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Zu dünn, zu dick, zu leise, zu laut

So erzieht ihr starke Töchter in einer Zeit der gesellschaftlichen Verwirrung

Mädchen zu starker frau erziehen
© Unsplash / Christopher Campbell

Wie schaffen wir es, dass unsere Töchter sich genauso viel zutrauen wie die Jungs? Diese sieben Tipps können euch helfen, eine starke Tochter zu erziehen.

Verwirrung pur

Mädchen bekommen heutzutage die unterschiedlichsten Botschaften von der Gesellschaft und den Medien vermittelt. Sie sollen ehrgeizig sein, es aber bitte nicht zeigen, denn das ist wenig attraktiv. Sie sollen ein gutes Körpergefühl haben, aber schlank sollten sie trotzdem sein. Mit diesen verwirrenden Aussagen schafft die Gesellschaft es, dass sich Mädchen, spätestens wenn sie das Teenageralter erreicht haben, weniger selbstbewusst fühlen als die Jungen. Wir Eltern sollten das auf dem Schirm haben und frühzeitig unsere Töchter stärken.

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Tipp #1: Vorbilder sind wichtig

Wenn Mädchen vorgelebt wird, wie eine starke und unabhängige Frau durchs Leben geht, haben sie es viel leichter. Schauen wir also in den Spiegel. Leben wir ihnen vor, dass es wichtig ist, die eigenen Talente und Leistungen zu erkennen und sie zu schätzen? Loben wir andere Frauen genügend für ihre Leistungen und nicht nur für ihr Aussehen? Lästern wir vor unseren Kindern über das Aussehen anderer Frauen oder stöhnen wir darüber, dass wir wieder ein Kilo zugenommen haben? Mit all diesen Aussagen betonen wir die Wichtigkeit von schlanken Körpern, makelloser Haut oder kleinen Nasen. Verkneifen wir uns einfach die eine oder andere Bemerkung!

Fragt euch: Zeige ich genügend, dass es Leben außerhalb von Beziehungen gibt? Sieht meine Tochter, dass Freundinnen und Hobbys eine wichtige Komponente in meinem Lebens sind, die mit Selbstvertrauen gibt? Unterstütze ich andere Frauen und werte sie nicht ab? Kinder lernen am besten an guten Beispielen.

Wenn ihr mehr über verschiedene Erziehungsstile erfahren wollt, in unserem Video stellen wir euch acht verschiedene Ansätze vor:

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Tipp #2: Fördere ihre Leidenschaften

Sei es die Musik, Sport oder andere Hobbys: Alles, bei dem sich eure Töchter weiterentwickeln und Erfolge für sich erzielen können, fördert ihr Selbstbewusstsein. Und es lenkt auch von Äußerlichkeiten ab. Sie brauchen Herausforderungen, aber Niederlagen sind ebenfalls wichtig. Gerade im Sport lernen Kinder wieder aufzustehen und weiterzumachen. Es geht darum sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Eure Töchter müssen weder Konzertpianistin noch Olympiasiegerin werden. Es geht darum zu merken, dass viele Dinge Spaß machen und Leidenschaften zu fördern. Denn wer mit Feuereifer dabei ist, den wirft so schnell nichts aus der Bahn.

Tipp #3: Auszutoben und etwas riskieren

Körperliche Betätigung und Wohlbefinden sind nicht zu unterschätzen. Für Kinder ist es eine tolle Sache, schon früh die Fähigkeiten ihres Körpers zu entdecken. Je mehr sich eure Töchter physisch zutrauen, desto besser ist es für ihr Selbstbewusstsein. Bitte schreit sie nicht an oder übt Gewalt aus, nur um ihnen neue Herausforderungen zu bieten. Kinder wollen ermutigt werden, ihre Grenzen auszutesten, sie brauchen aber auch die sicherer Hand, die ihnen angereicht wird. Bedeutet also: Lockt sie zum Skateboard oder Fahrrad fahren. Aber haltet die Hand auf, wenn sie fallen. Eure Töchter lernen so ganz nebenbei viel Vertrauen in sich und in andere Frauen zu entwickeln.

