Erste Hilfe an Baby und Kind

Kleinkind

Erste Hilfe an Baby und Kind

Erste Hilfe kann im Notfall Leben retten. Daher sollten Sie Ihren Kenntnisstand dazu regelmäßig auffrischen. Wir informieren Sie über die richtigen Handlungsweisen in Notsituationen.

Wenn Babys und Kinder die Welt entdecken, bleiben Unfälle leider nicht immer aus. Schürfwunden und blaue Flecken sind dabei noch die harmlosesten Folgen. Bei ernsteren Verletzungen gilt es schnell zu handeln. Wir erklären Ihnen hier und auf den Folgeseiten die wichtigsten Erste Hilfe-Maßnahmen bei Babys und Kindern.

Erste Hilfe: Die Grundlagen

➤ Lebenswichtige Funktionen prüfen
Nur wer ruhig bleibt, kann die Situation vollkommen überblicken und wertvolle Informationen zum Unfallgeschehen sammeln – Was ist passiert, was ist Ursache der Verletzung und wie schwer ist diese? Besteht noch immer eine Gefahrensituation (z.B. im Straßenverkehr), dann bringen Sie das Kind zunächst in Sicherheit, ohne dabei Ihren eigenen Schutz zu vernachlässigen. Ist das Kind bei Bewusstsein, beruhigen Sie es und sorgen Sie dafür, dass es nicht auskühlt. Überprüfen Sie dann die lebenswichtigen Funktionen des Kindes. Ist es bei Bewusstsein? Funktioniert die Atmung und ist der Kreislauf in Ordnung? Sollte eine dieser drei Körperfunktionen gestört sein, müssen Sie lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten, bevor Sie einen Notruf (112) durchführen.
➤ Bewusstlosigkeit
Das Kind reagiert nicht auf lautes Ansprechen oder Berührungen, atmet aber noch. Sie müssen das Kind in die stabile Seitenlage bringen! Die verhindert, dass Fremdkörper in die Atemwege gelangen oder die erschlaffte Zunge die Atemwege blockiert.
➤ Atemstillstand
Ob das Kind atmet, überprüfen Sie, indem Sie Ihre Wange an dessen Gesicht halten – spüren Sie Atemluft? Hören Sie Atemgeräusche? Hebt und senkt sich der Brustkorb? Wenn das Kind nicht mehr atmet, sollten Sie zunächst überprüfen, ob der Mund-Rachen-Raum frei von Fremdkörpern ist. Dazu überstrecken Sie den Kopf des Kindes leicht. Etwaige Fremdkörper durch Klopf- oder Heimlich-Methode entfernen. Lässt sich kein Fremdkörper erkennen, muss das Kind beatmet werden.
➤ Herz-Kreislauf-Stillstand
Solange sich das Kind bewegt, hustet und/oder amtet ist noch ein Kreislauf vorhanden. Sollten Sie die Pulskontrolle beherrschen, können Sie auch damit die Herz-Kreislauffunktion überprüfen. Bei einem Stillstand, ist so schnell wie möglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen!

Quellen: Die Johanniter Ratgeber "Erste Hilfe am Kind - Notfälle im Säuglings- und Kindesalter", www.kindernotfalltraining.de)
Info: Diese und folgende Seiten wurden auf Grundlage des Ratgebers "Die Johanniter: Erste Hilfe am Kind - Notfälle im Säuglings- und Kindesalter" erstellt und im Anschluss daran vom fachkundigen Experten überprüft.

Erste Hilfe: Wundversorgung

Zu Wunden kommt es bei Kindern schnell. Bei jeder Wunde mit Blutaustritt bestehen grundsätzlich die Gefahren von hohem Blutverlust, Schmerzen und Infektionen. Deshalb ist jede Wunde möglichst schnell und keimfrei zu versorgen.

Wunden versorgen

Für einen Druckverband benötigen Sie eine Kompresse, ein Druckpolster und ein Dreieckstuch.

