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Gefährliche Stürze?

Gehirn­erschütterung: Bei welchen Symptomen wir mit Babys und Kindern zum Arzt müssen

Gehirnerschütterung: Trotz aller Umsicht ist es schnell passiert. Was Eltern jetzt wissen müssen
© Getty Images / Halfpoint

Wie häufig ist mein Sohn mit seinen 15 Monaten schon auf den Kopf gefallen?! Es lässt sich kaum mehr zählen. Kleine Kinder klettern, ziehen sich hoch und irgendwann kommen die ersten Laufversuche hinzu … Da landen die Kleinen auch schon mal auf dem Kopf. Mit welchen Symptomen sich eine Gehirnerschütterung bei einem Baby oder Kleinkind äußert – und ab wann medizinische Hilfe gefragt ist.

Was ist eine Gehirnerschütterung eigentlich genau?

Eine Gehirnerschütterung ist medizinisch gesehen die leichteste Art einer Schädel-Hirn-Verletzung. Sie entsteht, wenn das Gehirn bei einem Aufprall von innen gegen die Schädelwand stößt. Die gute Nachricht: Zu Folgeschäden kommt es in aller Regel nicht. Trotzdem solltet ihr euer Kind aufmerksam beobachten und im Zweifel lieber zu eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin gehen.

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Gehirnerschütterung: Welche Symptome zeigt ein Baby oder Kleinkind?

Diese Symptome beim Baby bzw. Kleinkind sprechen für eine Gehirnerschütterung:

  • Kurze Bewusstseinsstörung
  • (Mehrmaliges) Erbrechen
  • Kopfschmerzen und/oder Schwindel
  • Das Kleinkind kann nichts zum Sturz sagen, hat den Hergang – und vielleicht sogar noch mehr – vergessen.
Es treten bei einer Gehirnerschütterung nicht unbedingt alle Symptome zusammen auf. Wichtig ist, dass ihr das Baby bzw. Kleinkind im Blick behaltet – und auf euer Gefühl hört.

Ein Kind stürzt auf den Kopf: Was ist zu tun?

Hat sich euer Kind den Kopf gestoßen, müsst ihr nicht gleich zum Arzt. Vermuten wir als Eltern eine Gehirnerschütterung bei unserem Baby oder Kind, sollten wir es aber gut beobachten: Dafür geht ihr mindestens die nächsten 12 Stunden jede Stunde folgende Punkte durch. Bemerkt ihr Verschlechterungen, ab zu eurem Arzt oder eurer Ärztin:

  • Lagert den Kopf eures Kindes hoch. Kühlt ggf. die Stelle.
  • Sprecht das Baby bzw. Kind an: Reagiert es und öffnet es die Augen?
  • Kontrolliert den Nacken und Kopfbereich: Hat das Baby bzw. Kleinkind Kopfschmerzen oder einen steifen Nacken?
  • Ist dem Kind übel oder hat es sich sogar schon erbrochen?
  • Checkt auch die Pupillen: Sind beide gleich groß und reagieren sie normal auf Licht – also: werden größer bzw. kleiner?
  • Fragt euer Kind, ob es irgendwo ein Ameisengefühl hat. Kribbeln irgendwo die Arme oder Beine oder ist gar etwas taub?
  • Ist euer Baby bzw. Kleinkind normal drauf? Spricht/brabbelt es wie sonst auch?
  • Und zu guter Letzt: Isst und trinkt das Kleine normal?
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Beobachten wir innerhalb von 2-3 Tagen nach dem Unfall beim Kind Symptome wie Schläfrigkeit, Nackensteifigkeit oder ein auffälliges Verhalten, ist ein Arztbesuch angebracht.

Vertraut auf euer Gefühl und wenn irgendetwas anders ist als sonst, geht zum Kinderarzt. Beginnt das Baby sofort nach dem Sturz zu weinen, bedeutet dies, dass es nicht bewusstlos ist. Das ist also ein gutes Zeichen. Weint es allerdings immer weiter, lässt es sich nicht beruhigen und kommen weitere Symptome hinzu, solltet ihr in eurer Kinderarztpraxis anrufen.

