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Kunst mit Kindern: Durch diese Tipps fördert ihr die Kreativität eurer Kinder

Werdet kreativ

Kunst mit Kindern: Durch diese Tipps fördert ihr die Kreativität eurer Kinder

Kunst mit Kindern ist super vielfältig und weit mehr, als nur ein Bild malen. Kunst fördert die Kreativität, das Selbstvertrauen und die Vorstellungskraft unseres Nachwuchses. Außerdem bietet sie die Möglichkeit auf einer ganz neuen Ebene miteinander ins Gespräch zu kommen. Zeit, sich mehr mit Kunst mit Kindern zu beschäftigen.

Erste Zeichnungen sind nicht unbedingt Kunst

Die ersten Zeichnungen unseres Nachwuchses sind etwas ganz besonders. Wie alle haben sie freudig gefeiert, die ersten Krakeleien, die unsere Kinder da aufs Papier kritzelten. Sie waren stolz auf sich und wir noch ein bisschen stolzer. Allerdings verliert sich das eben mit der Zeit, das 100. Bild wird definitiv nicht mehr so enthusiastisch beklatscht. Irgendwann werden die vielen Bilder eher zu einer logistischen Herausforderung, denn wir Eltern können einfach nicht jede Kritzelei aufheben. Kunst mit Kindern bedeutet immer auch: Viele kleine Kunstwerke, die nicht unbedingt aufgehoben werden müssen.

Sind Skizzen Kunst oder Müll?

Dabei passiert genau das immer wieder, hochdotierte, anerkannte Künstler*innen malen oder zeichnen kleine Skizzen, die dann für sehr viel Geld verkauft werden. Es gibt ab und zu Rechtsstreitigkeiten deswegen, zuletzt beim Maler Gerhard Richter, der einige Skizzen in den Müll warf, die dann dort herausgefischt und verkauft werden sollten. Ein Gericht entschied: Das ist nicht zulässig, Richter hatte beschlossen, diese Skizzen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Nicht alle werden Künstler*innen

Nun werden vermutlich die wenigsten Kinder weltberühmte Maler werden, ihr könnt also getrost auch das ein oder andere Bild wegschmeißen (und die hübschen Bilder vielleicht vorher fotografieren, so sind sie ja noch irgendwie da) Ihr könnt aber sehr gut Kunst mit Kindern machen. Weil jede Form von Beschäftigung mit Kunst den Geist anregt und weil Kinder an sich einfach super kreativ sind. Sie sehen vieles, was wir Erwachsene vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen. Sie staunen noch über die Welt, während unser Blick leider öfter schon eingeschränkt ist. Deswegen macht Kunst mit Kindern ja auch soviel Spaß, weil wir, wenn wir uns darauf einlassen, jede Menge lernen können.

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Warum sollten Eltern Kunst mit Kindern machen?

Neben der gemeinsam verbrachten Zeit, lernen eure Kinder auch jede Menge. Gerade wenn ihr ihnen Dinge zum Anfassen gebt, Fingerfarbe oder Knete zum Beispiel, können sie kreativ sein und Sachen, die sie beschäftigen, verarbeiten. Was aussieht wie ein großes Gematsche, sorgt auch für Ruhe in ihren Köpfen. Weil sie im kreativen Prozess nachspielen können, was sie bewegt. So zeigt sich zum Beispiel, dass bei Wackelzahnkindern viele Bilder an Zähne erinnern, auch wenn sie eigentlich Berge oder Häuser zeigen wollen.

Bei Kleinkindern hingegen gibt es in den ersten Jahren viele Bilder, die Kreise zeigen. Wissenschaftler*innen sind sich einig, dass diese Kreise etwas mit der Reife im Gehirn zu tun haben. Erst ungefähr ab dem vierten Lebensjahr können Kinder dann auch andere Striche zeichnen und figuratives Malen wird möglich.

Kunst mit Kindern: So wirkt sie auf Kinder

Kunst mit Kindern regt verschiedene Bereiche im Gehirn an und das hat zur Folge, dass unsere Kinder sich besser entwickeln.

  • Kinder lernen, sich mit Kunst auszudrücken und Neues zu erschaffen. Das gibt ihnen Selbstvertrauen.
  • Die Vorstellungskraft unseres Nachwuchses entwickelt sich mit jedem neuen Kunstwerk. Sie müssen planen und überlegen und ausprobieren. Das schult auch die Wahrnehmunsfähigkeit.
  • Das Beschäftigen mit Kunst fördert neue Sicht- und Denkweisen. Kinder lernen, genauer hinzuschauen, zu überlegen, was ihnen (nicht) gefällt und das im Gespräch zu erklären.
  • Fantasie und Kreativität werden angeregt.

Was macht Kunst mit Kindern?