Ursache: Verletzungen der Haut durch Stürze und Schnitte.
Symptome:
• sichtbare Wunde mit Blutaustritt
• Blutflecken an der Kleidung
• Schmerzen
• evtl. Fremdkörper in der Wunde

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Wunden:

➤ Kind im sitzen oder liegen
behandeln
➤ betroffene Extremitäten hochhalten
➤ bei Wunden, die einer medizinischen
Begutachtung bedürfen,
keine Desinfektionsmittel
verwenden
➤ bei klaffenden Wunden und
unsauberen Wundrändern einen
Arzt aufsuchen
➤ Blutung so keimarm wie möglich
abdecken und stillen (Einmalhandschuhe verwenden!)
So versorgen Sie verschiedene Blutungen richtig:
1. Tropfende Blutung: Wundschnellverband
2. Rinnende Blutung: ggf. Wundschnellverband, Verbandpäckchen oder
Pflasterverband
3. Lebensbedrohliche, stark spritzende oder fließende Blutung: an den
Extremitäten: hochhalten, abdrücken, Druckverband, notfalls Abbinden;
an Kopf und Rumpf: Kompresse aufdrücken; frühzeitig Schocklage
herstellen
4. Blutung aus der Nase: kühl-feuchtes Tuch oder eingewickelten Kühlakku
in den Nacken und auf die Stirn legen, Kopf nach vorn halten; nicht
tamponieren!
5. Blutungen aus dem Ohr: nur locker mt einer Kompresse abdecken;
nicht tamponieren!
Im Video: Wunderversorgung, aber richtig!

Erste Hilfe: Allergische Reaktion

Die schwerste Form einer allergischen Reaktion ist der allergische oder auch anaphylaktische Schock. Dieser kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Daher ist schnelles und richtiges Handeln gefragt.

Allergischer Schock

Typische Symptome einer allergischen Reaktion: Hautrötungen und Juckreiz.

Ursache: Zur allergischen Reaktion kommt es, wenn das Kind in Berührung mit einem Allergen kommt, auf das es empfindlich reagiert. Das können zum Beispiel bestimmte Lebensmittel, Tierhaare, Insektenstiche oder Medikamente sein.
Symptome:
• Schwellung, Ekzeme, Juckreiz
• Übelkeit, Schwindel
• Hautrötung
• Unruhe
• schneller Puls
• evtl. Bewusstseinsstörungen
• evtl. Atemnot
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem allergischen Schock:
➤ Allergen entfernen (z.B. Stachel nach Insektenstich, Tiere etc.)
➤ Oberkörper und Beine hochlagern („Klappmesser“)
➤ evtl. bekannte Allergie-Medikamente geben
➤ ggf. Notruf (112)

Erste Hilfe: Verbrennung, Sonnenstich, Hitzschlag, Hitzeschock

Da ihr Temperatur- und Wasserhaushalt viel empfindlicher ist als bei Erwachsenen, sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder von Hitzeschäden gefährdet.

Verbrennung und Verbrühung

Im Haushalt lauern viele Verbrennungsgefahren.

Ursache: Gerade im Haushalt können Kinder schnell in Kontakt mit heißen Gegenständen kommen, wie zum Beispiel mit der Herdplatte, einer heißen Glühbirne oder dem Grill im Garten. Auch Stromschläge können Verbrennungen verursachen. Verbrühungen treten auf, wenn das Kind mit kochenden oder sehr heißen Flüssigkeiten in Berührung kommt.

Symptome:

• I. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerz
• II. Grad: Blasenbildung, ggf. Schockzeichen
• III. Gewebsuntergang (nicht blutende Wunden im Verbrennungsbereich, ggf. Schwarzfärbung)

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Verbrennung oder Verbrühung
:
➤ I. Grad: betroffene Stelle ausreichend lange mit kaltem Wasser kühlen
➤ ab II. Grad: nicht kühlen!
➤ Brandwunden ggf. mit speziellen Brandwundenverbänden abdecken
➤ Kleidung soweit wie möglich entfernen und Kontakt mit Kleidung verhindern
➤ Notruf (112)
➤ Wärmeerhalt des restlichen Körpers
➤ stets Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen

