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Was wir uns fragen: Sind Erstgeborene schlauer?

Geschwister

Was wir uns fragen: Sind Erstgeborene schlauer?

Warum sind Erstgeborene schlauer als ihre Geschwister? Wir haben mal in der familie.de-Redaktion gefragt, ob das wirklich so ist. Können wir die Annahmen der Geschwisterforschung bestätigen?

Was wir uns fragen?!

Wir haben eine neue Serie ins Leben gerufen und versorgen euch zukünftig regelmäßig mit Texten aus der Reihe “Was wir uns fragen!?”. Wir stellen uns gegenseitig Fragen und jede Redakteurin erzählt dazu etwas aus ihrem Leben. So lernt ihr uns besser kennen und erhaltet gleichzeitig informativen Content. Dieses mal geht es um Erstgeborene und die Mythen, die sich um sie ranken.

Sind eure Erstgeborenen schlauer als die Geschwister?

Unsere Chefredakteurin Micky macht den Anfang und berichtet über ihre Kids: “Nein, ich denke nicht, dass Erstgeborene schlauer sind als ihre Geschwister. Aber eins ist sicher, mit unserem Erstgeborenen hatten wir mindestens doppelt so viel Zeit für Lernspiele, pädagogische Angebote etc.

Wir haben stapelweise Schwungübungsbücher und Kindergartenrätselblöcke durchgemacht und waren in jedem Babykurs vom Säuglingsschwimmen bis Englisch für Kindergartenkinder. Beim zweiten Kind hat man gar nicht mehr so viel Zeit, die lernen viel mehr praktische Dinge so ganz nebenbei.”

Gesine hat wahrscheinlich mittlerweile Löcher im Bauch: “Unser Erstgeborener ist unser kleiner Schlaukopf, liegt aber vermutlich auch daran, dass er gefühlt 4000 Warum-Fragen am Tag stellt und unbedingt alles bis ins Detail verstehen möchte. Wir haben ihn von Anfang an auch mehr gefördert/gepusht. Mindestens sechs Babykurse haben wir besucht, mit der kleinen Schwester gar keinen ...

Die Kleine guckt sich jetzt aber vieles ab und ist sprachlich auch sehr fit. Unser Erstgeborener ist zudem totaler Perfektionist und weil er immer älter aussah als er ist, wird auch immer sehr viel von ihm erwartet (gutes Benehmen, Höflichkeit, gute Artikulation), das kann ich also zu 100 % bestätigen.”

Alle Kinder sind schlau – auf ihre Weise

Jennifer ist gespannt, ob sich die Behauptung bei ihr bewahrheitet: “Bisher kann ich das nicht beantworten, weil der zweite erst 9 Monate alt ist. Aber der Erstgeborene ist in der Tat ein schlaues Köpfchen, der alles, alles wissen will.”

Natalie findet, dass jedes Kind einfach verschiedene Stärken hat: “Ich denke auch, dass unsere Erstgeborene ganz schön helle ist, aber unsere Kleine mit ihren zwei Jahren hat auch schon einiges zu bieten. Vor allem sprachlich ist sie sogar noch weiter als die Große im gleichen Alter, außerdem ist die Kleine mutiger.”

Yao hat bisher noch keinen Vergleich: “Bisher ist mein Kind Einzelkind, deswegen habe ich keinen Vergleich. Natürlich kommt einem das einzige Kind besonders schlau vor ;-).”

Unser Fazit: In der familie.de-Redaktion sind genauso wie eure Kinder auch alle schlau, denn jedes Kind hat verschiedene Stärken, mit denen es auftrumpfen kann. Das haben uns ja auch die Mamas bestätigt.

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Erstgeborene sehen wie der Vater aus, oder?

Mickys Sohn hat von jedem Etwas, auch von den Großeltern: “Unser Erstgeborener sah als Neugeborenes tatsächlich aus wie der Papa, aber nach ein paar Monaten dann wie mein Opa und dann jahrelang wie ein männlicher Klon meiner Mama. Er hat aber definitiv die Beine vom Papa!”

