Sport für Kinder: So kommen die Kleinen in Bewegung

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Sport für Kinder: So kommen die Kleinen in Bewegung

Sport für Kinder ist wahnsinnig wichtig, denn Bewegung fördert die körperliche und die geistige Entwicklung. Doch wie kommen die Kleinen in Schwung? Und welcher Sport passt für Kinder ab welchem Alter am besten? Wir haben uns für euch schlaugemacht.

„Beim Bewegen, etwa beim Balancieren, benutzen Kinder ihren Gleichgewichtssinn, sie trainieren die Koordination und stärken ihre Konzentrationsfähigkeit“, sagt Prof. Renate Zimmer, Sportpädagogin an der Universität Osnabrück. „Toben macht klug“, lautet ihr Fazit, mit dem sie Eltern ermuntert, ihren Kindern ganz viel spielerische Bewegung im Alltag zu ermöglichen. Das kann Treppen steigen oder Roller fahren sein ebenso wie Fangen spielen oder auf Bäume klettern. Selbstverständlich eignen sich auch die Angebote der Sportvereine, damit schon die Kleinsten in Bewegung kommen.

Der perfekte Start: Eltern-Kind-Turnen

Viele Sportvereine bieten mittlerweile das sogenannte Eltern-Kind-Turnen an. Sobald die Kleinen sicher laufen, können sie zusammen mit Mama und Papa bei den angeleiteten Sportstunden mitmachen. Wild in der Sporthalle herumhüpfen, vom Trampolin auf die Matte springen und unter der Bank durchklettern – all das macht den Mini-Turnern ganz viel Spaß. Und das Beste: Mama und Papa bewegen sich gleich mit. Sie sind übrigens auch dafür verantwortlich, dass dem Nachwuchs in der Turnhalle nichts passiert. Die Trainerin sorgt für den geregelten Ablauf und den sicheren Auf- und Abbau der Parcours. Lieder, Fingerreime, Kindermassagen und Fantasiereisen runden das Angebot ab. Als Ausrüstung genügen in der Regel ABS-Socken oder Turnschläppchen. Die Jahresbeiträge der Vereine beginnen bei rund 20 €.

Welche Sportart passt zu deinem Kind?

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Sport für Kinder: Ruhig mal was ausprobieren

Die Entscheidung für eine bestimmte Sportart ist nicht ganz leicht. Eltern sollten sich aber zurücknehmen. Denn auch wenn  Papa Fußballfan ist, der Sohn aber lieber Badminton spielt, ist das völlig okay. Kinder sollten am besten verschiedene Sportarten ausprobieren dürfen. Die meisten Vereine und Sportschulen ermöglichen ein "Schnuppertraining", bei dem auch die Eltern dabei sein können. Wichtig: Die Übungsleiter sollten nicht nur einen guten Draht zu den Minis haben, sondern auch entsprechend ausgebildet sein, um bei Unfällen richtig zu handeln. Das Sportamt in eurer Gemeinde, kann euch helfen, den passenden Verein in eurer Nähe zu finden. In der Deutschen Sportjugend sind außerdem fast 90.000 Sportvereine organisiert.

Sportarten für Kinder: Eine Übersicht

Sportart Wann? Was wird geschult? Welche Kosten entstehen? Zusatzinfo
Turnen / Tanzen ab 4 Jahre motorische Grundfertigkeiten, präzise Bewegungsabläufe, kreativer Ausdruck Sportschläppchen ab 10 €

Vereinsbeitrag ab
20 € pro Jahr

Ballett ab 5 Jahre Gesamtkörper­­­koordination, präzise Bewegungsabläufe, kreativer Ausdruck Ausrüstung ab 70 €

Unterrichtsstunde ab 30 €

Vereinsmitgliedschaft
ab 25 € im Monat

Spitzentanz nicht unter 12 Jahre, sonst kann es zu Verformungen und Haltungsschäden kommen!
Skifahren ab 4 Jahre Gleichgewicht, Koordination, Kraft Skiausrüstung
ab 280 €Skipass ab 15 € pro Tag
Radfahren ab 4 Jahre Gleichgewicht, Koordination, Kraft Fahrrad ab 100 €

Helm ab 20 €

Laufrad ab etwa 2 Jahre ist optimale Vorbereitung
Fußball ab 6 Jahre Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, räumliche Orientierung, Teamgeist Stollenschuhe
ab 50 €Vereinsbeitrag ab
20 € pro Jahr
Haltungsschäden und überlastete Gelenke bei fehlendem Ausgleichstraining
Schwimmen ab 4 Jahre Kraft, Ausdauer, Bewegungsabläufe Vereinsbeitrag ab
60 € pro JahrSchwimmstunde
ab 10 €
gelenkschonend, stärkt Rückenmuskulatur
Judo ab 5 Jahre Kraft, Koordination, Abbau von Aggressionen weißer Judoanzug ab 30 €

