Spermienqualität erhöhen: Die neuesten Geheimtipps

Fruchtbarkeit

Spermienqualität erhöhen: Die neuesten Geheimtipps

Wie klappt‘s schneller mit dem Baby? Die Fruchtbarkeit in der westlichen Welt sinkt und zahlreiche Studien erforschen, wie man die Spermienqualität erhöhen kann. Was sollte man essen, trinken, tun? Aktuelle Studien verraten es.

Spermienqualität erhöhen mit Tomatenmark

Tomaten sind eine feine Sache für Männer, das haben schon frühere Studien gezeigt. So sollen diejenigen, die häufiger Tomaten und Tomatensoßen verspeisen, ein niedrigeres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. Doch auch für die Qualität der Spermien können Tomaten hilfreich sein, wie eine neue britische Studie der Universität Sheffield zeigt: Die Spermiengesundheit und die Spermienbeweglichkeit steigt durch verstärkten Tomatenkonsum. „Die Strukturverbesserung von Größe und Form des Spermas war dramatisch“, sagt Prof. Allan Pacey, der die Studie begleitete. Dafür soll Lycopin verantwortlich sein, ein Stoff, der auch das Immunsystem stärkt und vor freien Radikalen schützt. Es handelte sich um eine relativ kleine Studie, die aber den Weg weist zu ausführlicheren Forschungsarbeiten zur Wirkungsweise von Tomaten.

Damit der Körper das Lycopin optimal aufnehmen kann, sollte man die Tomaten möglichst erhitzen – darum ist Tomatensoße hier der naheliegende Tipp. Im Tomatenmark ist das Lycopin übrigens besonders hochkonzentriert. Was die Aufnahme des Lycopins jedoch hemmt, sind eisenhaltige Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel – das heißt, in Kombination mit rotem Fleisch, grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten verschwindet der positive Effekt.

Quelle: A randomized placebo-controlled trial to investigate the effect of lactolycopene on semen quality in healthy males

Marihuana: Ein Hauch von Rauch könnte gut sein

Die Sache mit dem Kiffen ist etwas komplizierter. Marihuanamissbrauch kann nicht nur nachteilige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, er wurde auch in früheren Studien mit einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten in Zusammenhang gebracht. Gelegentliches Rauchen von Marihuana könnte jedoch von Vorteil sein, fanden Forscher zu ihrem eigenen Erstaunen heraus. Eine Langzeitstudie am Massachusetts General Hospital Fertility Center mit 662 Männern, deren Zeugungsfähigkeit eingeschränkt war, ergab jedoch, dass Männer, die überhaupt einmal oder gelegentlich Marihuana geraucht hatten, eine höhere Spermienkonzentration aufwiesen als solche, die es nie probiert hatten. Wie heißt es so schön: Die Dosis macht das Gift und Abstinenz ist nicht immer das Beste.

Quelle: Marijuana smoking and markers of testicular function among men from a fertility centre

Mittelmeer-Diät hilft Herz und Spermienqualität

Die Herzgesundheit und die Spermienqualität stehen in einem Zusammenhang, der noch näher erforscht werden muss. Doch was Wissenschaftler bereits sagen können, ist, dass eine gesunde und herzfreundliche Ernährung auch die Spermienkonzentration erhöht. Das kann beispielsweise die vielgepriesene Mittelmeer-Diät mit viel Gemüse, Salat, Fisch, gesunden Ölen und Obst sowie wenig Fleisch sein. Eine spanische Studie untersuchte junge gesunde Männer und ihre Essgewohnheiten und stellte fest, dass diejenigen, die weniger Burger als gesunde Kost zu sich nahmen. Wie genau die Wechselwirkung zwischen der herzfreundlichen Kosten und der Spermienproduktion aussieht, bedarf jedoch weiterer Forschungsarbeiten.

Quelle: Adherence to diet quality indices in relation to semen quality and reproductive hormones in young men

Bildquelle: Getty Images/iStock/nd3000

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