Gesine kann das Klischee nicht bestätigen: “Bei uns frei nach Harry Potter: He looks just like his father, but has his mothers eyes. ;) Körper und Statur aber definitiv der Papa! Bei der Kleinen ist's umgekehrt: Augen von Papa, Rest Mama.”

Jennifer freut sich, dass ihr Sohn wenigstens ihre Augen geerbt hat: “Unser Erstgeborener sieht tatsächlich mehr aus wie sein Papa, immerhin hat er meine Augen. Aber der Rest ist nicht von mir. ;-)”

Natalie bestätigt den Mythos: “Ich würde auch sagen, dass die Große meinem Mann mehr ähnelt als die Kleine.”

Yao findet, dass die meisten Kinder von beiden Eltern etwas haben: “Wenn ich in meinem Freundeskreis schaue, ist mein Fazit: Haarfarbe kommt immer nach der Mama, Körpergröße vom Papa. Ist bei uns auch so.”

Unser Fazit: Diesen Mythos können wir also weder eindeutig bestätigen, noch können wir definitiv sagen, dass er falsch ist. Ich habe tatsächlich mal gehört, dass die erstgeborenen Kinder aussehen wie die Väter, damit sich diese einfacher in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Hat die Natur wohl so vorgesehen...

Gab es eine Entthronung? Wie lange haben eure Erstgeborenen gebraucht, um wieder anzukommen?

Micky hatte das Gefühl, dass ihrem Sohn das Geschwisterchen eher guttat: “Nein eine Entthronung hab es tatsächlich nicht. Was aber auch daran liegen mag, dass der Erstgeborenen schon dreidreiviertel war, als seine Schwester zur Welt kam, ein Alter, in dem man ja dann schon fest im Kindergarten angekommen ist und eher auch seine Grenzen nach draußen zu erweitern versucht. Er war glaube ich oft froh, dass er mehr Freiräume und mehr Verantwortung bekommen hat als großer Bruder.”

Ein super-duper Tipp meiner Hebamme: ‘Die große Bruder-Kiste’ gefüllt mit Luftballons, Aufklebern, Tattoos, einzelnen Maoams etc., aus der durfte er sich immer eine Kleinigkeit aussuchen, wenn ich mal wirklich nicht reagieren konnte, weil Poonami oder Stillen angesagt war.

Auch, wenn er mit knapp 4 schon nicht mehr so richtig dran geglaubt hat, haben wir die neue Schwester einen Lego-Hubschrauber mitbringen lassen. Auch wenn er heute natürlich weiß, dass das Quatsch war, ist dieses Mitbringsel aus dem Bauch noch immer ein Verbindungselement zwischen den Geschwistern.”

Unsere Erfahrung: Auf den Altersabstand kommt es nicht an

Gesines Kinder haben einen kleineren Altersabstand als Mickys, die Erfahrungen sind aber ähnlich: “Unser Erstgeborener war keine zwei Jahre alt als die Schwester geboren wurde, daher hat er ihre Ankunft “einfach so akzeptiert”. Daher würde ich sagen, es gab keine Entthronung. Heute sind wir froh, dass er sich an eine Zeit ohne das Geschwisterkind sozusagen gar nicht mehr erinnern kann, da er sonst vermutlich das “ohne” auch mehr einfordern würde. Vielleicht auch nicht, ist ja total individuell.

Was allerdings ganz besonders an unserem Erstgeborenen ist, ist dass er allen Erwachsenen gegenüber super aufgeschlossen ist. Weil er es einfach von klein auf gewohnt war, nicht immer bei Mama hängen zu können, sondern auch mal mit Babysitter/Freunden/Tante/Onkel etc. loszuziehen, ist er absolut kein Mama-Kind und das genießen alle in der Familie sehr. (Auch wenn ich kein Fan vom Wort “Mama-Kind” bin - muss ich doch zugeben, dass meine Tochter ein totales Mama-Kind ist und das nervt schon manchmal.)”

