früher untersuchen lassen sollte, klären wir im nächsten Punkt.

Schwanger werden mit 40

Eine Frau hat mit 30 nur noch die Hälfte der Eizellen als noch mit 20 und mit 40 nochmal weniger. Daher ist die Wahrscheinlichkeit nicht mehr so hoch, dass sie schnell schwanger wird. Aber das ist sehr unterschiedlich und manchmal passiert es genauso schnell wie bei einer 20-Jährigen. Ärzte empfehlen jedoch, dass sich Frauen und Männer mit 40 und älter nach einem halben bis spätestens einem Jahr untersuchen lassen sollten. Eine Kinderwunschtherapie sollte so zeitnah wie möglich begonnen werden, um erfolgreich zu sein. Die Finanzierung einer künstlichen Befruchtung wird von Seiten der Krankenkassen nur bis 40 mitgetragen. Daher drängt ab Mitte 30 leider die Zeit.

Warum werde ich nicht schwanger? Mögliche Gründe und was ihr tun könnt

Wichtig ist, dass ihr wisst, dass eine Schwangerschaft nur entsteht, wenn beide Partner keine Beeinträchtigungen ihrer Fruchtbarkeit haben. Also solltet ihr wissen, welche geschlechterspezifischen Ursachen es geben könnte. Wir haben zu vielen Themen bereits sehr ausführliche Ratgeber, die wir euch hier direkt für weitere detaillierte Informationen verlinken:

Gesundheitliche Probleme bei der Frau

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Eine Vielzahl an Hormonen sind im weiblichen Körper dafür zuständig, dass der Zyklus läuft und man schwanger werden kann. Wenn diese aus dem Gleichgewicht sind, kann es sich negativ auf deine Fruchtbarkeit auswirken. Um das herauszufinden, könnt ihr euren Hormonstatus bestimmen lassen und ggf. eine Hormonbehandlung in einer Kinderwunschpraxis durchführen lassen.
  • Unregelmäßiger Zyklus: Bei einem unregelmäßigen Zyklus kann es länger dauern, ehe man herausfindet, wann der Eisprung ist. Das baut viel Druck auf und macht den Kinderwunsch nicht einfacher. Clomifen ist ein Medikament, dass den Eisprung auslösen und positive Auswirkungen auf den Zyklus haben kann. Himbeerblättertee oder Mönchspfeffer wird diese Wirkung nachgesagt. Doch eine Garantie gibt es nicht.
  • Prolaktin erhöht: Der Prolaktin-Wert erhöht sich meist erst in der Schwangerschaft, wenn die Milchbildung einsetzt. Wenn er erhöht ist, obwohl ihr noch nicht schwanger seid, könnte er sich negativ auf den Zyklus oder Eisprung auswirken.
  • Gelbkörperschwäche: Bei einer Gelbkörperschwäche ist das Hormon Progesteron zu niedrig. Es wird benötigt, damit sich in der Gebärmutter alle für die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereiten kann. Wenn sich eure Eizelle daher nicht einnisten kann, ist eine Hormontherapie ein möglicher Weg.
  • Kein Eisprung: Es gibt Zyklen, in denen auch mal kein Eisprung stattfindet. Ob ihr einen Eisprung habt, könnt ihr mittels Basaltemperaturmessung feststellen. Mit Eisprungfördernden Medikamente könnt ihr hier nachhelfen.
  • Endometriose: Wenn du an Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut leidest, können Eierstöcke und Eileiter betroffen sein. Ein OP kann bei Endometriose helfen, wichtig ist, dass ihr euch rechtzeitig untersuchen lasst. Ob ihr auf natürlichem Wege schwanger werden könnt oder eine Form der künstlichen Befruchtung benötigt, werden euch die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen sagen.
  • PCOS: Wenn euer Körper zu viel Testosteron produziert, bleibt oft die Periode aus. Dann spricht man vom PCO-Syndrom. Teilweise sind dann die Eierstöcke nicht richtig ausgebildet. Das wird häufig schon im Teenageralter festgestellt und sollte früh behandelt werden, wenn ein Kinderwunsch da ist.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Die Schilddrüse ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Hormone gebildet werden. Wenn ihre Funktion gestört ist, kann sich das negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Das kann sogar manchmal zu Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto führen.
  • Wenige oder keine Eizellen: In Deutschland ist Eizellspende leider verboten, aber ihr könnt dank Eizellspende im Ausland durchaus schwanger werden.
  • Ungesunde Lebensweise: Dass ihr euch generell gesund ernähren, möglichst keinen oder nur wenig Alkohol trinken, kein Nikotin und Drogen zu euch nehmen solltet, ist euch sicherlich bekannt. Über- oder Untergewicht wirkt sich ebenfalls auf den Zyklus und alle Organe aus, die an der Fruchtbarkeit beteiligt sind. Diese Faktoren können den Körper daran hindern, schwanger zu werden.