Maike Mauer

Lieber einmal zu vorsichtig

Stürzt ein Baby oder Kleinkind auf den Kopf, bin ich im Team Vorsicht. Vor allem, wenn es sich heftig wehtut oder von einem höheren Bett o.Ä. runtergefallen ist, wäre das aus meiner Sicht ein Grund, sich direkt dem Kinderarzt oder der Kinderärztin anzuvertrauen. Ebenso, wenn das Baby oder Kind eine größere offene Wunde am Kopf hat. Ich bin da bei Sarah: Meist haben Eltern schon ein gutes Gespür dafür, wann medizinische Unterstützung gefragt ist.

Maike Mauer

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Radelt euer Kind schon? Dann ist ein Helm Pflicht, um es vor Kopfverletzungen zu schützen. So setzt ihr ihn auf:

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Ab ins Krankenhaus: Bei diesen Symptomen bitte den Notarzt rufen

Eine Gehirnerschütterung beim Kleinkind ist in der Regel kein Weltuntergang. Dennoch gibt es einige Symptome bei einer Gehirnerschütterung bei Kindern oder Babys, die eine Kontrolle in der Arztpraxis bzw. im Krankenhaus bedürfen.

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Geht der Sturz mit einer Bewusstlosigkeit einher, ist die Lage ernster:

Bringt das Kind in die stabile Seitenlage, einen Säugling besser in die Bauchlage. Ruft dann sofort den Notarzt. Kontrolliert den Puls und die Atmung. Kommt es zu sich, sind Essen und Trinken erst mal tabu, bis sich ein Arzt oder eine Ärztin das Kind angesehen hat. Es besteht die Gefahr des Verschluckens bzw. Erbrechens.

Außerdem solltet ihr ins Krankenhaus fahren, wenn bis zu 24 Stunden nach dem Unfall bei einer Gehirnerschütterung folgende Symptome beim Baby bzw. Kind auftreten:

  • Bewusstlosigkeit
  • Starke und schlimmer werdende Kopfschmerzen
  • Mehrfaches Erbrechen
  • Auffällige Verhaltensveränderungen, lallende Sprache
  • Kopfverletzungen
  • Veränderungen an den Augen, z. B. Schielen
  • Kribbeln oder Lähmungen der Arme und/oder Beine
  • Krampfanfälle
  • Austritte einer wässrigen Flüssigkeit oder Blut aus Ohren oder Nase
  • Und sowieso immer, wenn ihr ein komisches Gefühl habt

Ihr seht, die Symptome sind nicht zu übersehen und ihr handelt sicherlich richtig. Seid ihr euch unsicher, ruft bei eurem Kinderarzt an und fragt, was zu tun ist.

Sarah Plück

Nur die Ruhe

Es passiert manchmal einfach, ohne dass man es verhindern kann – der Sturz auf den Kopf. Und in den allermeisten Fällen hilft Trösten und Kuscheln. Ich denke, es braucht schon einiges, damit es zu einer Gehirnerschütterung kommt und wir Eltern würden es sofort merken, wenn etwas nicht stimmt. Ich kann immer nur dazu raten, auf sein Bauchgefühl zu achten und vielleicht etwas zum Kühlen parat zu haben.

Sarah Plück

Quellen: Dr. med. Petra Riesinger, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. über Gehirnerschütterung; Leitlinie: Das Schädel-Hirn-Trauma im Kindes- und Jugendalter

Wir recherchieren mit großer Sorgfalt und nutzen nur vertrauenswürdige Quellen. Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen aber natürlich keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure Ärztinnen, Hebammen oder Apotheker*innen, damit sie euch individuell weiterhelfen können.

Ist mein Kind ein High-Need-Baby?

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