Auch Jennifers Kinder haben einen kleinen Altersabstand: “Unser Erstgeborener war 1 Jahr und 8 Monate alt, als sein Bruder auf die Welt kam und ich glaube, wir haben ihn gut auf sein Geschwisterchen vorbereitet.

Es hat vielleicht eine Woche gedauert, in der er sich gefragt haben könnte “Wann geht der denn wieder?”, danach war es tatsächlich für ihn, als wäre er nie ohne Bruder gewesen. Zumindest hatten wir nie einen Funken Eifersucht gemerkt oder ein Gefühl der “Entthronung”. Und das ist schön so. :-)”

Natalie hatte auch nicht das Gefühl, dass das ältere Kind entthront wurde: “Bei uns gab es das auch nicht, wohl auch wegen des großen Altersunterschieds von fünf Jahren. Die Große war meiner Meinung nach nicht eifersüchtig oder besorgt, dass sie zu kurz kommen könnte. Aber sie hat auch nicht die Mutterrolle übernommen, eher so eine Art Patenschaft wie im Kindergarten. Und eigentlich hat die Kleine uns alle ganz gut im Griff (Sternzeichen Widder…)”

Ihr seht also, die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich und meistens kommt es gar nicht so schlimm, wie man vielleicht denkt.

Geschwisterforschung: Erstgeborene sind schlauer als ihre Geschwister

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock und der Universität Stockholm hat einen interessanten Zusammenhang zwischen Geburtenreihenfolge und späterer Berufswahl entdeckt. Für die Studie wurden 146.000 schwedische Studenten untersucht.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Erstgeborenen häufiger Fächer studieren, die später zu einem sehr guten Gehalt führen als ihre jüngeren Geschwister. Die Älteren wählten öfter Fächer wie Ingenieurwesen und Medizin, während bei ihren jüngeren Geschwistern die Wahl eher auf Kunst, Journalismus oder Lehramt fiel.

So ist es zum Beispiel um 27 Prozent wahrscheinlicher, dass das erstgeborene Kind Medizin studiert als das zweite Kind. Dass das dritte Kind Medizin studiert, ist sogar 54 Prozent unwahrscheinlicher als beim ersten Kind. Das bedeutet, dass Erstgeborene im Schnitt mehr verdienen als ihre jüngeren Geschwister.

Das gilt auch für Kinder, die nicht studieren, sondern eine Ausbildung machen. Frühere Studien haben nämlich gezeigt, dass nachfolgende Geschwister meist einen Ausbildungsberuf wählen, bei dem sie später weniger als ihre erstgeborenen Geschwister verdienen. Aber wie kommt es dazu?

Eltern kümmern sich um Erstgeborene intensiver

Die Forscher des Max-Planck-Instituts haben herausgefunden, dass Eltern mehr in ihre erstgeborenen Kinder investieren als in deren jüngere Geschwister. Das hat Auswirkungen auf die Fähigkeiten und die Ambitionen der Folgegeschwister: Erstgeborene haben zum Beispiel auch bessere Noten.

Erstgeborene haben einen deutlichen Vorsprung gegenüber ihren Geschwistern, weil sie die ersten Lebensjahre die Eltern ganz für sich haben und dementsprechend die ungeteilte Aufmerksamkeit und Fürsorge genießen. Das beeinflusst der Studie nach die Motivation und Fähigkeiten der Kinder und den sich daraus ergebenden Erfolg bis ins Erwachsenenalter.

Die Erfahrungen unserer Redakteurinnen zeigen tatsächlich, dass das so ist. Beim ersten Kind sind wir noch voll motiviert was Babykurse etc. angeht. Beim zweiten Kind ist dafür dann einfach keine Zeit mehr da und wir haben wahrscheinlich auch bemerkt, dass Kinder auch ganz ohne Babykurse ganz wunderbar gedeihen können.