Sonnenstich

Ursache: Eine anhaltende und intensive Sonneneinstrahlung auf den wenig oder dünn behaarten Kopf von Babys und Kindern kann zur Überwärmung der Schädeldecke und anschließend zur Reizung der Hirnhäute führen. Folge dessen sind Schwellungen, die sich auf das Gehirn auswirken.Symptome:
• heißer, hochroter Kopf
• normale Körpertemperatur
• Kopf- und Nackenschmerzen
• Übelkeit, Erbrechen, Schwindel
• Bewusstseinsstörungen
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Sonnenstich:
➤ Kind in den Schatten/kühlere Umgebung bringen
➤ flach auf den Rücken legen, Oberkörper höher lagern
➤ Kopf kühlen
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen
➤ ggf. Notruf (112)
Im Video: Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Sonnenstich

Hitzschlag

Ursache: Zu einem Hitzschlag kommt es, wenn der Körper sich über die Haut nicht genügend kühlen kann. Dies kann zum Beispiel in einem heißen Auto oder bei ungünstiger, zu warmer und luftundurchlässiger Kleidung der Fall sein. Auch zu wenig trinken und dadurch verminderte Schweißbildung kann einen Hitzestau mit anschließendem Hitzeschlag herbeiführen.
Symptome:
• heiße trockene Haut
• erhöhte Körpertemperatur
• Kopfschmerzen
• Übelkeit, Erbrechen, Schwindel
• flache Atmung
• Bewusstseinsstörungen
• evtl. Krampfanfall

Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Hitzschlag

➤ Kind in den Schatten/kühlere Umgebung bringen
➤ Kleidung öffnen, ggf. entfernen
➤ flach auf den Rücken legen, Oberkörper höher lagern
➤ Körpertemperatur senken (z.B. mit Wadenwickeln, Kopf und Handgelenke kühlen)
➤ solange bewusstseinsklar: trinken lassen (leicht gezuckerte Getränke)
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen
➤ ggf. Notruf (112)

Hitzeschock

Ursache:Achten Sie darauf, dass Ihr Kind immer ausreichend trinkt.
Übermäßiges Schwitzen ohne ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kann zum Hitzeschock führen.
Symptome:
• meist normale Körpertemperatur
• feuchte Haut
• Schockzeichen
• Bewusstseinsstörungen
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Hitzeschock:
➤ Kind in den Schatten/kühlere Umgebung bringen
➤ Schocklage
➤ Flüssigkeit mit Elektrolyten zuführen (z.B. kohlensäurearmes Mineralwasser)
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen
➤ ggf. Notruf (112)

Erste Hilfe: Bienenstich, Insektenbiss

Insektenstiche und -bisse sind nicht nur sehr gefährlich, wenn das Kind darauf allergisch reagiert, sondern auch, weil einige Insekten schwere Krankheiten übertragen können.

Stich von Biene, Wespe und Hornisse

Ursache: Wenn Insekten wie Wespen sich oder ihr Nest angegriffen fühlen, stechen sie schnell zu. Problematisch bei Kindern ist vor allem ihre Vorliebe für Süßes, die sie mit Bienen, Wespen und Co. teilen. Daher kommt es im Sommer sehr häufig zu unangenehmen Begegnungen zwischen Kindern und Bienen, Wespen und Co. - und Insektenstiche schmerzen!
Symptome:
• lokale Rötungen, Schwellungen und Schmerzen
• ggf. starke Rötung und Schwellung einer Region
• evtl. Zeichen eines allergischen Schocks

Mal eines Wespenstichs.

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Insektenstichen:
➤ betroffene Stelle kühlen
➤ Auftragen spezieller Gels und Salben mit kühlender Wirkung bei
Insektenstichen
➤ bei allergischer Reaktion ggf. Notruf (112)

Zeckenbiss

Ursache:Zecken warten auf Blättern von kleinen Pflanzen teilweise mehrere Monate auf einen vorbeiziehenden Wirt, an dem sie sich vollsaugen können. Beim Spielen im Gras oder im Wald passiert es daher schnell mal, dass ein Kind von einer Zecke gebissen wird. Vorsicht: Zecken können die Krankheiten Borreliose und FSME (Hinrhautentzündung) übertragen. Impfungen können der Krankheitsübertragung jedoch vorbeugen. Lassen Sie sich von einem Arzt diesbezüglich beraten!

