Plattfuß oder Knick-Senkfuß beim Kind: Verwächst sich das?

Gesundheit

Plattfuß oder Knick-Senkfuß beim Kind: Verwächst sich das?

Kinderfüße entzücken, aber manche bereiten ihren Eltern auch Sorgen, denn sie fürchten Fußfehlstellungen.

Bei Babys sieht es erst so aus, als ob sie Plattfüße haben, denn ihre Füße haben sich noch gar nicht richtig entwickelt. Es sind eher Knorpel und keine Knochen, die den Fuß formen, und jede Menge Babyspeck, die die kleinen Treter schützen. Das Fußgewölbe, also die Unterseite des Fußes, formt sich erst, wenn die Kleinen zu laufen beginnen. Diese geschwungene Anordnung der Fußknochen, die sich bis zum sechsten Lebensjahr formt, gibt Auskunft, ob man nun einen Plattfuß, Senkfuß, Hohlfuß oder eine andere Fußfehlstellung besitzt.

Barfuß laufen kann Plattfüße bei Kinder verhindern.

Worin unterscheiden sich Knick-Senkfuß und Plattfuß?

Ein Plattfuß zeichnet sich dadurch aus, dass das Längsgewölbe, das von der Ferse bis zum Vorderfußballen reicht, so eingesunken ist, dass fast die gesamte Fußfläche auftritt. Das ist die extremste Form. Beim Knick-Senkfuß ist das Fußgewölbe auch gesenkt, aber nicht so stark wie beim Plattfuß. Die Ferse ist nach außen geknickt, das lässt den Knöchel seitwärts hervorstechen.

Plattfuß - angeboren oder gemacht?

Nur zwei Prozent aller Kinder werden mit Plattfüßen geboren, alle anderen werden gemacht. Die Ursache ist eine Muskelschwäche und wenn die Kinder sich nicht richtig bewegen, können sich die Muskeln nicht entwickeln. Und leider spielt das Gewicht auch eine Rolle - übergewichtige Kinder haben eher Plattfüße. Außerdem führt falsches Schuhwerk zu den Fußfehlstellungen. Schuhe müssen immer bequem sein und man muss ausreichend Platz in ihnen haben.

Einlagen gegen Plattfüße?

Wenn die Kinder keine Schmerzen beim Gehen haben, müssen auch keine teuren Einlagen sein. Da gibt es eh oft Stress, da die Einlagen verwechselt werden und die Kinder sie auch nicht tragen wollen. "Kinder mit dem typischen flexiblen Plattfuß sollten nicht mit einer derartigen Korrektur belastet werden. Diese Maßnahmen sind oft nicht nur nutzlos, sondern auch teuer für Eltern und Gesundheitssystem", so der Wiener Orthopäde Martin Pfeiffer, der 2009 835 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren untersuchte. Erst wenn die Kinder tatsächlich unter ihrer Fußfehlstellung leiden und es ihnen wehtut, sollte man mit dem Orthopäden über mögliche Maßnahmen sprechen.

Was also tun gegen Plattfüße und Senkfüße?

Das ist das Schöne bei den Kindern, denn hier kann es sich noch verwachsen. Es gibt auch eine sehr einfache Methode - sie so oft wie möglich barfuß laufen lassen, und zwar auf Naturboden. Und sie auch zum Laufen bringen! Je mehr sie sich bewegen, desto besser ist es für den gesamten Muskelaufbau und darunter fallen auch die Muskeln im Fußgewölbe. Ist es zu kalt, kann man den Nachwuchs auch mit ABS-Socken über den Flur laufen lassen.

Dann gibt es bestimmte Übungen, die die Muskulatur stärken wie das Greifen von Stiften mit den Füßen. Auf Zehenspitzen gehen oder stehen. Oder auf der Ferse laufen. Man kann das Schleichen üben, indem man vorsichtig auftritt und dann langsam abrollt.

Fußfehlstellungen wie Plattfuß oder Knicksenkfuß kann man also im Kindesalter noch mit viel Bewegung und Gewichtskontrolle Einhalt gebieten. Doch wenn die Kinder über Schmerzen klagen, solltest du den Orthopäden aufsuchen.

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