Vor welchen Herausforderungen stehen Erstgeborene?

Es liegt ja auf der Hand, dass Erstgeborene in den ersten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen. Und das nicht nur von den Eltern, sondern dem gesamten Umfeld. Das kann natürlich für viel Druck sorgen. Alles konzentriert sich auf die Entwicklungsschritte und erwartet diese auch ein Stück weit. Nicht ohne Grund wird deshalb auch behauptet, dass gerade Erstgeborene Perfektionisten sind.

Macht sich dann das Geschwisterchen auf den Weg, haben die Mütter häufig schon in der Schwangerschaft die Sorge, wie das Erstgeborene diese Veränderung wohl wegsteckt. Die Aufmerksamkeit kann mit einem Mal weg sein und alle beschäftigen sich nur noch mit dem Neugeborenen. Logisch, dass da Wut und Frust aufkommen. Die Kleinen können das ja noch gar nicht begreifen.

Noch dazu ist es nun der große Bruder bzw. die große Schwester, auch wenn es doch noch so klein ist. Und schon kommen die nächsten Erwartungen um die Ecke. Auf einmal muss es warten oder gar Vorbild sein. Dass also die Ankunft eines Geschwisterchens die ganze Familie durchrütteln kann, liegt auf der Hand.

Auch später noch, kommen Erstgeborenen häufig mehr Aufgaben zu. Sie sollen auf die kleinen Geschwister aufpassen oder eben mehr im Haushalt helfen, weil sie eben älter sind.

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Erstgeborene erziehen: Die Entthronung

Wie wir Großen auch, wollen auch die Kleinen auf eine Veränderung vorbereitet sein. Es bietet sich daher an, Erstgeborene schon in der Schwangerschaft auf das bald hinzukommende Geschwisterchen vorzubereiten. Welche Veränderungen kommen auf das Kind zu? Wo kann es vielleicht helfen oder selbst schon kleinere Aufgaben übernehmen, wie Windelwechseln oder Füttern.

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Auch das große Geschwisterchen darf noch klein sein. Verlangt vom großen kleinen Bruder bzw. von der kleinen großen Schwester nicht zu viel ab und bietet Exklusivzeiten ohne das neue Baby an.
Kinder nehmen sich die Eltern als Vorbilder und ahmen diese nach. Das passiert nicht selten auch bei der Erziehung der kleinen Geschwister. Doch Kinder sollten Kinder bleiben und auf Augenhöhe mit ihren Geschwistern sein. Fördert daher das gemeinsame Spiel und freut euch, wenn sie die Geschwister gemeinsam gegen die Eltern verbünden. Das stärkt das Geschwisterband ungemein, auch wenn unsere Nerven darunter leiden.

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Quellen: Studie der Max-Planck-Gesellschaft zur Geburtenreihenfolge

Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Ich selbst bin Erstgeborene

Ich selbst bin Erstgeborene. Allerdings kann ich die Studienergebnisse nicht bestätigen. Ich würde behaupten, dass meine Schwester schlauer ist als ich. Allerdings sehe ich meinem Vater ähnlich - das wird ja auch häufig über Erstgeborene gesagt.

Ich habe an einer Tatsache total gemerkt, dass ich die Erstgeborene bin: Ich musste als Teenie vieles erkämpfen, was bei meiner Schwester dann einfach viel früher erlaubt war oder gar nicht erst diskutiert wurde.

Ob mein Sohn schlauer ist als seine Geschwister, lässt sich ohne Geschwister schlecht beurteilen. Was das Aussehen angeht: Er sieht eins zu eins aus wie ich. Bis auf seine tollen blauen Augen, die kommen aus der Schwiegerfamilie.

Bildquelle: Gettyimages/AleksandarNakic

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