Zecken können schwere Krankheiten übertragen.

Symptome:
• Entdecken der Zecke (besonders an stark behaarten Körperregionen)
• Erkennen der Borreliose: 3 Tage bis 4 Wochen nach dem Stich zeigt sich
eine kreisförmige Rötung um die Stichstelle, die später wandert
• Erkennen der FSME: ca. 2 bis 14 Tage nach dem Stich beginnt die
erste Erkrankungsphae mit grippeähnlichen Symptomen. Danach kommt
es evtl. zur Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns mit Ausfallerscheinungen
(Lähmungen).
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Zeckenbiss:
➤ Zecke mit einer Pinzette herausziehen ohne sie zu quetschen
➤ Zecke nie mit Öl oder Alkohol „ertränken“ (Krankheitserreger könnten ins
Blut gelangen)
➤ Stichstelle und Gesamtbefinden des Kindes in den nächsten Tagen beobachten
➤ binnen 4 Tagen nach dem Stich sollte eine passive Immunisierung
vorgenommen werden, fragen Sie dazu Ihren Arzt

Erste Hilfe: Fieberkrampf

Bis zum Erwachsenenalter macht in etwa jedes 20. Kind einen Krampfanfall durch, der oftmals durch einen Wärmestau im Körper ausgelöst wird. Ein solcher Fieberkrampf kann zwischen dem 6. Lebensmonat bis zum 5. Lebensjahr auftreten.

Fieberkrampf


Lesen Sie mehr dazu:
Fieberkrampf beim Baby

Ursache:Beim ersten Anstieg des Fiebers im Rahmen eines Infekts kann es zu Fieberkrämpfen kommen.
Symptome:
• beobachtbare Krämpfe am ganzen Körper (starr oder zuckend), Dauer
von 5 bis 10 Minuten
• evtl. Bewusstseinsstörungen
• unregelmäßige, oberflächliche Atmung, ggf. Blaufärbung der Lippen und Haut
• schneller, unregelmäßiger Puls
• Fieber
• starrer Blick oder verdrehte Augen
• evtl. eingenässt
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Fieberkrampf:
➤ Kopf unterpolstern, um Verletzungen zu vermeiden
➤ Gegenstände aus dem Umfeld entfernen
➤ nach dem Krampf: stabile Seitenlage, Atmung überwachen, reizarme
Umgebung schaffen (Fernsehen aus)
➤ Notruf (112)
➤ nie: Kind festhalten oder schütteln, Mund aufhalten, Reize schaffen
(Fernseher, Licht, Unruhe)
Im Video: Erste Hilfe bei einem Krampfanfall

Erste Hilfe: Vergiftung und Verätzung

Bei Babys und Kindern ist das Risiko hoch, sich in einer unbemerkten Minute an schädlichen Stoffen wie Putz- und Lösungsmitteln zu vergiften oder zu verätzen.

Vergiftungen und Verätzungen

Ursache: Kinder lieben Farben, weshalb bunte Pillen, Pflanzen, Früchte oder Flüssigkeiten sie magisch anziehen. Nicht immer müssen die schädlichen Stoffe verschluckt werden, manchmal reicht auch die bloße Berührung, zum Beispiel bei aggressiven Putzmitteln, um Vergiftungen und Verätzungen auszulösen.

Symptome:

• Beobachtung, dass mit schädlichen Substanzen gespielt wurde (Verpackungen
liegen herum)
• Übelkeit, Erbrechen
• starker Speichelfluss
• Bauchschmerzen, Durchfall
• evtl. Bewusstseinsstörungen
• evtl. veränderte Atmung
• evtl. veränderter Herz-Kreislauf
• bei Verätzungen: Schmerzen, lokale Hautveränderungen (z.B. am Mund,
an den Händen)
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungen und Verätzungen:
➤ sofort Notruf! (112)
➤ Vergiftung: bei vorhandenem Brechreiz auf Atmung achten
➤ Verätzung
– Substanz mit reichlich Wasser ausspülen
– Verätzungen im Mundbereich: mit viel Wasser gurgeln lassen
– Verschlucken von Säuern und Laugen: nicht zum Erbrechen bringen!
– Verätzungen des Auges: Auge mit zwei Fingern offen haltenund vom
inneren Augenwinkel nach außen spülen
– orale Aufnahme schaumbildender Substanzen: kein Wasser geben!
– Atmung, Bewusstsein, Herz-Kreislauf-System überwachen
– nie: Erbrechen auslösen
Im Video: Erste Hilfe bei Vergiftungen und Verätzungen

