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Hormonbehandlung mit Clomifen: Das Wichtigste im Überblick

Hormonbehandlung mit Clomifen: Das Wichtigste im Überblick

Schwanger werden

Bei etwa einem Drittel der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist der Hormonhaushalt gestört. Die häufige Folge ist ein Ausbleiben des Eisprungs. Clomifen ist ein Medikament, das bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt wird, weil es positiv auf den Eisprung wirkt. Wir verraten, wem es helfen kann und wie das Medikament wirkt.

Wenn der Eisprung ausbleibt

Damit eine Frau schwanger werden kann, ist ein regelmäßiger Zyklus mit Eisprung die Voraussetzung. Doch es kann viele Gründe geben, weshalb dieser ausbleibt oder sehr unregelmäßig kommt. In dem Fall wird im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung oft das Medikament Clomifen eingesetzt. Es löst als "Östrogenrezeptormodulator" den Eisprung aus. Doch es wird nicht zur Auslösung des Eisprunges eingesetzt, sondern auch wenn die Periode generell ausbleibt.

Frauen, die keinen Eisprung haben, bekommen häufig auch ihre Periode selten bis gar nicht. Dann gelten sie als unfruchtbar. Im Rahmen einer Hormonbehandlung werden verschiedenste Medikamente verschrieben, die sich positiv auf Eizellentstehung und Eisprung auswirken. So werden die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht.

Wie Clomifen wirkt

Clomifen ist ein Medikament, das anti-östrogen wirkt. Was auf den ersten Blick unsinnig klingt, weil Östrogene im weiblichen Zyklus die Eizellreifung maßgeblich beeinflussen, funktioniert so: Es gaukelt dem Körper vor, dass zu wenig Östrogene vorhanden sind. Die Hirnanhangsdrüse versucht diesen Mangel durch eine vermehrte Produktion von follikelstimulierenden (FSH) und luteinisierendenHormon (LH) auszugleichen. Genau diese beiden Hormone regen die Eierstockfunktion an und sorgen für die Reifung der Eibläschen und den Eisprung.

Voraussetzungen für eine Clomifen-Behandlung

Bevor ein Gynäkologe oder Reproduktionsmediziner*in Clomifen verschreibt, wird eine ausführliche Untersuchung durchgeführt. Dabei ermittelt der Arzt bzw. die Ärztin, ob das Medikament für die jeweilige Frau in Frage kommen und für den Kinderwunsch hilfreich ist. Für die Behandlung sollten in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es wurde eine Funktionsstörung diagnostiziert, die den Eisprung hemmt.
  • Ein Spermiogramm des Partners zeigt auch bei ihm mögliche Zeugungshemmnisse, die ausgeschlossen werden können oder zeigen, dass nur eine künstliche Befruchtung wie ICSI oder IVF helfen kann.
  • Die Frau sollte gegen Röteln geimpft sein, Rötel-Titer zeigt ausreichenden Impfschutz.

Wie läuft die Behandlung ab?

Clomifen wird in Tablettenform verabreicht. Die Hormonbehandlung beginnt am dritten bis fünften Tag nach dem Einsetzen der Periode, wenn die Frau regelmäßige Blutungen hat. Die folgenden fünf Tage erfolgt die Einnahme täglich. Ist die Einnahme abgeschlossen, findet der Eisprung normalerweise nach etwa einer Woche statt. Bleibt auch nach maximal 20 Tagen nach Einnahmestopp der Eisprung aus, wird die Behandlung im nächsten Zyklus wiederholt. Hat eine Frau keine regelmäßige Blutung, dann kann die Einnahme jederzeit starten.

Während der Behandlung wird die Follikelreifung (ab dem 8. Zyklustag) durch den Frauenarzt per Ultraschall kontrolliert. Um den Hormonhaushalt zu überprüfen, wird zusätzlich in jedem Zyklus Blut abgenommen. Nicht immer schlägt die Therapie mit Clomifen sofort an, denn jeder Körper tickt ein bisschen anders. In der Regel wird über maximal sechs Zyklen mit dem Medikament behandelt; sollte es in dem Zeitraum nicht klappen, ist es besser, es mit einer anderen Behandlungsstrategie zu versuchen. Manche Frauen werden dank Clomifen auch extrem schnell schwanger.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Gravierende Nebenwirkungen durch Clomifen sind eher selten. Es kann durch Clomifen zu typischen Wechseljahrbeschwerden kommen, beispielsweise Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Stimmungsschwankungen. Auch kann es zu Unterbauchbeschwerden und Spannungsschmerzen in der Brust kommen, ebenso wie Übelkeit und Erbrechen.

Selten tritt ein sogenanntes Überstimulations-Syndrom auf: In den Eierstöcken werden zu viele und zu große Follikel gebildet, was zur Zystenbildung führen kann. Außerdem ist im Fall einer Befruchtung das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht, wenn die Mutter zuvor Clomifen eingenommen hat. Über alle diese Punkte werdet ihr vor der Therapie genau aufgeklärt.

Am besten lasst ihr euch ausführlich ärztlich untersuchen und beraten. Auch euer Partner muss untersucht werden, um auszuschließen, dass andere Gründe zum bisher unerfüllten Kinderwunsch beitragen.

Bildquelle: Getty Images/peakSTOCK

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