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Vorsicht vor Zerkarien: Warum ein Tag am See zu bösem Hautausschlag führen kann

Sommer, Sonne, Badezeit: Ein Tag am Wasser ist bei hitzigen Temperaturen die perfekte Abkühlung. Doch aktuell kommen einige Badegäste mit einem fiesen Andenken von Weihern und Seen zurück: ein böser juckender Hautausschlag. Dafür verantwortlich sind Zerkarien, die aktuell wieder in einigen deutschen Seen vorkommen.

Zerkarien: Kleine Larven, die es in sich haben

Eine Horror-Vorstellung: Kleine Würmer bohren sich in die menschliche Haut. Das Resultat: Am ganzen Körper juckt es, es machen sich unangenehme Quaddeln breit. Ursache dafür sind kleinen Wurmlarven, die eine sogenannte Bade-Dermatitis bzw. Zerkarien-Dermatitis verursachen.

Die fiesen Auslöser sind mikroskopisch kleine Larven von Saugwürmern. Mit dem bloßen Auge sind die kleinen Larven nicht zu erkennen. Die Parasiten brauchen andere Lebewesen als Zwischen- oder Endwirte, um sich entwickeln und vermehren zu können.

Normalerweise besiedeln die Parasiten am liebsten Wasservögel wie Enten. Manchmal kann es aber vorkommen, dass sich die Larven etwas vertun und sich irrtümlich den Menschen als Wirt aussuchen. Die kleinen Fieslinge bohren sich dann in die Haut der Badenden. Dort endet ihre Eroberung dann allerdings schon, denn durch die Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers sterben die kleinen Tierchen ab. Als Abschiedsgeschenk hinterlassen sie jedoch juckende Quaddeln, ähnlich wie bei einem Mückenstich.

Bade-Dermatitis: Symptome und Auswirkungen

Die Stärke der Dermatitis hängt davon ab, wie viele Biester sich über den Menschen hermachen. Meist tritt schon wenige Minuten nach dem Befall mit Zerkarien ein Juckreiz auf, der – je nach Stärke des Befalls – gute sieben bis zehn Tage benötigt, um wieder abzuklingen. Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet, eine Bade-Dermatitis zu erleiden.

Typische Symptome und der Zeitverlauf

  • Innerhalb von 24 Stunden nach dem Badebesuch können rote Flecken entstehen.
  • Im Laufe von zwei bis drei Tagen können diese sich zu mückenstichartigen Quaddeln entwickeln und jucken.
  • Dieser Hautausschlag ist die Reaktion des Immunsystems unseres Körpers auf den Angriff der Zerkarien.
  • Mit der Zeit beruhigt sich die Haut wieder und der Ausschlag nimmt ab. Nach spätestens 18 Tagen sollte er vollständig verschwunden sein.

Zerkarien-Ausschlag behandeln: Das könnt ihr jetzt tun

Normalerweise ist die Bade-Dermatitis zwar unangenehm, aber harmlos. Trotzdem ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn nach dem Baden Beschwerden auftreten und ggf. auch das Gesundheitsamt zu informieren. Bei Bedarf können kühlende Gele wie Fenistil oder Soventol aufgetragen werden, um den Juckreiz zu mildern. In seltenen Fällen, bei besonders empfindlichen Personen, können auch schwerwiegendere Folgen wie Fieber, Übelkeit oder gar Schockzustände auftreten. Hier sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.

Ekelige Vorstellung, aber wichtig zu wissen: Das Verschlucken der Zerkarien ist völlig harmlos und löst keine Erkrankung aus. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

So schützt ihr euch vor Zerkarien

Erst einmal vorweg: Zerkarien können, unabhängig von der Hygiene oder Wasserqualität, in allen Badegewässern vorkommen. Im Hochsommer, wenn die Wassertemperatur bei über 20 Grad liegt, treten die Parasiten besonders häufig auf. Außerdem bevorzugen sie flaches Gewässer, weil die Temperaturen dort noch einmal etwas höher sind. Aktuell wird vor einigen Seen mit Zerkarienbefall im Raum Berlin, Hamburg und auch in NRW gewarnt.

Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg empfiehlt daher, Uferzonen und schilfreiche Bereiche, in denen Wasserschnecken auftreten, zu meiden. Wasserschnecken sind nämlich ebenfalls ein beliebter Wirt für die Larven. Ihr könnt euch vorher beim jeweiligen Umweltbundesamt eurer Region erkundigen, ob die Larven in betreffenden Seen gemeldet wurden.

Darauf könnt ihr beim Baden im See achten:

  • Achtet auf Infotafeln und füttert keine Wasservögel! Sie sind der Ausgangspunkt der Verbreitung der Larven.
  • Lasst keinen Müll am Badesee zurück! Denn Nahrungsreste und anderer Abfall können Enten, Krähen, Raben und andere (Wasser-)Vögel anlocken. Nehmt all euren Müll also lieber wieder mit nach Hause und entsorgt ihn dort oder haltet unterwegs nach Abfalleimern Ausschau.
  • Duscht euch nach dem Badebesuch nich, sondern rubbelt euch kräftig ab! Duschen könnte zur Vermehrung der Saugwürmer führen. Deshalb nach dem Baden im See lieber kräftig abrubbeln, so können die Larven, die noch nicht oder nur teilweise in die Haut eingedrungen sind, beseitigt werden.
  • Cremt euch gut ein! Auch wasserabweisende Sonnencreme kann vor einem Befall mit den Parasiten schützen, da sie den Biestern das Eindringen in die Haut erschwert.

Warnungen für bestimmte Seen gibt es regional. Kommt ein See allerdings häufiger als Verursacher der Bade-Dermatitis in Betracht, werden meist Schilder um das Gewässer herum angebracht, die vor einem starken Befall mit Zerkarien warnen. Haltet beim nächsten Tag am See also am besten die Augen offen.

Nicht nur juckende Zerkarien können uns die schönen Tage am See vermiesen. Auch fiese Stechmücken verpieken uns so manchen schönen Sommerabend. Mit dem richtigen Mückenschutz könnt ihr die Biester aber abwehren.

Wenn ihr häufig in See unterwegs seid, ist es wichtig, dass eure Kinder schwimmen können. Ihr bringt es ihnen selbst bei? Dann haben wir hier noch ein paar Tipps:

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Bildquelle: Getty Images/Yobro10

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