Erste Hilfe: Unterkühlung, Erfrierungen

Durch das ungünstige Verhältnis zwischen der großen Körperoberfläche zum kleinen Körpervolumen bei Babys und Kleinkindern geht beispielsweise schnell Körperwärme verloren und Unterkühlungen treten eher ein, als bei Erwachsenen.

Unterkühlung

Ursache:Feuchte Witterung und Kleidung lässt die kleinen Körper von Babys und Kindern schnell auskühlen. Das kann zum Beispiel auch der Fall sein, wenn Ihr Kind im Schwimmbad zu lange im Wasser war.
Symptome:

• I. Phase: frieren, Gänsehaut, blaue Lippen
• II. Phase: Schläfrigkeit
• III. Phase: Bewusstlosigkeit
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einer Unterkühlung:
➤ durchnässte Kleidung ausziehen, Kind in warme Decken hüllen
➤ Kind flach lagern
➤ solange das Kind bewusstseinsklar ist: warme, gezuckerte Getränke geben
und auffordern, sich zu bewegen
➤ ab II. Phase: nicht von außen aufwärmen, nicht in stark geheizte Räume
bringen und möglichst wenig bewegen (Gefahr von Herzrhythmusstörungen)
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen
➤ ggf. Notruf (112)

Wärmen Sie Ihr Kind langsam wieder auf.

Erfrierungen

Ursache:Vor allem Körperteile, die am wenigsten bedeckt sind oder wenig Volumen und Durchblutung haben, können durch Wind und Wetter Opfer von Erfrierungen werden. Dazu gehören beispielsweise Ohren, Nase, Finger und Zehen.
Symptome:

• I. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerz
• II. Grad: Blasenbildung, Frostbeulen mit Verzögerung
• III. Grad: Gewebsuntergang (blauschwarze Verfärbungen)

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Erfrierungen:

➤ durchnässte Kleidung ausziehen, Kind in warme Decken hüllen
➤ solange das Kind bewusstseinsklar ist: warme, gezuckerte Getränke geben
➤ bei I. Grad: Durchblutung anregen (Zehen bewegen, Aufwärmen unter lauwarmen Wassern)
➤ ab II Grad: nicht von außen wärmen
➤ Blasen steril abdecken
➤ Notruf (112)
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System überwachen

Erste Hilfe: Gehirnerschütterung

Eine Gehirnerschütterung ist eine leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas, bei der das Hirngewebe verletzt wurde und die Gehirnfunktionen vorrübergehend beeinträchtigt sind.

Gehirnerschütterung nach Kopfverletzungen

Ursache: Gehirnerschütterungen sind Folge von äußeren Gewalteinwirkungen auf den Kopf. Ursache können beispielsweise Schläge sein oder ein Unfall mit Aufschlag des Kopfes auf den Boden oder auf einen harten Gegenstand.
Symptome:
• (kurzfristige) Bewusstseinsstörungen
• Schwindel
• Gedächtnislücken
• Kopfschmerzen
• Übelkeit bis hin zum Erbrechen
• Platzwunde, Prellmarke, „Beule“
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung:
➤ flach auf dem Rücken lagern, Oberkörper dabei leicht erhöht lagern
➤ bei Bewusstseinsstörungen: stabile Seitenlage
➤ ärztlich untersuchen lassen, um Hirnblutungen auszuschließen
Im Video: Gehinrerschütterung erkennen und Erste Hilfe leisten

Erste Hilfe: Knochenbruch, Gelenksverletzungen

Sobald Kinder laufen können, erhöht sich automatisch ihr Verletzungsrisiko. Besonders häufig treten bei Kindern Knochen- und Gelenksverletzungen auf, die sie sich beim Klettern, Raufen und Toben zuziehen.

