OAT-Syndrom: Was tun bei mangelnder Spermienqualität?

Fruchtbarkeit

OAT-Syndrom: Was tun bei mangelnder Spermienqualität?

Wenn es mit der Zeugung einfach nicht klappt, ist das OAT-Syndrom eine häufige Ursache für eine reduzierte Fruchtbarkeit des Mannes. Was bedeutet das und wie kann man Abhilfe schaffen?

OAT-Syndrom: Häufige Ursache für männliche Unfruchtbarkeit

Das OAT-Syndrom (in der Langfassung heißt es Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) beschreibt eine krankhafte Veränderung der Spermien und ist ein häufiger Grund dafür, wenn ein Mann keine Kinder zeugen kann. Die Probleme zeigen sich entweder bei der Spermienbildung oder bei deren Beweglichkeit.

Die Spermien sind:

  • zu wenig (oligo): Niedrigere Spermienquantität verringert die Chancen auf eine Befruchtung.
  • zu wenig beweglich (astheno): Unbeweglichere Spermien haben es schwerer, zum Ziel zu kommen.
  • Häufiger fehlgebildet (terato): Spermien mit Fehlbildungen sind schwächer.

OAT-Syndrom: So kann man vorbeugen

Damit dieses Problem nicht auftritt, sollten Eltern von männlichem Nachwuchs schon frühzeitig vorsorgen. So kann eine Fehlstellung der Hoden dafür sorgen, dass deren Innentemperatur dauerhaft erhöht ist – Hitze mögen Spermien jedoch gar nicht.

Folgende zwei Punkte sollten Eltern von männlichem Nachwuchs beachten:

  • Hodenhochstand korrigieren lassen: Während man lange Zeit davon ausginges, dass eine Behandlung bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ausreicht, wird heute eine Korrektur im ersten Lebensjahr empfohlen.
  • Mumps-Impfungen: Kinderkrankheiten sind nicht so harmlos, wie viele denken – eine Mumps-Impfung (auch als Kombi-Impfung mit Masern und Röteln) kann verhindern, dass es zum OAT-Syndrom kommt.

Die Grundlagen für das OAT-Syndrom werden aber nicht in jedem Fall schon im Kindesalter gelegt. Infektionskrankheiten, Verletzungen, Diabetes und Hormonstörungen können auch später noch auftreten und die Spermienbildung stören. Ein Krampfaderbruch an Hodenvenen (Varikozele) kann ebenso der Grund sein wie mehrfache Leistenbruch-OPs. Chemotherapie und Bestrahlung können vorübergehend steril machen.

Auch auf den Lebenswandel kommt es an: Alkohol, Nikotin und Drogen können ebenso unfruchtbar machen wie Stress und Übergewicht. Anabolika können ebenfalls die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen.

Diagnose OAT-Syndrom: Was tun?

Ein Spermiogramm liefert erste Anhaltspunkte, ob das OAT-Syndrom vorliegt und wie ausgeprägt es ist. Es gibt drei Schweregrade:

  • 1 – leichte Einschränkung der Zeugungsfähigkeit
  • 2 – deutliche Einschränkung der Zeugungsfähigkeit
  • 3 – starke Einschränkung der Zeugungsfähigkeit

Neben einer körperlichen Untersuchung und einer gründlichen Anamnese können Sonografie, Spermauntersuchung und Hormondiagnostik weitere Informationen liefern. So kann die Ursache für das OAT-Syndrom genau identifiziert werden.

Die Behandlung richtet dann nach den Ursachen, zum Beispiel:

  • Entzündungen behandeln
  • Krampfaderbruchbehandlung
  • Hormonbehandlung
  • Optimierung schädlicher Gewohnheiten und Umstände

In manchen Fällen ist auch eine kleine OP nötig, wenn die Samenwege verschlossen sind.

Kinderwunsch und OAT-Syndrom

Welche Möglichkeiten bleiben euch, wenn sich das OAT-Syndrom nicht vollständig beheben lässt? Wenn die Spermienqualität in Ordnung ist und eher die Beweglichkeit das Problem darstellt, können die Spermien entnommen und im Rahmen einer ISCI-Kinderwunschbehandlung oder im Labor per In-Vitro-Fertilisation direkt zur reifen Eizelle gebracht werden. Ist die Spermienqualität jedoch das Problem, dann könnte ein Samenspender die Lösung für euch sein. Zum Glück führen viele Wege zu einer Familie!

Bildquelle:

Getty Images

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