Frustrationstolerenz: Wie erhöht ihr sie bei euren Kindern?

Trotz und Wut

Frustrationstolerenz: Wie erhöht ihr sie bei euren Kindern?

Dein Kind will immer alles sofort haben, kann nicht verlieren und gibt schnell auf? Mit einer höheren Frustrationstoleranz würde sich das ändern.

Allein das Wort kommt einem nicht gleich flüssig über die Lippen, aber es ist in aller Munde: Frustrationstoleranz. Ratgeber weisen nun auch Erwachsene darauf hin, wie sie diese besondere Art von Toleranz verbessern können, damit sie angenehmer für sich und ihre Umwelt durch das Leben gehen. Unser Dasein birgt nun einmal  Enttäuschungen und Niederlagen und es ist entscheidend, wie wir damit umgehen. Für ein gutes Miteinander ist eine höhere Frustrationstoleranz unerlässlich. Und sie sollte schon ganz früh bei Kindern antrainiert werden, damit aufkommender Frust nicht in Wut und Aggression umschlägt.

Frustrationstoleranz: Kinder müssen lernen, Frust auszuhalten.

Frustrationstoleranz: Eltern sind gefragt

Leider wird eben auch die niedrige Frustrationsschwelle von den Eltern antrainiert. Da wird der Apfelsaft sofort vor die Nase gestellt, wenn er gefordert wird, das teure Tablet gibt es auch mal eben zwischendurch, und beim Kartenspiel stellt man sich besonders doof an, damit der Nachwuchs gewinnt. Wir wollen Kinder umhegen, aber das bedeutet nicht unbedingt, dass sie alles bekommen sollten, was sie wollen. Es heißt aber wiederum auch nicht, dass man ihnen alles entzieht. Ein Kind kann es durchaus verkraften, wenn etwas gegen seinen Willen geschieht. Das Zimmer muss aufgeräumt werden - auch wenn es keine Lust hat. Auch sollte es verkraften können, mal nicht zur Wort zu kommen. Ständiges Unterbrechen mag ja in Familienkreisen toleriert werden, aber in der Schule wird es das nicht, und dann wird dieses Verhalten zum Problem.

Wir wollen die Kinder fähig für das weitere Leben erziehen und mit der Erhöhung des Frustrationspotentials machen wir sie für das Miteinander fitter. Der Mensch ist ein soziales Wesen und ein harmonisches Miteinander sollte so ablaufen, dass es nicht immer nach der eigenen Nase geht. Wir lernen aus Enttäuschungen und Niederlagen. Resultat sollte nicht ungebremste Wut sein, sondern Reflexion darüber, was schiefgegangen ist. Je eher man es lernt, umso besser.

So kannst du die Frustrationstoleranz bei deinem Kind erhöhen

Wie gesagt, das ist nicht als Liebesentzug gedacht. Ganz im Gegenteil. Aber oft gibt man als Eltern nach, weil es bequemer ist oder man ein schlechtes Gewissen hat. Dann werden Kinder mit Geschenken überhäuft und wissen deren Wert gar nicht zu schätzen. Bei unseren Vorschlägen, wie du diese Form von Toleranz bei deinem Nachwuchs erhöhst, geht es um die Zukunft. Das solltest du dir vor Augen halten, wenn deine Kinder protestieren.  Es wird nicht einfach und sicher bist du auch nicht immer konsequent, aber einen Versuch ist es wert, denn dein Kind muss lernen, sich zu integrieren. Mach es Schritt für Schritt:

  • Einschränken: Bei Einkäufen gibt es nicht immer etwas Süßes oder ein Geschenk. Nicht jedes Betteln um Eis oder Schokolade wird erfüllt.
  • Maß halten: Große Geschenke gibt es nur am Geburtstag oder zu Weihnachten.
  • Im Haushalt arbeiten: Dein Kind bekommt bestimmte Aufgaben wie Müll wegbringen oder Tisch abräumen. Erst wenn diese Sachen erledigt sind, darf es spielen.
  • Verlieren geht auch: Spielt miteinander und lasst euer Kind auch mal verlieren.
  • Sei Vorbild: Wenn dein Kind sieht, wie du dich aufregst, wenn du verlierst oder du schnell aufgibst, wird es das mit aller Wahrscheinlichkeit übernehmen. Schau also mal in dich, wie du selbst mit Kritik umgehst, und ob dein Verhalten nicht auch verbesserungsbedürftig wäre.

Positives Verhalten sollte gestärkt werden

Positives Verhalten zu bestärken ist ebenso wichtig: Wenn sich euer Kind entspannt und tolerant verhält, lobt es. Wenn es um die Hausarbeit geht, könnt ihr auch ein Punktesystem für das Erfüllen der  Aufgaben einführen.  Bei einer bestimmten Anzahl von Punkten gibt es dann eine Belohnung, und die hat sich euer Kind ganz stolz "erarbeitet". Ihr wisst selbst, wie euer Kind am besten motiviert wird. Wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht und erklärt, wie man aus Niederlagen lernt und dass man nicht gleich in die Luft gehen muss, wenn man mal verliert, bestärkt ihr die Frustrationstoleranz eurer Kinder. Das macht das Leben leichter für unseren Nachwuchs, und (machen wir uns nichts vor) unsere Existenz wird auch geschmeidiger. Das dürfte doch auch ein weiterer Anreiz sein.

Bildquelle:

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