Kaiserschnitt - Geburt im OP-Saal

Ob natürliche Geburt oder Kaiserschnitt - also eine Operation - das entscheidest du und dein Arzt. Und nicht selten das Schicksal. Wann ein Eingriff zwingend notwendig ist und welche Aspekte du bei der Entscheidung berücksichtigen solltest.

In Deutschland kommt jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Im Jahr 2012 waren das konkret etwa 207.000 Babys. Damit hat sich die Zahl dieser Eingriffe seit Beginn der Erhebung Anfang der 90er Jahre nahezu verdoppelt. Die Gründe, wann und warum ein Kaiserschnitt notwendig ist, sind verschieden. Und nicht immer sind sie rein medizinisch. Auch der sanfte Kaiserschnitt setzte sich mehr und mehr durch.

Kaiserschnitt im OP-Saal


Inzwischen spielen psychologische Aspekte eine immer größere Rolle. Viele Schwangere wollen bei der Geburt nichts dem Zufall überlassen oder haben regelrecht Panik davor: zum Beispiel nach einem vorangegangenen negativen Geburtserlebnis. Statt der Natur zu vertrauen, vertraut man lieber der Routine der Ärzte. Schließlich verspricht die moderne Medizin eine große Sicherheit. Wie viel Eingriffe aber wirklich echte "Wunschkaiserschnitte" sind, lässt sich schwer beziffern, da der Kaiserschnitt auf Wunsch offiziell nicht existiert. Er wird allermeist nicht von den Krankenkassen erstattet – deshalb wird in der Praxis die medizinische Notwendigkeit vom Arzt bestätigt.

Mehr Kaiserschnitte, mehr Geld?

Oft wird der Vorwurf lauft, dass Ärzte mehr Kaiserschnitte durchführen, weil sie lukrativer für das Krankenhaus sind. Es stimmt zwar, dass Kaiserschnitte besser planbar sind und mehr Geld kosten, als eine natürliche Geburt. Doch er verursacht aufgrund der Technik und des Personalbedarfs wiederum höhere Kosten. Auf reine Profitgier lässt sich der Anstieg also nicht zurückführen. Ebenso wenig hat das steigende Alter der werdenden Mütter beziehungsweise die deutliche Zunahme bei den Risikoschwangerschaften maßgeblich etwas damit zu tun. Denn gerade bei jungen Müttern unter 25 Jahren ist die Kaiserschnittrate stark angestiegen.
Ärzte beurteilen das Risiko für Mutter und Kind einfach zunehmend kritischer. So wäre auch bei Risikosituationen wie Steißlage, Zwillingsgeburt oder einem vorherigen Kaiserschnitt durchaus eine natürliche Geburt möglich. Doch Ärzte entscheiden sich oft dagegen. Sicherlich spielen Haftungsfragen dabei zunehmend eine Rolle. Doch inzwischen fehlt es in den Kliniken auch schlicht an der Erfahrung mit komplizierteren natürlichen Geburten.

Geplanter Kaiserschnitt und Notkaiserschnitt

Aus medizinischer Sicht gibt es zwei Arten von Kaiserschnitten: den geplanten Kaiserschnitt und den ungeplanten Kaiserschnitt.
Geplant wird ein Kaiserschnitt dann, wenn eine Erkrankung der Mutter bekannt ist, die ihr Leben und das des Babys während der Geburt gefährdet. So besteht ein erhöhtes Risiko für die Mutter, wenn sie an Schwangerschaftsdiabetes leidet oder ein Herzleiden hat. Das gleiche gilt für Mehrlingsschwangerschaften. Ist die Schwangere an HIV oder einem Genitalherpes erkrankt, wird ebenfalls ein Kaiserschnitt gemacht. Das senkt das Infektionsrisiko für das Baby. In beiden Fällen ist es schon sicher, dass ein Eingriff notwendig wird, bevor die Wehen überhaupt eingesetzt haben.
Stellt der Arzt fest, dass ein medizinischer Eingriff notwendig ist, die Wehen aber schon im Gange sind, dann wird der ungeplante Kaiserschnitt notwendig. Zum Beispiel durch:
• plötzlichen Komplikationen
• Sauerstoffmangel des Babys
• Nabelschnurvorfall
vorzeitige Plazentaablösung
• verzögerte Geburt (Wehenschwäche)
• falsche Geburtslage des Babys
• zu enges mütterlichen Beckens

Die positiven Aspekte eines Kaiserschnitts für die Gesundheit von Mutter und Kind sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch solltest du nicht vergessen, dass es sich auch dabei um eine Operation handelt, die Risiken mich sich bringen kann.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Risiken bei einem Kaiserschnitt bestehen.