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Eifersucht unter Geschwistern: Was dahinter steckt und wie Eltern helfen können

Eifersucht unter Geschwistern: Was dahinter steckt und wie Eltern helfen können

Wertvolle Tipps

Wenn sich bei einer Familie wieder Nachwuchs ankündigt, wird aus einem Einzelkind ein Geschwisterkind. Eine echt große Sache! Manche Kinder freuen sich riesig auf den kleinen Bruder oder die kleine Schwester. Aber auch Eifersucht der Geschwister ist völlig normal. 

Warum gibt es die Eifersucht der Geschwister?

Für erstgeborene Kinder, die bisher Mama und Papa ganz für sich allein hatten, ist so ein neues Familienmitglied natürlich eine harte Konkurrenz. Sie reagieren häufig mit Eifersucht auf das Geschwisterchen und zeigen sich dem Baby gegenüber demonstrativ desinteressiert, wollen sich mit allerlei Aktionen (wieder) in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, und manchmal piksen oder knuffen sie das Kleine sogar.

Zunächst einmal ist diese Eifersucht eine völlig natürliche Reaktion. "Das ältere Kind fürchtet, dass es die bisherige Liebe und Zuwendung mit dem Nachzügler teilen muss, und das ist ja auch ganz realistisch", sagt der Hamburger Diplom-Psychologe Michael Thiel. Erwachsene wissen, wie viel Zuwendung, Zeit und Pflege ein Neugeborenes braucht. Geschwisterkinder, auch wenn sie schon im Schulalter sind, erkennen das erst, wenn das Baby auf der Welt ist - und fragen sich, wie das denn nun weitergehen soll mit Mama, Papa und ihnen!

Sie müssen einen Weg finden, mit ihren Ängsten umzugehen - dafür solltest du Verständnis haben. Das heißt natürlich nicht, Hänseleien durchgehen zu lassen. Gib deinem Kind viel Zeit, das Geschwisterchen zu beschnuppern. "Geschwisterkinder können ganz unterschiedliche Temperamente haben, die müssen sich erst mal kennenlernen", weiß der Experte Michael Thiel.

Mit Kind im Gespräch und cool bleiben

Vielleicht nutzt ihr die Schwangerschaft, um eurem Kind zu erklären, was eigentlich mit Mamas Bauch passiert: Aufklärungs-Kinderbücher helfen, die geheimnisvolle Veränderung anschaulich zu machen. Wenn Eltern die nahende Geburt nämlich als etwas ganz Natürliches betrachten und nicht zu viel Aufhebens darum machen, kann das vorbeugend gegen übermäßige Eifersucht helfen, davon ist Psychologe Thiel überzeugt.

Denn was denkt ein Kind wohl, wenn plötzlich das Ungeborene so im Mittelpunkt steht? Es fürchtet um seine Beziehung zu den Eltern. Es könnte Angst bekommen, dass es, wenn das Baby erst da ist, weniger wichtig ist. Natürlich kann gerade ein Kleinkind das nicht ausdrücken. Deswegen ist es wichtig,  dass du feinfühlig reagierst. Du kannst ruhig zugeben, dass du auch nicht weißt, wie das alles mit dem neuen Baby werden wird. Denn ihr werdet euch als Familie neu finden. Klar ist nur: Die Liebe wird nicht kleiner und das muss dein Kind auch wissen. Es ist ja viel mehr so, dass bei Geschwistern noch eine Person mehr da ist, die Liebe zu geben hat. Ein ziemlicher Schatz also!

So beugt ihr Geschwister-Eifersucht vor

Erwartungen runter schrauben

Ist es dann soweit und das Baby ist da, solltest du keine allzu großen Erwartungen haben. Vermutlich hast du darüber gelesen, wie übergroß die Freude über das Geschwisterkind in manchen Familien ist. Oder wie ablehnend Kinder reagieren können. Alles kann, nichts muss, sollte eure Motto sein. Kein Kind braucht Druck, es ist auch "völlig ok und auch normal, wenn das große Kind beim ersten Zusammentreffen kein Interesse am Baby hat und es gar nicht beachtet – dann sollte man es auf keinen Fall zwingen. Das Interesse kommt – oft in einem völlig unerwarteten Moment! Und natürlich darf das große Kind sein Geschwisterchen doof finden. Was bei Eifersucht hilft, ist, das Kind ernst zu nehmen. Mit ihm zu reden, ihm zu helfen, seine Gefühle in Worte zu fassen. Und ihm immer wieder die Liebe zu zeigen. Ebenfalls hilfreich: Dem großen Kind die Vorteile am Großsein aufzuzeigen", sagt Autorin Nathalie Klüver.

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder
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Eine Extra-Portion Aufmerksamkeit für das Erstgeborene

Viele Gratulanten bringen übrigens nicht nur der Mutter nach der Entbindung ein kleines Geschenk mit, sondern auch dem älteren Kind. Eine gute Sache, damit sich die große Schwester oder der große Bruder nicht vergessen fühlen.

Wichtig ist es natürlich auch, weiterhin viel mit dem größeren Kind zu reden, vorzulesen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ältere Geschwisterchen soll wissen: Mama und Papa haben mich immer noch ganz doll lieb! Erzählungen über die eigene Zeit als Baby ergeben sich häufig von ganz allein: "Habe ich etwa auch mal an einem Schnuller genuckelt? Und im selben Bett geschlafen?" Wenn du Fotos und andere Erinnerungsstücke aus der ersten Babyzeit aufbewahrt hast, ist jetzt der beste Zeitpunkt, sie deinem Kind zu zeigen und zu erklären.

Auch wenn das Neugeborene euren Familien-Alltag gewaltig durcheinander bringt und eigentlich alle Aufmerksamkeit auf sich konzentriert, achtet darauf, dass das erste Kind nicht zu kurz kommt. "Auf jeden Fall sollte an eine Extra-Portion Aufmerksamkeit für das Erstgeborene gedacht werden", sagt Michael Thiel. "Reservieren Sie Zeiten, in denen Sie oder die Oma oder ein anderer geschätzter Mensch nur für das erste Kind da ist." Auch über die ersten turbulenten Monate hinaus.

Was hilft gegen Geschwisterkind-Eifersucht im Grundschulalter?

Ab dem Grundschulalter können ältere Geschwister natürlich mithelfen, das Baby zu wickeln oder einen Body auszusuchen. Das macht große Kinder stolz und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie.

Wenn dein Kind sieht, wie viele Handgriffe nötig sind, um das kleine Menschlein zu versorgen, dann entwickelt es vielleicht auch Verständnis dafür, dass du manchmal keine Zeit hast. Und das kann wiederum gegen Geschwister Eifersucht helfen.  Wichtig ist nur: Drängt euer Kind nicht, denn nicht alle Mädchen und Jungen haben bei der Baby-Betreuung Spaß.

Liebe kann wachsen

Geschwisterkinder sind, auch wenn es erstmal zu Eifersucht und Ablehnung kommt, ein Geschenk, an dem die Jüngeren und die Älteren wachsen. Weil da immer auch mehr Liebe ist als vorher. Und falls sich eure Familie noch weiter vergrößern sollte, dann wisst ihr schon: Die Liebe wird nicht weniger, im Gegenteil, auch beim Geschwisterkind wird sie immer größer.

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Mein Fazit

Eifersucht unter Geschwistern gibt es wohl in jeder Familie ist. Bei meinen Kindern natürlich auch. Trotzdem denke ich, dass meine Töchter sehr froh sind, sich zu haben, und ich bin es sowieso!

Bildquelle: iStock / Getty Images Plus: Halfpoint

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