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Sekundäres Ertrinken erkennen und richtig handeln

Sekundäres Ertrinken erkennen und richtig handeln

Unterschätze Gefahr

Auch ein scheinbar harmloser Badeunfall kann lebensbedrohliche Folgen haben. Was sekundäres Ertrinken bedeutet und auf welche Symptome ihr als Eltern unbedingt achten solltet.

Im Sommer 2017 ereilte uns eine Schreckensnachricht aus den USA: Dort ist ein Vierjähriger an den Folgen eines zunächst harmlos scheinenden Badeunfalls ums Leben gekommen, berichtet unter anderem das US-People Magazine. Beim Spielen im knietiefen Wasser überraschte den Jungen eine Welle und er geriet kurz mit dem Kopf unter Wasser. Doch es sei alles in Ordnung, sagte er seinen herbeigeeilten Eltern und spielte scheinbar unbehelligt weiter. Frankie, so der Name des Jungen, zeigte keinerlei Symptome, bis zum nächsten Tag. Da bekam er Durchfall und erbrach.

Ein Magen-Darm-Infekt, dachten sich seine Eltern. Bei Kindern ist das schließlich keine Seltenheit, deshalb sahen sie keine Notwendigkeit zum Arzt zu gehen. Eine folgenschwere Fehleinschätzung, wie sie heute wissen. Frankies Zustand verschlechterte sich in den folgenden Tagen, bis er eines Nachts, eine Woche nach dem Badeunfall, plötzlich erwachte und über Schmerzen in der Schulter klagte. Noch immer unterschätzte Frankies Vater die Situation, wollte mit dem Jungen erst am nächsten Tag zum Arzt. Doch dazu kam es nicht mehr: Frankie starb noch in derselben Nacht.

Frankies Eltern wendeten sich mit ihrer tragischen Geschichte an die Öffentlichkeit, wollen andere Eltern warnen und sie für die Gefahren des sogenannten sekundären Ertrinkens sensibilisieren.

Das versteht man unter sekundärem Ertrinken

Was Frankies Eltern damals noch nicht wussten: Auch ein scheinbar harmloser Badeunfall kann lebensgefährliche Folgen haben. Mediziner sprechen vom sekundären oder verzögerten Ertrinken, wenn ein Mensch über 24 Stunden nach einem überlebten Badeunfall an daraus resultierenden Komplikationen stirbt.

Das Problem: Eingeatmetes Wasser, das in die Lunge gelangt und dort Entzündungen und Schwellungen verursacht, die den Gasaustausch empfindlich stören. Die Folge ist ein zunehmender Sauerstoffmangel, der – wenn nicht rechtzeitig behandelt – früher oder später zum Tod führen kann.

Insbesondere Kinder sind gefährdet, denn bei ihrem (noch) kleinen Körpervolumen reichen schon winzige Wassermengen aus, um die geschilderten Probleme zu verursachen. Und wie der Fall Frankie zeigt, reicht manchmal schon ein kurzes aber unvorhergesehenes Untertauchen aus, um zur Lebensgefahr zu werden.

Wie erkennt man sekundäres Ertrinken?

Deshalb solltet ihr die Symptome des sekundären Ertrinkens oder stillen Ertrinkens kennen. Diese treten erst einige Zeit nach einem Badeunfall* auf, wobei es direkt danach noch keine erkennbaren Beschwerden gab.

Symptome oder Anzeichen für sekundäres Ertrinken

  • starkes Husten
  • auffällig schnelle Atmung
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • bläulich verfärbte Lippen
  • das Kind wirkt teilnahmslos

*Als Badeunfall ist es in diesem Fall zu verstehen, wenn das Kind unerwartet unter Wasser gerät oder anderswie versehentlich Wasser einatmet, was zum Beispiel auch beim Sprung ins kalte Wasser passieren kann, wenn sich das Kind vorher nicht an die Wassertemperatur gewöhnt hat.

Wie lange kann sekundäres Ertrinken auftreten?

Fallen euch diese Symptome auch noch einen oder zwei Tage nach einem Badeausflug auf, solltet ihr sie vorsichtshalber von einem Arzt abklären lassen. Verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Kindes plötzlich und rapide, ist in jedem Fall ein Notarzt zu rufen!

Kinder beim Baden niemals unbeaufsichtigt lassen

Das sollte allen Eltern klar sein: Beim Baden und Spielen am Wasser sollten Kinder niemals unbeaufsichtigt sein. Zu schnell ist es passiert und der Nachwuchs plumpst in den Gartenteich oder wird im Meer von einer Welle erfasst. Um die Gefahr tödlicher Badeunfälle zu reduzieren, sollten Kinder außerdem so früh wie möglich schwimmen können.

Gerade erst hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wieder Alarm geschlagen: Immer weniger Grundschüler in Deutschland können schwimmen. Legt Wert darauf, dass dein Kind einen guten Schwimmkurs besucht, oder bringe es ihm selbst bei. Im Zweifel könnte es Leben retten! Außerdem solltest du hin und wieder deine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen: In unserem Artikel Erste Hilfe bei Ertrinken findest du die wichtigsten Maßnahmen.

Ob Frankie schwimmen konnte oder nicht, das wissen wir nicht. Aber das spielte in seinem traurigen Fall leider auch keine Rolle. Denn der Junge hatte keinen Badeunfall, bei dem Schwimmen hätte helfen können. Ihm ging es scheinbar gut und später waren seine Symptome diffus. Seine Eltern, die vorher noch nie vom sekundären Ertrinken gehört hatten, konnten sie einfach nicht richtig deuten.

Deshalb wollten Frankies Eltern mit ihrer Geschichte andere Eltern darüber aufklären. Und scheinbar haben sie damit bereits ein Leben gerettet: Ein Vater berichtet im US-People Magazine, dass er von Frankie gelesen hat und in Folge dessen die Anzeichen bei seinem zweijährigen Sohn richtig deuten konnte – der Kleine konnte dank rechtzeitiger ärztlicher Hilfe gerettet werden.

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Bildquelle: Getty Images/LeManna
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