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Babyschwimmen: Wann, warum und wie – alles über den ersten Schwimmkurs

Ab ins Wasser!

Babyschwimmen: Wann, warum und wie – alles über den ersten Schwimmkurs

Das Babyschwimmen zählt unter frischgebackenen Eltern zu den beliebtesten Babykursen. Das Planschen im Wasser macht den Kleinen Spaß und sie trainieren dabei ganz spielerisch ihre Motorik und ihre Muskeln. Das klingt doch super, dennoch gibt es einige Dinge, die ihr beachten solltet.

Wann mit dem Baby schwimmen gehen?

Das Wichtigste zuerst: Beim Säuglings- oder Babyschwimmen geht es natürlich nicht darum, irgendwelche Schwimmbewegungen zu erlernen und sich allein über Wasser zu halten. Dazu sind Kinder motorisch frühestens im Alter von vier bis fünf Jahren in der Lage. Babys lernen dabei auch nicht, sich bei Unfällen im Wasser selbst zu retten.

Es wird empfohlen, mit dem Babyschwimmen erst zu beginnen, wenn das Babys den Kopf selbst heben und halten kann. Das ist bei den meisten Babys ab einem Alter von 12 Wochen der Fall. Kinderarzt Dr. Karsten Theiß empfiehlt jedoch einen Einstieg mit etwa einem halben Jahr, weil dann die Eltern-Kind-Bindung noch enger ist.

Wie sinnvoll ist Babyschwimmen?

Neben der Wassergewöhnung stehen bei Babyschwimmkursen vor allem der Spaß und die Bewegung im Mittelpunkt. Der Auftrieb im Wasser sorgt dafür, dass sich Babys im Wasser viel leichter bewegen können, als auf dem Trockenen, wo die noch schwachen Muskeln mit der Schwerkraft zu kämpfen haben. Vielen Säuglingen macht das Freude und sie entdecken sich und ihren Körper, wie es ihnen an Land nicht möglich wäre. Das stärkt die Selbstwahrnehmung und das Körpergefühl.

Gleichzeitig wirkt das Treten und Planschen im Wasser wie ein kleines Fitnesstraining. Die Übungen, die der Kursleiter vorgibt, trainieren dabei gezielt bestimmte Reflexe und Bewegungen und schulen die Koordination. Kein Wunder also, dass die kleinen Schwimmer nach dem Baden meist besonders gut schlafen – schließlich haben sie ein richtiges Workout hinter sich! Doch keine Angst, unter fachkundiger Anleitung wird Euer Kleines bei der Wassergymnastik zwar gefordert, aber nicht überfordert.

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Das Babyschwimmen an sich ist also keine unverzichtbare Frühförderung, sondern eine Gelegenheit für euch und eure Wasserratte, Zeit miteinander zu verbringen, engen Körperkontakt zu genießen und Spaß zu haben. Eine Studie der Universität Köln gibt zwar Hinweise darauf, dass kleine Schwimmer in den ersten sechs Lebensmonaten eine bessere Körperkoordination als gleichaltrige Nicht-Schwimmer haben. Jedoch holen die Nicht-Schwimmer diesen Vorsprung vermutlich spätestens mit Beginn des Krabbelns ruckzuck wieder auf.

Kann ein Neugeborenes schwimmen?

Säuglinge haben einen angeborenen Atemanhalte-Reflex, sodass sie, wie der Name schon sagt, automatisch die Luft anhalten, wenn ihr Gesicht mit Wasser in Berührung kommt. Jedoch verschwindet dieser Reflex innerhalb der ersten Lebenswochen oder -monate. Wann genau, das ist von Baby zu Baby unterschiedlich. Ärzte raten deshalb vorsichtshalber von Untertauchübungen beim Babyschwimmen ab, um das Risiko von Unfällen gänzlich auszuschließen.

Wie warm muss das Schwimmbadwasser für Babys sein?

Die Wassertemperatur sollte zwischen 31 und 33 Grad liegen. Überhaupt ganz wichtig: Wärme. Euer Baby darf nicht frieren. Blaue Lippen, marmorierte Haut, Zittern oder Quengeln sind eindeutige Zeichen dafür, dass es eurem Schatz für heute reicht. Nach dem Baden und anschließendem Abduschen sollten ihr die Wassermaus gut abtrocknen (vor allem die Haare!) und dick einpacken, wenn ihr das Schwimmbad verlasst. Mützchen nicht vergessen!

Babyschwimmen: Infos und Tipps im Überblick

  • Babyschwimmkurse finden bestenfalls in kleinen Gruppen und unter fachkundiger Leitung statt. Im Idealfall hat der Kursleiter eine Ausbildung bei der DLRG oder dem DSV absolviert.
  • Kinderarzt Dr. Theiß empfiehlt, dass Babys vor den Schwimmstunden die Rotaviren-Impfung abgeschlossen haben sollten und zwischen Impfung und erstem Badebesuch mindestens 14 Tage Zeit vergangen sind.
  • Je jünger euer Kleines ist, desto kürzer sollten die Schwimmstunden ausfallen. Für Säuglinge reichen beispielsweise 15 bis 20 Minuten. Ältere Babys halten in der Regel schon 30 Minuten schwimmen aus.
  • Baden macht hungrig! Plant nach der Schwimmstunde eine Stillpause ein bzw. Fläschchenzeit ein.
  • Kranke oder müde Babys sollten nicht zum Babyschwimmen.

