Schwimmhilfen im Test: TÜV warnt vor Sicherheitsmängeln

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Schwimmhilfen im Test: TÜV warnt vor Sicherheitsmängeln

Nicht jede Schwimmhilfe ist für Babys und Kleinkinder auch wirklich eine Hilfe. Gerade billige Modelle werden schnell zur Gefahr für Nichtschwimmer. Wir erklären, auf welche Kennzeichnung Sie beim Kauf unbedingt achten müssen.

Sommer, Sonne, Badespaß: Ein Dreiklang, der Kinderaugen strahlen lässt. Doch bevor sich die kleinen Nichtschwimmer ins Wasser stürzen dürfen, werden noch die richtigen Schwimmhilfen angelegt. Schwimmsitze, -westen, -flügel oder -gürtel, die Auswahl ist groß. Doch nicht jedes Angebot ist auch wirklich sicher.
Vor allem vor Schwimmsitzen und Schwimmringen warnen Experten immer wieder. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) spricht sich gegen diese Schwimmhilfen aus. „Als Hilfsmittel für die Wassergewöhnung sind die Sitze völlig ungeeignet, weil sie den direkten Kontakt mit dem Wasser verhindern und zudem eine trügerische Sicherheit vermitteln", erklärt Helmut Stöhr von der DLRG.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die unabhängige Prüforganisation TÜV Rheinland. In einem großen Produkttest wurden verschiedene Schwimmhilfen geprüft. Das Ergebnis: Vor allem billige Modelle aus dem Ausland, die gerne im Urlaub gekauft werden, können für Kleinkinder sogar lebensgefährlich werden. Die Test-Dummys sind zum Teil aus dem Sitz gerutscht oder im Wasser sofort gekentert.
Der TÜV weist deshalb darauf hin, dass Schwimmhilfen unbedingt eine bestimmt Prüfnorm, also festgelegte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Achten Sie beim Kauf von Schwimmhilfen auf folgende Kennung: EN 13138-1. Nur wenn diese sichtbar auf der Verpackung steht, können Sie sich sicher sein, dass die Schwimmhilfen auch wirklich eine Hilfe und keine zusätzliche Gefahr sind.
Ohnehin gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Schwimmhilfen für Babys und Kleinkinder, Schwimm-Lernhilfen und Wasserspielzeug. Aufblasbare Ringe, Tiere oder Wasserinseln sind ebenso wenig für Nichtschwimmer geeignet wie Luftmatrazen. Sie schützen nicht vor dem Ertrinken und dürfen demnach auch nicht mit der TÜV-Kennung EN 13138-1 versehen werden. Schwimm-Lernhilfen sind zum Beispiel Schwimmnudeln oder Schwimmbretter. Sie eignen sich gut zum Schwimmen lernen, allerdings sollte sich das Kind dafür schon alleine über Wasser halten können.

Swimmhilfen ersetzen nicht die Aufsichtspflicht

Zusätzlich zur Sicherheitsnorm sollten Sie auch auf das Gütesiegel GS achten. Denn auch die Schadstoffbelastung der Schwimmhilfen wird regelmäßig überprüft. Vor allem die Weichmacher DINCH und DEHT dürfen einen festgelegten Grenzwert nicht überschreiten. Sie stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Riechen die Schwimmhilfen also extrem nach Plastik, lieber Finger weg.
Außerdem erkennen Sie gute Produkte daran, dass sie keine scharfen Kanten haben, Aufblasventile mit Rückschlagkappen und mindestens zwei Luftkammern besitzen. Falls eine Kammer defekt ist, hält die zweite den Nichtschwimmer immer noch über Wasser.
Dennoch gilt generell: Lassen Sie Ihre Kinder trotz Schwimmhilfe nie unbeaufsichtigt im Wasser planschen. Viele Unfälle im Wasser sind nicht den schlechten Schwimmhilfen geschuldet und hätten durch rechtzeitiges Eingreifen der Eltern verhindert werden können.

Schwimmhilfen für Babys und Kleinkinder

Schwimmhilfen für Babys und Kleinkinder
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