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Schwimmhilfen für Kleinkinder: einige Modelle können sogar gefährlich werden

Schwimmhilfen für Kleinkinder: einige Modelle können sogar gefährlich werden

Sicherheit

Sommer, Sonne, Badespaß: Doch bevor es ins Wasser geht, sind Schwimmhilfen für Kleinkinder Pflicht. Leider sind jedoch nicht alle Modelle sicher, einige Schwimmhilfen können für kleine Nichtschwimmer sogar gefährlich werden. 

Schwimmhilfen geben Kleinkindern im Wasser einen positiven Auftrieb, deshalb werden sie auch "Auftriebshilfen" genannt. Für Kleinkinder sind das zum Beispiel Schwimmsitze, Schwimmflügel oder auch Schwimmscheiben und Schwimmgürtel.

ABER: Auftriebshilfen bieten keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken. Das können letztlich nur Rettungswesten leisten, weil sie den Kopf über Wasser halten und vor dem Untergehen schützen.

Aufblasbare Luftmatratzen, Schwimmtiere oder Reifen sind Spielzeuge und auf keinen Fall als Schwimmhilfen für Kleinkinder geeignet. Allgemein gilt: Lasst euer Kleinkind – auch mit Schwimmhilfen – nie unbeaufsichtigt im Wasser planschen.

Schwimmhilfen für Kleinkinder: Das bietet der Handel

Schwimmsitze
Der klassische Schwimmsitz ist eigentlich für Babys im ersten Lebensjahr und bis zu einem Gewicht von etwa 11 kg ausgelegt. Für ältere Kinder bis 36 Monate bietet der Handel Schwimmringe mit Sitzfunktion, wie zum Beispiel die Float- Schwimmhilfe von Index, erhältlich für rund 8 € bei Babywalz.

Schwimmflügel
Schwimmflügel sind Luftkissen, die aufgeblasen um die Oberarme des Kindes gelegt werden. Das Model Cherek´s Kraulquappen bei Amazon für rund 30 € bietet besonders viel Armfreiheit durch seine runde Form.

Schwimmscheiben
Schwimmscheiben werden ebenso wie Schwimmflügel am Oberarm getragen. Jedoch sorgt nicht Luft, sondern fester Schaumstoff für den Auftrieb. Bei dem Schwimmscheiben-Set von Delphin bei Amazon für rund 25 € kann man die Anzahl der Scheiben pro Arm stufenweise reduzieren. Je sicherer das Kind also im Wasser wird, desto weniger Auftrieb braucht es bei den Schwimmbewegungen.

Schwimmgürtel
Schwimmgürtel bestehen aus einzelnen Schaumstoffblöcken, die Kinder mithilfe eines Gurts um die Hüfte tragen. Die kunterbunten Schwimmgürtel Sealife von Beka gibt es bei MyToys für rund 13 €.

PI-PE Schwimmgürtel für Kinder
PI-PE Schwimmgürtel für Kinder

Schwimmhilfen für Kleinkinder: Davor warnen Experten

Vor allem vor Schwimmsitzen und Schwimmringen warnen Experten immer wieder. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) spricht sich gegen diese Schwimmhilfen für Kleinkinder aus. „Als Hilfsmittel für die Wassergewöhnung sind die Sitze völlig ungeeignet, weil sie den direkten Kontakt mit dem Wasser verhindern und zudem eine trügerische Sicherheit vermitteln", erklärt Helmut Stöhr von der DLRG.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die unabhängige Prüforganisation TÜV Rheinland. In einem großen Produkttest wurden verschiedene Schwimmhilfen geprüft. Das Ergebnis: Vor allem billige Modelle aus dem Ausland, die gerne im Urlaub gekauft werden, können für Kleinkinder sogar lebensgefährlich werden. Die Test-Dummys sind zum Teil aus dem Sitz gerutscht oder im Wasser sofort gekentert.

Schwimmhilfen für Kleinkinder: Diese Kennzeichnungen geben Sicherheit

Der TÜV weist darauf hin, dass Schwimmhilfen unbedingt eine bestimmte Prüfnorm, also festgelegte Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Achtet deshalb beim Kauf von Schwimmhilfen für Kleinkinder auf folgende Kennung: EN 13138-1. Nur wenn diese sichtbar auf der Verpackung steht, könnt ihr sicher sein, dass die Schwimmhilfen auch wirklich eine Hilfe und keine zusätzliche Gefahr sind.

Flipper Swimsafe - Schwimmhilfe, ab 12 Monate
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Neben der Sicherheitsnorm solltet ihr auf das Gütesiegel GS achten. Denn auch die Schadstoffbelastung der Schwimmhilfen wird regelmäßig überprüft. Vor allem die Weichmacher DINCH und DEHT dürfen einen festgelegten Grenzwert nicht überschreiten. Sie stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Riechen die Schwimmhilfen also extrem nach Plastik, lieber Finger weg.

Außerdem erkennt ihr gute Produkte daran, dass sie keine scharfen Kanten haben und mit Aufblasventilen mit Rückschlagkappen sowie mindestens zwei Luftkammern ausgestattet sind. Falls eine Kammer defekt ist, hält die zweite den Nichtschwimmer nämlich immer noch über Wasser.

Schwimmhilfen für Babys und Kleinkinder: Diese Modelle geben Sicherheit

Schwimmhilfen für Babys und Kleinkinder: Diese Modelle geben Sicherheit
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Nie aus den Augen lassen!

Ich bin ehrlich: Bislang habe ich mich nicht mit Kennzeichnungen von Schwimmhilfen beschäftigt. Da es solch gravierende Sicherheitsmängel gibt, bin ich ab sofort aufmerksamer. Wenn meine Kleine badet, lasse ich sie aber auch mit Schwimmhilfen nicht aus den Augen. Zum Glück kann wenigstens die Große schon schwimmen.

Bildquelle: GettyImages/Halfpoint
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