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Peppa Wutz in der Kritik: Warum wir das freche Ferkel trotz allem toll finden!

Rosa Schnauze?

Peppa Wutz in der Kritik: Warum wir das freche Ferkel trotz allem toll finden!

Die Show Peppa Wutz wird derzeit heiß diskutiert. Aber nicht, weil gerade die Award-Season beginnt: An den Inhalten der Zeichentrickserie scheiden sich die Geister der Eltern. Während Peppa Pig und ihre süße Familie von einigen für ihre Authentizität geliebt wird, beschweren sich andere über ihr loses Mundwerk.

Peppa Wutz ist wirklich überall: Neben der Serie, die über Netflix, Amazon Prime und auf Ki.Ka läuft, kommt auch jede Menge Merchandise und der britische Themenpark Peppa Pig World dazu. Und auch bei uns hielt letztes Jahr Peppa Land im Heidepark Soltau Einzug. Fanartikel wie Plüschtiere, Bücher und Geschirr machen allein in den UK jährlich über 200 Mio. Pfund Einnahmen. Keine Frage: Peppa Pig is big!

Was ist Peppa Wutz?

Ihr kennt Peppa noch nicht? Dann habt ihr wahrscheinlich keine Kinder oder sie sind schon groß! Peppa Pig (dt. Peppa Wutz) ist eine Zeichentrickserie, die 2004 in Großbritannien startete und mittlerweile in 180 Ländern läuft. Die fünfminütigen Episoden erzählen aus dem Alltag des Schweinemädchens Peppa, ihres kleinen Bruders George (dt. Schorsch) und ihren Eltern Mummy Pig (dt. Mama Wutz) und Daddy Pig (dt. Papa Wutz.)

Auch mein 2,5-Jähriger guckt gerne Peppa – und das ist meine Schuld. Im Vergleich zu anderen Shows finde ich sie nämlich super: auf Augenhöhe, nicht über-animiert, ruhig und ohne Themen, die Angst machen. So kann ich den Bildschirm auch mal laufen lassen und aus dem Zimmer gehen. Dennoch ist Peppa auch eine Show für die Familie: Die Themen sind für Kinder und Erwachsene zugänglich. Nichts wird verniedlicht, Eltern finden sich in Alltagssituationen wieder und müssen schmunzeln.

peppa wutz
Offscreen: Peppa ist bei uns fester Teil des Frühstücks.

Ist Peppa Wutz gut für Kinder?

Es gibt jede Menge Shows für Kinder im Angebot: Paw Patrol, Tayo, Connie – und ja, für alle, die nicht über Amazon Prime und Netflix gucken, natürlich auch das Sandmännchen und die Sendung mit der Maus. Mir ist Peppa Pig (wir schauen mit unserem kleinen Muttersprachler auf Englisch) am liebsten, denn von Disney-Filmen, Kleinkind-Games und Co. ist unser Kleiner schnell überfordert.

Peppa ist deshalb so super, weil sie Situationen aus dem täglichen Leben beschreibt, die schon die Kleinsten verstehen können: Es regnet, aber halb so schlimm, denn danach gibt es Pfützen! Peppa ist krank, also muss sie im Bett bleiben. Schorsch probiert auch mal Salat, wenn er in Dinosaurier-Form arrangiert wurde.

Ist Peppa Wutz zu frech?

Derzeit steht Peppa in Deutschland für ihr loses Mundwerk in der Kritik. Da wir auf Englisch schauen, fällt mir auf: Das ist vor allem Übersetzungssache. So bezeichnet die deutsche Peppa ihren Papa gerne als dumm. Im Englischen ist ihr “Silly Daddy!” dabei eine alltägliche Redewendung, die sich frei etwa in ein liebevolles “Du bist ja lustig!” übersetzen lässt. Dazu kann sie auch sehr höflich sein: "Das ist aber köstlich!" oder "Mami, du bist wunderschön!" wird auch gerne von unseren Kids aus der Redaktion übernommen.

Wenn Peppa dann laut deklariert: “Nein, ich will nicht mit dir spielen!” – “Du machst das falsch!” oder “Du darfst das nicht!”, dann ist das doch eigentlich sehr altersgerecht und mutig. Und: Jede Episode endet im Guten. Wenn Peppa sich also mal frech “aufführt”, andere verletzt oder Fehler macht, dann lernt sie am Ende, wie es richtig geht. Und mit ihr unsere Kids!

Peppa Wutz als schlechtes Vorbild?

In den sozialen Medien berichten Eltern, wie Kinder sich Peppas frechen Umgangston gezielt abgucken. Auch bei uns wird oft von und auch wie Peppa gesprochen, und der australische Akzent meines Kleinen rutscht immer mehr ins Britische ab. Dabei versteht er noch nicht, dass Peppa keine echte Person ist: Kinder können Fantasie und Realität bis zur Grundschulalter nur schwer trennen. Und auch ältere Kinder denken garantiert: Wenn Peppa das kann, kann ich das auch!

Was soll ich sagen, ich find's super! Denn alles, was unsere Kids in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Fantasie bestärkt, ist eine Stütze fürs wirkliche Leben. Und wenn sie sich von den frechen Ausdrücken der unschuldigen Peppa was abgucken –  was soll’s. Wir Eltern wuchsen mit Bugs Bunny und Tom & Jerry auf. Trotzdem versuchen wohl die wenigsten, Konflikte wie Kojote mit einer Stange Dynamit oder wie Tom mit dem Holzhammer zu lösen.

Peppa Pig zur Kommunikation nutzen

Der springende Punkt ist: Wer Peppa Wutz nicht mag, der schaut sie nicht an. In Zeiten von Streaming-Plattformen, Smartphones und Tablets gibt es jede Menge Alternativen. Und dass unsere Kids nicht stundenlang vorm Bildschirm hängen sollten, ist ja auch klar (hier geht's zur WHO-Empfehlung).

So hat Peppa vielleicht maximal eine Stunde täglich Einfluss auf unsere Kinder. Unser Umgangston und die Gespräche, die wir mit ihnen in der restlichen Zeit führen, überwiegt also um ein Vielfaches! Und das Gesehene lässt sich da super einbinden. Wenn wir im Nachhinein darüber sprechen, was bei Peppa heute passiert ist, zeigen wir Interesse an den Vorlieben unserer Kids. Und unser Kleiner hat dabei jede Menge Fragen und lernt dazu!

Macht Peppa Pig süchtig?

Wahr ist aber: Peppa Pig ist eine echte Droge für Kinder! Sie verarbeiten Neues in Rollenspielen und - genau wie wir auch - in Gesprächen. Und lassen sich von Impressionen inspirieren.

Deshalb ist es an uns, Grenzen zu setzen, Erlebtes zu erklären und ihnen als Digital Natives den verantwortungsvollen Umgang mit Bildschirmen vorzuleben. Dann ist auch etwas Peppa Wutz überhaupt kein Problem. Und ganz ehrlich: Lieber als der Holzhammer ist mir ein gelegentliches “Silly Mummy!” allemal.

Wie geht es euch? Liebt ihr Peppa oder wünscht ihr euch, sie wäre nie in euer Leben getreten? Schreibt uns auf Facebook! Lust zum Weiterlesen? Das sagen unsere KollegInnen bei desired zum Thema.

Bildquelle: familie.de

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