Knochenbruch

Beim Schienen auch die benachbarten Gelenke ruhig stellen!

Ursache:Knochenbrüche bei Kindern sind meist Folge von Stürzen, wie zum Beispiel vom Klettergerüst.

Symptome:

• unnatürliche Form oder Stellung
• unnatürliche Beweglichkeit an
gelenkfreien Abschnitten
• sichtbare Knochenenden oder
-splitter in einer Wunde
• ggf. Schmerzen
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Knochenbruch:
➤ betroffenes Gliedmaß ruhig stellen
(auch die benachbarten Gelenke)
Arm: Armtragetuch
Bein: rundherum polstern (z.B. mit
Decken, Kissen etc.)
➤ Schwellungen kühlen (nicht bei
offenen Wunden!)
➤ offene Wunden versorgen
➤ Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf kontrollieren
➤ Arzt rufen bzw. ins Krankenhaus fahren
➤ nie: Gliedmaßen „hinbiegen“, Essen und Trinken anbieten
Im Video: Erste Hilfe bei einem Knochenbruch

Gelenksverletzungen

Ursache:Gelenke können durch Stürze oder beim Sport geprellt, verstaucht oder verrenkt werden.
Symptome:
Prellung oder Verstauchung:
• Schwellung
• Rötung
• Druck- und Bewegungsschmerz
• späterer Bluterguss
• Schmerzen
Verrenkung:
• unnatürliche Form oder Stellung
• eingeschränkte Beweglichkeit
• tastbare Gelenkpfanne
• Schmerzen

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Gelenksverletzungen

➤ PECH-Schema:
Pause (Ruhigstellung, auch der benachbarten Gelenke)
Eis (Kühlung)
Compression (Druck mittels Bandage o.ä.)
Hochlagern des betroffenen Gliedmaßes

Erste Hilfe: Beinah Ertrinken, Insektenstich im Mundraum

Lesen Sie hier, wie Sie ein Kind von dem "beinahe ertrinken" retten. Außerdem: Was bei Atemnot aufgrund einer Schleimhautschwellungen nach Insektenstichem im Rachen tu tun ist.

Beinahe Ertrinken

Ursache:Beim Einatmen von Wasser verdichten sich die Stimmritzen. Dies ist ein körpereigener Schutzmechanismus, um das Eindringen von Wasser in die Lunge zu verhindern. Diese Verkrampfung kann längere Zeit andauern, was im schlimmsten Fall zum „trockenen Ertrinken“ führt.
Symptome :
• Atemstillstand
• Bewusstlosigkeit
• ggf. Herz-Kreislauf-Stillstand
Erste Hilfe-Maßnahmen bei "beinahe Ertrinken":
➤ Beatmung
➤ ggf. Herz-Lungen-Wiederbelebung
ggf. Notruf (112)
Im Video: So retten Sie ein Kind vor dem Ertrinken

Insektenstich im Mund- und Rachenraum

Ursache: Beim Verzehr von süßen Lebensmitteln oder süßen Getränken gelangt beispielsweise eine Wespe in den Mundraum des Kindes.
Symptome:
• zunehmende Atemnot
• Schmerzen
• Rötung und zunehmende Schwellung im Mund-Rachenraum
• ggf. Bewusstseinstrübungen und Schockzeichen
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Insektenstichen im Mund:
➤ ist das Kind bei Bewusstsein: Eis lutschen oder kaltes Wasser gurgeln
➤ Kühlung von außen mit feuchten Tüchern oder in ein Tuch eingewickelte Kühlakkus
➤ Arzt rufen

Erste Hilfe: Verschlucken, Entzündungen im Rachen, Asthmaanfall

Ist die Atmung gestört, wird der Körper nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Welche Maßnahmen Sie bei verschluckten Fremdkörpern in den Atemnwegen, bei Entzündungen im Mundraum und bei einem Asthamanfall ergreifen sollten.

Atemstörungen erkennen

Atmungsstörungen bei Säuglingen erkennen Sie an einer unregelmäßigen Atmungsfrequenz oder an ungewöhnlichen Atmungsgeräuschen. Auch Einziehungen des Brustkorbs und eine Blaufärbung der Haut, insbesondere der Lippen, sind deutliche Anzeichen einer Atemnot. Warum es zu einer Atemnot kommt, kann viele Ursachen haben.