Vereinsbeitrag ab
30 €

Basket-, Volley- und Handball ab 7 Jahre Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und räumliche Orientierung, Teamgeist Hallenschuhe ab 20 €

Vereinsbeitrag ab
20 €

Haltungsschäden und überlastete Gelenke bei fehlendem Ausgleichstraining
Klettern ab 7 Jahre Kraft, Koordination, Vertrauen und Sicherheit Schuhe und Gurt ab 110 €

Vereinsbeitrag ab
10 €

Erwachsene sichern Kinder, niemals umgekehrt!
Karate ab 7 Jahre Selbstbewusstsein, Selbstverteidigung, Kraft und Koordination Anzug ab 50 €

Vereinsbeitrag
ab 20 €

gut für Kinder, die sich richtig auspowern wollen
Tennis ab 6 Jahre Reaktionsvermögen, Schnelligkeit und Koordination Schläger ab 30 €

Tennisschuhe ab 30 €

Jahresbeitrag ab 80 €

Trainingsstunde
ab 15 €

Gelenke werden durch Stop-and-go belastet
Leichtathletik ab 10 Jahre Laufen, Springen, Werfen, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Miteinander und Gegeneinander Vereinsbeitrag ab
20 € pro Jahr
Kinder lernen, ihre Leistungen mit denen der anderen zu vergleichen und damit umzugehen

Was tun, wenn das Kind die Lust am Sport verliert?

Kinder können sich schnell für einen Sport begeistern. Genauso schnell wollen sie dann aber auch wieder aus der Hockeymannschaft oder dem Handballverein austreten. Für Eltern ist das manchmal schwer nachzuvollziehen. Aber: Eine anfängliche Euphorie und die möglicherweise folgende Lustlosigkeit sind völlig normal bei Kindern. Auf der anderen Seite: Wer Durststrecken übersteht, zeigt Disziplin und Durchhaltevermögen. Ihr könnt eure Kinder unterstützen, indem ihr mit ihnen über Gründe für den Wechsel sprecht oder behutsam zum Weitermachen ermuntert. Wenn das aber nicht fruchtet: "Bitte keinen Druck ausüben“, rät Sportpädagogin Renate Zimmer. Dafür ist der Sport als Spaß- und Laune-Bringer einfach viel zu wertvoll.

Sport-Ausrüstung für Kinder erst mal leihen

Es ist ratsam, kostenintensive Sportausrüstungen für Kinder erst anzuschaffen, wenn die Kleinen auch wirklich bei der Sache bleiben. Viele Vereine und Sportschulen bieten Sportgeräte auf Leihbasis an. Oder ihr kauft gebrauchtes Equipment im Internet oder auf Flohmärkten. Das schont ebenfalls den Geldbeutel.

Hilfe! Mein Kind ist ein Sportmuffel!

Und was können Eltern tun, wenn Kinder so überhaupt keine Lust auf Sport haben? Expertin Renate Zimmer rät dazu, nach den Gründen zu forschen. Liegt es möglicherweise daran, dass keine Freunde bei den sportlichen Aktivitäten mitmachen? Oder passt die Unterrichtsform des Übungsleiters nicht? Gespräche mit Kind und Trainer können in diesem Fall weiterhelfen. Und natürlich sind Eltern als Vorbilder gefragt: Gemeinsam Rad, Roller oder Rollschuh fahren, Ball spielen, Purzelbäume auf der Wiese schlagen – all das bringt Spaß an Bewegung und ist mindestens genauso wertvoll wie der Sport im Verein.

Natalie Köhler
Das sagtNatalie Köhler:

Mein Fazit

Schon mit meiner großen Tochter bin ich regelmäßig zum Eltern-Kind-Turnen gegangen. Nun bin ich mit der Kleinen dabei und auch sie hat wahnsinnig viel Spaß, sich in der Turnhalle so richtig zu verausgaben. Ich kann dieses Angebot also wirklich nur empfehlen. Da ich selbst eine schlechte Schwimmerin bin, wollte ich, dass meine Große das Seepferdchen macht. Da war sie vier. Nun ist Frieda sieben und ist beim Schwimmen geblieben. Das ist natürlich ein absoluter Glücksfall. Für meine kleine Anni wünsche ich mir, dass auch sie eine Sportart findet, die sie begeistert. Ich werde sie auf jeden Fall dabei unterstützen.

Bildquelle: Getty Images/monkeybusinessimages

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