Kunst kann Kindern die Welt erklären. Das bedeutet nicht, dass ihr lauter (virtuelle) Museumsrundgänge mit euren Kindern planen müsst, das wird vermutlich die meisten Kleinen sehr langweilen. Aber einzelne Bilder, die könnt ihr euch anschauen. Ich lese mit meiner Sechsjährigen zur Zeit im Buch "Die Welt der Bilder für Kinder" (z.B. bei Amazon für 19,90€). Wir lernen gemeinsam verschiedene bedeutende Kunstwerke der Geschichte kennen und können einander erklären, was wir da eigentlich genau sehen. Oft sieht mein Kind sehr viel mehr Details als ich.

Hört Kindern zu!

Lasst euch erzählen, was eure Kinder auf den Kunstwerken erkennen. Vielleicht können eure Kleinen auch nachmalen, was sie sehen, oder ihr bittet um eine eigene Interpretation des Bildes. Kunst mit Kindern ist spannend, aber es braucht hier tatsächlich euch Eltern als Leitstern, wenn es um mehr gehen soll, als das Malen von Bildern.

Kunst mit Kindern mit verschiedenen Materialien

In vielen Kindergärten wird mit verschiedenen Materialien gearbeitet, von Knete über Ton bis hin zu Holz. Greift die natürliche Neugier eurer Kinder auf und lasst euch erklären, welches Material sie ausprobieren wollen. Es kann Kunst sein, mit einem Kinderschnitzmesser, (z.B. aus dem Buch "Meine Schnitzwerkstatt mit Opinel-Kindermesser für 19,90€ bei Amazon) kleine Dinge aus Holz aus dem Wald zu schnitzen.

Oder ihr nutzt ein Kinderkunstbuch wie beispielsweise das wirklich schöne Buch "Malen und Zeichnen wie die großen Künstler" (z.b. 24,90€ bei Amazon), um die Phantasie eurer Kinder anzuregen. Hier werden verschiedene große Maler*innen gezeigt und ihre Techniken erklärt.

Es ist sicher hilfreich, das mit euren Kindern gemeinsam zu erleben, allein sitzen die wenigsten Kinder vor einem Kunstbuch. Es heißt ja nicht umsonst Kunst mit Kindern.

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Kunst mit Kindern: Auch Kunstgeschichte ist interessant

Ältere Kinder interessieren sich durchaus auch für Kunstgeschichte. Mit ihnen könnt ihr das Leben verschiedener Künstler entdecken und dann die Werke besprechen. Das mag zunächst vielleicht etwas komisch sein, manchmal haben wir Eltern ja eine Scheu vor Themen. Und Kunst ist vielleicht so ein Thema. Aber, und das ist wirklich gut: Kunst berührt alle. Und wir alle haben auch immer eine Meinung zu ihr. Vielleicht seid ihr keine ausgewiesenen Kunstexpert*innen, aber das macht nichts. Bestimmte Bilder sprechen euch an, ihr findet sie schön, andere hässlich oder nichtssagend. Und genau darüber könnt ihr doch mit eurem Nachwuchs reden.

Für tiefere Analysen und auch Einblicke in die Kunstgeschichte gibt es so viele tolle Bücher. "Vincents Sternennacht und andere Geschichten" ( z.B. bei Amazon für 29,90€ ) spannt einen Bogen von der Höhlenmalerei bis zu aktuellen Künstler*innen. Ihr könnt gemeinsam darin schmöckern und euch für eigene Kunstwerke inspirieren lassen.

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Kunst mit Kindern ist eine Mischung aus Erklären und selbst ausprobieren

Kunst mit Kindern ist immer eine Mischung aus Informationen weitergeben und Dinge selbst ausprobieren. Es ist aber vor allem eine ganz tolle Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Vielleicht könntet ihr, statt der immer gleichen Frage nach: "Was gab es zum Mittagessen" ja eure Kinder auffordern, das Mittagessen mal aufzumalen. Vielleicht bekommt ihr Nudeln mit Tomatensoße gezeichnet. Aber vielleicht auch etwas ganz anderes. Warum hat euer Nachwuchs das gemalt, wieso diese und nicht jene Farbe benutzt? Das sind alles Gesprächsangebote, die letztlich dafür sorgen, dass wir mehr und intensiver mit unseren Kindern reden.

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Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Ich liebe die Zeichnungen meiner Kinder und die Kreativität, die sie dabei versprühen. Ich mag aber fast noch mehr, wenn sie etwas basteln und sich genau überlegen, was sie dafür von mir brauchen. Ich selbst bastele eher ungern, aber zum Glück wollen meine Kinder mich auch nur in ihrer Nähe haben, ich bin im kreativen Prozess selbst nicht beteiligt. So freue ich mich im Anschluss über die Bastelarbeit an der Biene aus einer Konservendose oder dem Washi-Tape, was großzügig auf Blätter geklebt wurde und eine ganze Landschaft darstellen soll.

Bildquelle: getty images / SolStock

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