Verschluckt: Fremdkörper in den Atemwegen

Ursache:Das Kind hat sich an etwas verschluckt, wie zum Beispiel an Bonbons, kleinen Früchten, Nüssen oder Kleinteilen.
Symptome:
• Husten, Würgereiz, z.T. Erbrechen
• kein Atemstrom trotz heftiger Atemtätigkeit
• evtl. Bewusstseinsstörungen
Erste Hilfe-Maßnahmen bei verschluckten Fremdkörpern
Klopfmethode
– Oberkörper tief halten (Kind z.B. bäuchlings über Ihr Knie legen)
– mehrfach mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter schlagen
– dabei immer Vitalfunktionen kontrollieren
– ggf. Notruf (112)

Klopfmethode beim Säugling und beim Kind.

➤ reicht Klopfmethode nicht aus, Heimlich-Handgriff anwenden
– beim Säugling: in Kopftieflage bringen, Druckpunkt suchen (unteres
Drittel des Brustbeins), 5 x ruckartig für 3 Sekunden ca. 2 cm
tief drücken
– Kind: Oberkörper nach vorn beugen und von hinten mit beiden
Armen umfassen, Faust einer Hand in den Oberbauchbereich legen
und mit der anderen Hand umfassen, bis zu 5 x ruckartig nach hinten
oben drücken (ggf. Wechsel zwischen 5 x Klopfmethode,
5 x Heimlich-Handgriff)
Achtung! Der Heimlich-Handgriff birgt Verletzungsgefahr und darf nur
bei akuter Erstickungsgefahr angewendet werden, wenn keine
Restatmung mehr stattfindet. Danach sollte ein Arzt das Kind auf
Folgeschäden untersuchen.
Im Video: Klopfmethode und Heimlich-Handgriff

Entzündungen im Mundraum

Ursache:Infektionen können zu einer Anschwellung der Schleimhäute im Mundraum und damit zur Atemnot führen. Typisch sind das Krupp-Syndrom (Schleimhautschwellung im Kehlkopf und oberen Luftröhrenbereich, v.a. bei Kindern unter 3 Jahren) und die Kehldeckelentzündung (Entzündung am Kehlkopfeingang). Gegen die Kehldeckelentzündung kann man Säuglinge impfen lassen, erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Arzt!
Symptome:
• Atemnot
• pfeifende Atemgeräusche
• Blässe bis Blaufärbung
• schneller Pulss
• spez. bei Krupp-Syndrom: Heiserkeit, bellender Husten, mäßiges Fieber,
Schnupfen
• spez. bei Kehldeckelentzündung: sehr plötzlicher Verlauf, kloßige Sprache,
hohes Fieber, Schluckbeschwerden, Speichelfluss
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Entzündungen im Mundraum:
➤ Oberkörper hoch lagern
➤ für kühle, feuchte Frischluft sorgen (z.B. Kühlschrankluft oder Badezimmer
bei aufgedrehter kalter Dusche)
➤ Wärmeerhalt
➤ evtl. Kortisonzäpfchen vom Arzt
➤ bei hohem Fieber und "Kloß im Hals" (Kehldeckelentzündung): Notruf (112)

Asthamanfall

Ursache:Ein Asthmaanfall kann zum Beispiel durch Allergene (allergieauslösende Stoffe) ausgelöst werden. Typisch dafür sind Pollen oder Tierhaare. Auch Infektionen oder körperliche und psychische Anstrengungen können einen Asthmaanfall verursachen.
Symptome:
• akute Atemnot
• Angst, Unruhe
• erschwerte und verlängerte Ausatmung
• veränderte Atemgeräusche bei der Ausatmung
• ggf. Blaufärbung (v.a. der Lippen)
Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Asthmaanfall:
➤ Oberkörper hochlagern und leicht nach vorn beugen
➤ Kind zu langsamer Ausatmung mit gespitzten Lippen auffordern
➤ eigenes Asthmaspray geben
➤ feuchte, kühle Luft einatmen lassen
➤ ggf. Notruf (112)

Erste Hilfe: Schock, Bewusstseinsstörungen, Herz-Kreislauf-Stillstand

Störungen des Herz-Kreislauf-Systems können die verschiedensten Ursachen haben und unterschiedlich ernste Situationen bedeuten. In jedem Fall sollte die Störung so schnell wie möglich beseitigt werden, um einer lebensbedrohlichen Entwicklung vorzubeugen.