Veränderungen der Gebärmutter, Zysten oder Myome können ebenfalls dafür sorgen, dass keine oder nur wenige Eizellen gebildet werden oder sich nicht gut einnisten können. Woran genau es bei euch liegt, kann nur eine genaue Untersuchung bestätigen. Berichtet genau von allen Auffälligkeiten eures Zyklus, von eventuellen Zwischenblutungen und anderen Periodenbesonderheiten oder Beschwerden.

Wenn es eine der obigen Erkrankungen ist, helfen euch Spezialisten und Fachärztinnen weiter. Bei vielen Paaren kann eine künstliche Befruchtung in einer Kinderwunschklinik oder Praxis zur Schwangerschaft führen.

Im Video stellen wir euch viele Kinderwunschmethoden noch einmal genauer vor:

Unerfüllter Kinderwunsch: Diese Methoden können helfen Abonniere uns
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Gesundheitliche Probleme beim Mann

Männer erhalten dank eines Spermiogramms Aufschluss darüber, wie es um ihre Spermien steht. Gar nicht selten sind die Spermien ein Grund, warum eine Frau auf natürlichem Wege nicht schwanger wird. Diesen Test erhaltet ihr vom Urologen oder Andrologen, der alle Faktoren der männlichen Fruchtbarkeit untersuchen kann.

  • Zu wenige Spermien: Eigentlich reicht nur eine einziger Samen, um eine Eizelle zu befruchten. Doch wenn zu wenige im Ejakulat vorhanden sind, mindert sich die Chance, dass der eine Samen sich mit der Eizelle verschmilzt. Hier gibt es verschiedene Arten der Insemination, die helfen können. Wenn das Ejakulat gar keine Spermien enthält, können diese operativ per TESE oder MESA gewonnen werden.
  • Geminderte Spermienqualität: Es nützt nichts, wenn ein Mann viele Spermien hat, die aber zu langsam und unbeweglich sind oder vielleicht verformt. Sehr viele Faktoren im Leben eines Mann können dazu führen, dass die Qualität der Spermien eingeschränkt ist. Die Lebensweise hat einen großen Einfluss darauf, aber auch Umweltgifte, Weichmacher und Co. stehen im Verdacht, die Spermien zu beeinträchtigen. Wenn der Mann am sogenannten OAT-Syndrom leidet und seine Spermien verformt oder sehr unbeweglich sind, kann eine Hormontherapie und andere Möglichkeiten helfen. Eine ICSI oder Insemination kann in dem Fall helfen, dass gute Spermien herausgesucht und in die Eizelle oder die Gebärmutter gesetzt werden.
  • Verklebter oder durchtrennter Samenleiter: Dies kann durch eine Infektion, Entzündung oder nach einer OP passieren. Betroffene Männer können sich hier an den Andrologen oder Urologen wenden und genau untersuchen lassen.
  • Chlamydien-Infektion: Sie kann zu soeben genannten Problemen wie verklebte Samenleiter führen und muss behandelt werden.

Wenn beides nicht zusammenpasst

Manchmal kann nicht eindeutig die eine körperliche Ursache gefunden werden. Es gibt den seltenen Fall, dass die Frau z.B. eine "Spermaallergie" hat. Das hört sich skurril an, aber bedeutet leider, dass der Zervixschleim der Frau Antikörper gegen die eindringenden Spermien bildet und diese abwehrt. Dadurch gelangen sie nicht in die Gebärmutter. Ärztinnen sprechen in dem Fall von "Immunologischen Inkompatibilität von Mann und Frau". Ein Test kann ermitteln, ob sich diese Antikörper im Gebärmutterschleim befinden. In dem Fall können ICSI und IVF helfen, eure Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Psychische Ursachen beim Paar

"Lasst es nur mal entspannt angehen" ist ein häufiger Tipp, den viele Paare hören, wenn es mit dem Kind nicht klappt. Da ist leider schon was dran, doch natürlich hilft das allein nicht immer. Entspannung auf Knopfdruck ist ja leicht gesagt, wenn man 35 ist und die fruchtbare Zeit so langsam weniger wird. Dennoch ist es so, dass der Körper bei emotionalem oder körperlichem Stress Hormone ausschüttet, die sich wiederum negativ auf die Furchtbarkeit auswirken können. Wenn ihr es schon eine Weile probiert, leidet die Beziehung und Sex auf Knopfdruck ist irgendwann nur noch lästige Pflicht. Redet unbedingt miteinander und tauscht euch mit anderen Paaren aus, das kann eine große Hilfe sein.