Chemie im Schwimmbad: Wie schädlich ist Chlor fürs Baby?

Chlor ist in Schwimmbädern das Standard-Desinfektionsmittel, doch bei seiner Reaktion mit Harnstoffen aus Urin, Kosmetika, Schweiß und Hautschuppen entsteht unter anderem Trichloramin. Dieses ist nicht nur verantwortlich für den typischen Chlorgeruch in Hallenbädern, es steht auch in Verdacht, Atemwegsreizungen und Asthma bronchiale zu verursachen.

Das Umweltbundesamt veröffentliche eine Meldung zum Thema Babyschwimmen und Asthma:

Die Unbedenklichkeit des Babyschwimmens hinsichtlich eines erhöhten Asthmarisikos kann weitgehend gesichert werden, wenn der Trichloramingehalt der Hallenbadluft unterhalb von 0,2 mg/m3 liegt. Solange dieser Grenzwert noch nicht flächendeckend eingehalten wird, sollen Kinder- und Jugendärzte im Rahmen der U4 - U7 individuell Familien mit Hochrisiko- bzw. mit bereits allergisch erkrankten Kindern zur Zurückhaltung beim Babyschwimmen beraten.

Dr. Thomas Lob-Corzilius, Sprecher der WAG Umweltmedizin

Als unbedenklich gilt also ein Grenzwert von 0,2 mg Trichlormin pro Kubikmeter Raumluft im Hallenbad – diesen Wert halten moderne Badeanstalten durch genügend Frischwasserzufuhr und gute Belüftung in der Regel ein. Gerade in älteren und kleinen Bädern könnte der Wert jedoch überschritten werden. Eure Nase wird die Dosis schnell bemerken: Je stärker der typische Schwimmbad-Chlorgeruch, desto höher die Trichloramin-Belastung.

Um die Trichloramin-Belastung gering zu halten, kann jeder Badegast im Schwimmbad seinen Teil beitragen. Das gilt insbesondere für die Eltern beim Babyschwimmen. Tragt saubere, badegerechte Kleidung, für euren Schatz natürlich Schwimmwindeln und duscht euch und euer Baby vor dem Baden gründlich ab. Verwendet vor dem Baden keine Hautcremes oder Lotionen.

Können Kinder mit Allergien auch zum Babyschwimmen?

Eltern gefährdeter Kinder sollten das Baden nicht per se für tabu erklären, sondern sich dazu konkret den Rat ihres Kinderarztes einholen. Alle anderen können sich bei den technischen und hygienischen Vorschriften für Badeanstalten ruhigen Gewissens ins Nass wagen – besonders dann, wenn das Babyschwimmen in abgetrennten, ruhigen Lernschwimmbecken stattfindet, bei denen das Wasser vor dem Kurs frisch eingelassen und nur wenig chloriert wird.

Babyschwimmkurse in Zeiten von Corona: Wie ist die Ansteckungsgefahr?

Auch die Hallenbäder waren im Lockdown komplett geschlossen, jedes Bundesland hatte nach den Lockerungen zu unterschiedlichen Zeiten die Bäder wieder aufgemacht. Seitdem gelten dort gesonderte Regeln.

Über die Sicherheit informiert die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. so:

Derzeitiger wissenschaftlicher Erkenntnisstand ist, dass das Chlor im Wasser Viren allgemein und auch das Coronavirus zuverlässig inaktiviert. Die Gefahr einer Ansteckung über Kontakte von Mensch zu Mensch sowie über Kontakte an Türgriffen, Türen der Umkleideschränke, Beckenränder und über die Luft durch infizierte Aerosole in der Ausatemluft lässt sich mit der Situation in anderen Bereichen vergleichen. Bei entsprechendem Verhalten, was Hygiene und Abstand halten betrifft, sind die Gefahren durch infizierte Aerosole in der Atemluft oder durch Kontaktübertragung nicht größer als in anderen Bereichen – das ist zumindest unser derzeitiger Kenntnisstand.

www.baederportal.com

 

Ob ein Babyschwimmkurs in euer Nähe stattfindet, könnt ihr bei den städtischen Bädern oder privaten Anbietern nachfragen. Es kann sein, dass sie einfach mit einer geringeren Personenanzahl stattfinden und natürlich mit den Abstands- und Hygieneregeln im gesamten Schwimmbad. Nur im Wasser ist das Tragen von einem Mundschutz natürlich nicht möglich. Möglicherweise wird auch das Duschen zuhause empfohlen. Auch die Umkleideschränke können begrenzt sein.

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Bildquelle: AzmanL/Getty Images

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