Schock

Ursache:Wenn nicht mehr genug Blut im Körper zirkuliert, um dessen Bedarf zu decken, handelt es sich um einen Schock. Ursache eines solchen Zustands ist beispielsweise ein Flüssigkeitsmangel, ausgelöst durch einen hohen Blutverlust oder Brechdurchfall. Auch allergische Reaktionen können zum Schockzustand führen.
Symptome:
• blasse, kaltschweißige Haut
• Zittern
• Bewusstseinsstörungen
• schneller, flacher Puls

Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Schock:

➤ Ursache beseitigen (z.B. Blutung stillen)
Schocklage: Kind flach auf den Rücken legen, Beine hochlagern, gesamten
Körper in leichte Kopftieflage bringen (v.a. bei Säuglingen)
➤ Wärmeerhalt und Betreuung
➤ Bewusstsein und Atmung überwachen
➤ Notruf (112)

Schocklage beim Kind

Video: Erste Hilfe bei einem Schock

Bewusstseinsstörungen

Ursache:Störungen des Bewusstseins gehen meistens auf einen Sauerstoffmangel im Gehirn zurück. Ursachen dafür sind zum Beispiel Gehirnerschütterungen, Atemstörungen oder Hitze- und Kälteschäden. Man unterscheidet zwischen Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit.
Symptome:
• Bewusstseinstrübung: Kind ist ansprechbar, zeigt Orientierungsstörungen,
reagiert nicht normal auf Fragen
• Bewusstlosigkeit: keine Reaktion auf Ansprechen oder Berührungen
• jeweils Atmung und Herz-Kreislauf vorhanden
Erste Hilfe-Maßnahmen bei Bewusstseinsstörungen:
Stabile Seitenlage
– beim Kind: Seitenlage und Kopf leicht überstrecken
– beim Säugling: Bauchlage und Kopf, Hals und Schulter in waagerechte
Linie bringen
– immer: Mundwinkel als tiefste Stelle des Körpers, Mund öffnen
➤ Notruf (112)

Stabile Seitenlage beim Säugling und beim Kind

Im Video: So handeln Sie richtig, wenn das Kind bewusstlos ist

Herz-Kreislauf-Stillstand

Ursache: Zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es zum Beispiel nach Stromeinwirkungen oder in Folge eines Atemstillstandes durch Ertrinken oder Vergiftung.
Symptome:
• Bewusstsein, Atmung und Herz-Kreislauf sind ausgefallen

Erste Hilfe-Maßnahmen beim Herz-Kreislauf-Stillstand

➤ Notruf (112) verständigen lassen, selbst sofort mit Beamtung beginnen!
10 initiale Beatmungen
– beim Kind: Mund zu Nase bei leicht überstrecktem Kopf
– beim Säugling: Mund zu Mund/Nase bei Schnüffelstellung
➤ Kreislaufzeichen prüfen
➤ wenn keine Kreislaufzeichen feststellbar: Herz-Lungen-Wiederbelebung:
– harte Unterlage, Rückenlage
– Oberkörper freimachen
– Drucktechnik beim Säugling: Druck mit 2 Fingern o. Zangengriff
– Drucktechnik beim Kind: Druck mit Handballen
– Druckpunkt: unteres Drittel des Brustbeins
– Drucktiefe: Säugling ca. 2 cm, Kind ca. 3 cm
– Weich, nie ruckartig rücken!
– Rhythmus: 30 Herzdruckmassagen – 2 Beatmungen
– Durchführen, bis der Rettungsdienst übernimmt oder das Kind wieder
normal atmet!

Herz-Lungen-Wiederbelebung beim Kind

Im Video: Wiederbelebung von Babys

Bildquelle: Thinkstock,kindernotfalltraining.de

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