Katja Nauck

Die Schuldfrage bringt euch nicht weiter!

Ich verstehe sehr gut, dass ihr euch fragt: Warum werde ich nicht schwanger? Bei mir und meinem Mann hat es auch über ein Jahr trotz regelmäßigem Eisprung-Sex nicht geklappt und wir wollten keinen Druck aufbauen. Letztlich hätten wir schon viel eher ein Spermiogramm machen sollen, das hatte dann bestätigt, warum es schwierig ist. Die Lösung war bei uns recht klar - eine ICSI. Und tatsächlich wurde ich mit meiner Tochter schwanger. Doch so läuft es leider nicht immer.

Viel Verständnis und Geduld füreinander aufbringen!

Egal was bei euch beiden vorliegt: Versucht euch nicht gegenseitig die Schuld zu geben bzw. ist es für einen gemeinsamen Kinderwunsch egal, an wem es letztlich liegt. Es führt ja zu nichts, sich daran aufzureiben. Männer reden leider häufig nicht so Tacheless darüber, wie sie sich fühlen, wenn es um ihre Fruchtbarkeit geht. Das ist immer noch ein großes Tabuthema. Hier ist beiderseitig Verständnis und Geduld gefragt, denn beide fühlen sich natürlich nicht wohl damit. Man muss letztlich auch akzeptieren, welche Grenzen der oder die andere hat und was sie bereit sind für den Kinderwunsch auf sich zu nehmen. Denn körperlich sind einige Untersuchungen und Behandlungen nicht immer so ganz ohne und man weiß vorher nicht, wie es verläuft.

Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Mut auf eurem Weg und dass ihr eine gute seriöse Klinik findet, die euch vollumfänglich aufklärt und sensibel betreut. Nehmt euch aber Zeit und wägt jeden Schritt genau ab, lasst euch zu nichts drängen. Wenn ihr schon einige Zeit viel probiert habt, ist es hilfreich sich mal mit anderen Paaren auszutauschen. Empfehlen möchte ich euch noch Zukunftsglück: Romy und Alex sind selbst von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen und haben einen einfühlsamen Podcast zum Thema und begleiten Paare als Coaches bei ihrem Kinderwunschweg. Bei uns haben sie bereits schon einmal darüber geschrieben, wie der Kinderwunsch und die Behandlungen ihre sexuelle Beziehung belastet haben.

Warum werde ich nicht schwanger, obwohl alles in Ordnung ist?

Beim Kinderwunsch gibt es einfach nicht DEN einen Fahrplan oder Weg, wie es immer funktionieren MUSS. Es gibt Paare, die keine organischen, hormonellen oder sonstigen Probleme aufweisen können, die oben genannt wurden. Und dennoch will es aus irgendeinem Grund nicht klappen. Ärzte und Ärztinnen können in dem Fall nicht immer eine Antwort geben und empfehlen meist, den Kinderwunsch erstmal zurückzustellen. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn er zum eigenen Lebenskonzept mit dazu gehört. Wichtig ist hier, dass ihr offen miteinander umgeht und eure Wünsche äußert, wie es euch damit geht. Sonst leidet eure Beziehung unter diesem Zustand.

Wenn ihr alle möglichen Untersuchungen durchhabt und eine längere Kinderwunschreise euch ausgelaugt hat, kann eine psychologische Gesprächstherapie helfen. Es kann auch nie schaden, sich einmal mit dem Gedanken zu beschäftigen, ob ein anderer Weg Eltern zu werden, denkbar wäre. Viele Kinder und Babys warten darauf, in Pflege genommen oder adoptiert zu werden. Vielleicht könnt ihr euch so den Kinderwunsch erfüllen. Manchmal verläuft alles nicht so, wie geplant, und dennoch kann man auf ganz unverhofft anderem Weg glücklich werden.

Schwangerschaftsmythen: Stimmt's oder stimmt's nicht?

Quellen: Netdoktor.de, Familienplanung.de, Fertila.de

Bildquelle: Getty Images/dragana991

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