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Traurige Studien: Darum gibt es aktuell mehr Totgeburten

Traurige Studien: Darum gibt es aktuell mehr Totgeburten

Weltweit

Studien aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen, dass die Zahl der Totgeburten seit Beginn der Corona-Pandemie angestiegen ist. Das liegt allerdings nicht daran, dass werdende Mütter am Virus erkranken. 

Für die größte Studie, die einen Anstieg der Totgeburtenrate feststellte, schauten sich Forschende Daten von mehr als 20.000 Frauen an, die in neun Krankenhäusern in Nepal entbunden haben. Dabei stellten sie fest, dass die Zahl der Totgeburten von 14 pro 1.000 Geburten vor dem Lockdown auf 21 pro 1.000 Geburten anstieg. Das sind 50 % mehr. Den stärksten Anstieg stellten die Wissenschaftler:innen in den ersten vier Wochen des Lockdowns fest.

Darum gibt es aktuell mehr Totgeburten

Während des Untersuchungszeitraums verringerte sich die Zahl der Frauen, die in den neun Krankenhäusern gebären, um die Hälfte. Das deutet darauf hin, dass die tatsächliche Sterblichkeitsrate sogar noch höher war, da viele Frauen keine fachkundige Betreuung für auftretende Komplikationen erhalten konnten.

Der Anstieg der Totgeburten unter den Krankenhausgeburten ist laut Studie nicht durch Covid-19-Infektionen verursacht worden. Ashish K. C., Studienleiter von der schwedischen Universität Uppsala, geht davon aus, dass Schwangere mangels öffentlicher Verkehrsmittel nicht zu Gesundheitseinrichtungen fahren konnten. In einigen Fällen wurden Vorsorgetermine abgesagt. Andere hätten vielleicht Krankenhäuser aus Angst vor einer Corona-Ansteckung gemieden.

Ähnliche Zahlen aus London und Indien

Ashish K. C. ist davon überzeugt, dass in Ländern auf der ganzen Welt ähnliche Auswirkungen zu erwarten sind. Daten aus dem St. George's Hospital in London und aus vier Krankenhäusern in Indien belegen diese Vermutung. Im Juli berichtete Asma Khalil, Geburtshelferin am St. George’s, über einen fast vierfachen Anstieg der Totgeburten von 2,38 pro 1.000 Geburten auf 9,31 pro 1.000 Geburten während der Pandemie.

Sie vermutet, dass Schwangere während des Lockdowns wahrscheinlich Komplikationen entwickelt hätten, die nicht diagnostiziert wurden. Zahlen aus indischen Krankenhäusern zeigen den gleichen Trend: Die Zahl der Totgeburten stieg während der Pandemie von 2,38 pro 1.000 Geburten auf 9,31 pro 1.000 Geburten an.

„Dies sind besorgniserregende Ergebnisse", so der schwedische Wissenschaftler Ashish K. C. „Die Beseitigung der Hindernisse für den Zugang von Frauen zu geburtshilflicher Fachversorgung, die Verringerung der Ungleichheiten bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten und die Unterstützung der Bereitstellung hochwertiger Versorgung durch Hebammen sind von größter Bedeutung."

Bildquelle: Getty Images/Jorm Sangsorn

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