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Meningitis-Schutz: Welche Impfungen es für Babys und Kleinkinder gibt

Meningitis-Schutz: Welche Impfungen es für Babys und Kleinkinder gibt

Wichtiger Piks

Die Aufklärungskampagne "Meningitis bewegt" informiert stets und vor allem anlässlich des bald stattfindenden Welt-Meningitis-Tages am 24. April über die möglichen Folgen einer Erkrankung und den bestmöglichen Impfschutz. Außerdem hat die Schauspielerin und Moderatorin Nina Bott mit dem Kinderarzt Dr. Michael Horn über das Thema gesprochen.

Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, an einer bakteriellen Hirnhautentzündung (Meningitis) zu erkranken, die u. a. durch Meningokokken ausgelöst werden kann. Besonders tückisch ist dabei, dass die Symptome unspezifisch und grippeähnlich verlaufen. Mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen und Nackensteifigkeit.

Meningitis-Studie: So viel wissen die Eltern

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Durch die Ständige Impfkommission (STIKO) sind im Fall von Meningitis nur Schutzimpfungen für Meningokokken C vorgesehen, doch neben den Standardimpfungen gibt es zusätzliche Impfungen, die empfohlen werden.

"Für Risikogruppen in bestimmten Gebieten bzw. bei Reisen empfiehlt die STIKO Impfungen gegen FSME, Gruppe, Hepatitis A und die Meningokokken-Gruppen B und ACWY, wobei Meningokokken B für die meisten Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland verantwortlich sind, gefolgt von der Gruppe Y und C. Eltern sollten sich frühzeitig bei ihrem Kinderarzt über die verschiedenen Impfungen informieren und beraten lassen, auch wenn ihre Kinder nicht zu den Risikogruppen gehören oder Reisen geplant haben."

Dr. med Michael Horn, Kinder- und Jugendarzt

Und was ist mit den Kosten? Die Meningokokken-Gruppen B und ACWY-Impfung werden von vielen Kassen auf Anfrage ganz oder teilweise erstattet. Eine Nachfrage bei der Krankenkasse lohnt sich!

Die Folgen von Meningokokken-Meningitis sind verheerend

Meningokokken-Erkrankung sind zwar selten, sie können allerdings innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Bei 10-20 % aller Betroffenen kommt es im Anschluss zu Komplikationen wie Krampfanfällen oder Taubheit, bei Kindern gegebenenfalls auch zu Entwicklungsstörungen. In Deutschland versterben ca 10 % aller Patienten einer Meningokokken-Erkrankung. Bei einem Verdacht sofort zum Arzt oder in ein Krankenhaus gehen.

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Im Jahr 2020 waren ein kleines Mädchen und ihre Familie Botschafter der Kampagne "Meningitis bewegt". Die Bilder von Isabella (Name geändert) zeigten zum ersten Mal eine echte Betroffene – mit den Folgeschäden einer Meningokokken-Sepsis. Das kleine Mädchen war sieben Monate alt, als die Diagnose feststand. Sie hat überlebt, ebenfalls ist ihr eine Amputation damals erspart geblieben, aber bei Isabella sind durch die Haut- und Gewebezerstörung Vernarbungen an den Beinen entstanden:

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Die kleine Isabella leidet an den Folgeschäden einer Meningitis.

Ein Hauttransplantat bedeckt die Vorderseite. Die Haut ist so angegriffen, dass beide Beine vor dem täglichen Anziehen von Kompressionsstrümpfen mit Silikon-Pads abgedeckt sind. Die damals 2-Jährige ist zu diesem Zeitpunkt auf regelmäßige Physiotherapie und ergotherapeutische Behandlung angewiesen. In die Kita konnte die tapfere Maus damals nicht, das Immunsystem war zu diesem Zeitpunkt noch zu schwach.

Weitere Informationen gibt es unter www.meningitis-bewegt.de.

Yao Fordemann

Mein Fazit

Die Bilder von "Isabella" rühren mich sehr. Ich habe die Kampagne bereits an einigen Bushaltestellen gesehen und denke mir jedes Mal: "Wie stark und tapfer müssen die Eltern und ihre Tochter sein?" Auf den ersten Blick sieht das kleine Mädchen wie ein ganz normales Kleinkind aus, das die Welt für sich entdeckt. Und dann beim genauen Hinsehen trifft mich der (optische) Unterschied wie ein Schlag. Ich wünsche der Familie nur das Beste und hoffe, dass sie durch ihre mutige Entscheidung, Fotos von ihrer Tochter zu veröffentlichen, andere Eltern beim Thema Impfschutz mehr wachrütteln können.

Auch die Schauspielerin und Moderatorin Nina Bott setzt sich mit dem Thema "Impfen" auseinander und hat für ihren Sohn, sich, aber auch für uns, den Kinderarzt Dr. Michael Horn viele wichtige Fragen zur Meningokokken-Erkrankung gefragt.

Quellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Erregersteckbrief Meningokokken (Stand: 04/2018)
Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin Nr. 43/2016, DOI 10.17886/EpiBull-2016-064.2

Bildquelle: andriano_cz/iStock/Getty Images Plus, GSK, Peter Yang
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