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Tipp #4: Fördert ihren Teamgeist

Kinder, die es gelernt haben, im Team Probleme zu lösen, entwickeln ein größeres Zutrauen, sich auch anderen Herausforderungen zu stellen. Es gibt ihnen einen deutlichen Schub an Selbstbewusstsein und ein Gefühl, dass sie etwas erreicht haben. Das könnt ihr fördern. Erzählt, wie ihr selbst von Teamwork profitiert habt, und ermutigt eure Töchter, mit anderen zusammen Aufgaben zu lösen und sich zu engagieren. Lasst sie etwas bauen oder mithelfen.

Tipp #5: Hört ihr zu

Zuhören ist sehr entscheidend. Es geht darum, Kinder ernst nehmen und selbst nicht so viel zu sagen. Zugegeben, das ist schwierig, aber wie sollen eure Töchter stark werden, wenn ihr nicht richtig zugehört wird? Sie sollen doch selbst über das nachdenken, was sie sagen. Das funktioniert besser, wenn ihr sie reden lasst und nicht unterbrecht. Wenn eure Töchter einen Rat wollen, werd sie auch danach fragen.

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Am Wichtigsten (und Schwierigsten) ist es ehrlich gesagt, sie überhaupt zum Reden zu bekommen. Das ist zum Teil auch einfach Übungssache. Eure Töchter sollte immer die Gewissheit haben, dass sie mit euch reden können.

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Tipp #6: Lobt sie für das, was sie sind

Wie oft sagen wir Mädchen als erstes, was für ein hübsches Kleid sie anhaben, wie schön ihre Haare sind und sie süß sie doch aussehen? Dabei ist das überhaupt nicht hilfreich. Mädchen sollen nicht für ihr Aussehen gelobt werden, sondern ihre Fähigkeiten.

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Warum fangen wir nicht damit an, sie dafür zu loben, was sie gesagt oder getan haben? Oder wie selbstbewusst sie wirken und wie toll es ist, dass sie etwas ohne Angst gemacht haben? Das dürfte doch nicht so schwer sein!

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Tipp #7: Sprecht mit ihnen über Erwartungen

Je länger ihr eure Töchter von den sozialen Medien und Popkultur fernhalten könnt, umso besser. Natürlich ist das kontrovers und vor allem anstrengend auszuhalten. Denn wenn alle anderen auf Instagram unterwegs sind, nur das eigene Kind nicht, das sorgt das für Frust und Diskussionen.

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Langfristig ist aber für eure Töchter sehr wertvoll. Das Bild das hier von Frauen und Mädchen, von Perfektion und Gesellschaft vermittelt wird, kann schwer am Selbstbewusstsein nagen. Besprecht im Vorfeld, was da zu sehen ist und weist vor allem darauf hin, dass niemand so perfekt ist wie diese Scheinwelt.

Das bedeutet nicht, dass ihr über die Frauen dort lästern sollt. Aber ein Gespräch über den Druck von Perfektion und ein Aufzeigen von Mechanismen und technischen Hilfsmitteln ist sicher angebracht. Vielleicht probiert ihr auch mal zusammen einen Filter aus um zu zeigen: Das verändert sich, wenn wir das nutzen.

Sind die Mädchen älter, solltet ihr auch über Sex sprechen. Teenagern wird oft ein unrealistisches Bild vermittelt. Viele von ihnen haben leider schon viel zu früh pornografische Bilder gesehen. Sprecht darüber, überlasst es nicht anderen. Eure Töchter sollten wissen, dass zu einer liebevollen und respektvollen Beziehung Sex gehört. Aber es ist auch wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und nein zu sagen, wenn etwas unangenehm ist. Das ist eine enorme Stärke, die Mädchen haben.

Pubertäts-Quiz: Ist euer Kind schon mittendrin?

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