Hormonbehandlung mit Clomifen: Das sollte man wissen!

Hormon-Therapie

Hormonbehandlung mit Clomifen: Das sollte man wissen!

Bei etwa einem Drittel der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist der Hormonhaushalt gestört. Das hat häufig zur Folge, dass die Reifung der Eizellen nicht richtig funktioniert und der Eisprung ausbleibt. Ein Medikament, das häufig im ersten Schritt einer Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt wird, ist Clomifen. Wie es  wirkt, was zu beachten ist und in welchen Fällen es zum Wunschkind verhelfen kann – die wichtigsten Antworten im Überblick.

Clomifen ist ein Medikament, das antiöstrogen wirkt. Was auf den ersten Blick unsinnig klingt, weil Östrogene im weiblichen Zyklus die Eizellreifung maßgeblich beeinflussen, funktioniert so: Clomifen gaukelt dem Körper vor, dass zu wenig Östrogene vorhanden sind. Die Hirnanhangsdrüse versucht diesen Mangel durch eine vermehrte Produktion von follikelstimulierenden (FSH) und luteinisierendenHormon (LH) auszugleichen. Genau diese beiden Hormone regen die Eierstockfunktion an und sorgen für die Reifung der Eibläschen und den Eisprung.

Clomifen: Bei unerfülltem Kinderwunsch ist das Medikament oft der erste Behandlunsgsschritt.

Voraussetzungen für eine Clomifen-Behandlung

Für die Behandlung sollten in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es wurde eine Funktionsstörung diagnostiziert, die den Eisprung hemmt.
  • Ein Spermiogramm des Partners zeigt auch bei ihm mögliche Zeugungshemmnisse.
  • Zigaretten, Alkohol und andere Drogen sind während der Clomifen-Einnahme tabu.
  • Währen der Therapie wird zur Einnahme von Folsäure und möglicherweise auch Jod geraten.
  • Die Frau sollte gegen Röteln geimpft sein, Rötel-Titer zeigt ausreichenden Impfschutz.

Wie läuft eine Clomifen-Behandlung ab?

Clomifen wird häufig eingesetzt, da es relativ wenig Nebenwirkungen hat und einfach in Tablettenform eingenommen wird. Die Hormonbehandlung beginnt am dritten bis fünften Tag nach dem Einsetzen der Periode. Die folgenden fünf Tage erfolgt die Einnahme täglich. Ist die Einnahme abgeschlossen, findet der Eisprung normalerweise nach etwa einer Woche statt. Bleibt auch nach maximal 20 Tagen nach Einnahmestopp der Eisprung aus, wird die Behandlung im nächsten Zyklus wiederholt.

Während der Behandlung wird die Follikelreifung (ab dem 8. Zyklustag) durch den Frauenarzt per Ultraschall kontrolliert. Um den Hormonhaushalt zu überprüfen, wird zusätzlich in jedem Zyklus Blut abgenommen. Nicht immer schlägt die Therapie mit Clomifen sofort an, denn jeder Körper tickt ein bisschen anders. In der Regel wird über maximal sechs Zyklen dem Medikament behandelt; sollte es in dem Zeitraum nicht klappen, ist es besser, es mit einer anderen Behandlungsstrategie zu versuchen. Aber: Manche Frauen werden dank Clomifen auch extrem schnell schwanger.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie gesagt, gravierende Nebenwirkungen durch Clomifen sind eher selten. Es kann durch Clomifen zu typischen Wechseljahrbeschwerden kommen, beispielsweise Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Stimmungsschwankungen. Auch kann es zu Unterbauchbeschwerden und Spannungsschmerzen in der Brust sind ebenso möglich wie Übelkeit und Erbrechen. Selten tritt ein sogenanntes Überstimulations-Syndrom auf: In den Eierstöcken werden zu viele und zu große Follikel gebildet, was zur Zystenbildung führen kann. Außerdem ist im Fall einer Befruchtung das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht, wenn die Mutter zuvor Clomifen eingenommen hat.

Bildquelle: Getty Images

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