Mähroboter-Test: So gefährlich stuft Stiftung Warentest sie ein

Nicht kindersicher

Mähroboter-Test: So gefährlich stuft Stiftung Warentest sie ein

Rasenmäher-Roboter kürzen zuverlässig den Rasen. Das ist die gute Nachricht des Mähroboter-Tests der Stiftung Warentest. Für Kinder sind die Roboter aber eine echte Gefahr.

Ein schöner Garten mit einer großen Rasenfläche, auf dem sich die Kinder austoben können, ist eine tolle Sache. Neben allen Vorzügen, die die eigene Grünfläche so mit sich bringt, macht ein Garten aber vor allem eines: eine Menge Arbeit! Deshalb stehen Mähroboter hoch im Kurs, die von ganz alleine (oft über eine App programmiert), das lästige Rasenmähen ganz von alleine regeln. Praktisch, wäre da nicht ein großes Manko: Wie Stiftung Warentest im aktuellen Mähroboter Test herausfand, sind alle Modelle für Kleinkinder eine echte Gefahr.

So hat Stiftung Warentest die Mähroboter getestet

Beim Mähroboter-Test untersuchte Stiftung Warentest elf Mähroboter für Flächen von 400 bis 800 Quadratmeter, alle mit Begrenzungskabel und Lithiumakku. Eingekauft wurden die Geräte im September 2019. Die getesteten Modelle wurden in den Kategorien Mähen (50 %), Handhabung (30 %) Sicherheit (10 %) und Geräusch (10 %) überprüft.

Die Testergebnisse im Überblick

Von den elf Mährobotern schnitten die meisten mit "befriedigend" ab. Zwei Modelle erhielten ein "ausreichend", für zwei Geräte gab es sogar die Note "mangelhaft". Auch wenn die Geräte fast alle gut mähen und eine sehr gute Handhabung haben, so hagelte es sehr schlechte Noten im Bereich "Sicherheit". Vor allem für Kinder und Haustiere können die Roboter mit den scharfen Klingen eine echte Gefahr darstellen. Im Test  schnitten sie den Nachbau eines krabbelnden Kinderfußes an, zerkratzten einen am Boden liegenden hölzernen Kinderarm oder zerschnitten ihn sogar.

Die Mähroboter Testsieger: Super Rasen, verletzter Kinderarm

So richtig gut schnitt zwar keiner der Mähroboter ab, weil sie für Kleinkinder extrem gefährlich sein können. Insgesamt teilen sich aber zwei Hersteller das Siegertreppchen. Auf Platz 1 mit der Note "befriedigend" (2,9), landen sowohl der Bosch Indego S+ 400 (z. B. für 789,00 € bei Rakuten) als auch der Husqvarna Automower 105 (z. B. für 925,75 € über Amazon). Auf Platz 3 mit der Note 3,2 landet der Mähroboter Robolinho 500 E6 von Al-Ko (931,74 € über Rakuten). Die gleiche Note erhielt auch das Modell Stihl RMI 422.0 (1.499,00 € über Amazon).

Die Sieger des Mähroboter Tests im Detail:

Bosch Indego S+ 400

Am besten schnitt der Bosch Mähroboter im Test ab. Er erhielt die Gesamtnote "befriedigend". Das liegt aber keineswegs an einer schlechten Mähleistung: Der Roboter erzielte ein sehr schönes Rasenbild im Test. Im Gegensatz zu den anderen Modellen steuert er seine Bahnen nicht zufällig kreuz und quer durch den Garten, sondern speichert sich eine richtige Karte ein. Auch ist er laut Testbericht sehr leicht zu handhaben. Super Extra: Per App bezieht der Indego S+ 400 die Wettervorhersage mit seiner eigenen SIM-Karte selbstständig in seine Mähpläne ein. Der Akku reicht für etwa 45 Minuten, die Ladezeit soll laut Hersteller genauso lang sein. Für den Bericht "Sicherheit" gab es aber trotzdem nur ein "ausreichend". Wie alle anderen Geräte auch verletzte auch dieses Modell die vier Zentimeter dicke Kinderarm-Attrappe.

Preis: Der Bosch Indego S+ 400 ist z. B. für 789,00 € bei Rakuten erhältlich.

Automower 105 von Husqvarna

Husqvarna Automower 105 Mähroboter

Die Testergebnisse der Automower Rasenroboters fallen fast identisch mit denen des Bosch-Geräts aus. Der entscheidende Unterschied ist hier, dass es keine App gibt. Trotzdem soll er sich gut programmieren lassen. Im Test mähe das Gerät sehr gut auch bei unebener Oberfläche. Auch hier überzeugte die Akkuladung und dass das Gerät recht schnell lädt. Wie auch beim Bosch Modell gab es einzig deftige Abzüge im Bereich Sicherheit: Auch der Automower verletzte den Kinderarm.

Preis: Der Automower 105 von Husqvarna ist z. B. für 925,75 € über Amazon erhältlich.

Robolinho 500 E6 von Al-Ko

Robolinho 550 E Mähroboter

Die Note 3,2 gab es für diesen Roboter. Er mäht kurzes Gras am besten, jedoch zehn Zentimeter langes schwächer als die anderen Testkandidaten. Auch Unebenheiten steckt der Robolinho am schlechtesten weg, Hindernisse und Hänge schafft er aber gut. Auch wenn das Gerät sehr groß ist, so war es im Test doch das leiseste. Daher gab es im Bereich "Geräusch" die Bestnote – darüber freuen sich die Nachbarn. Gut, dass er so leise ist, denn für eine Fläche von 200 Quadratmetern braucht er samt Laden fünf Stunden Zeit. Leider war auch vor ihm die Kinderarm-Attrappe nicht sicher.

Preis: Den Robolinho 500 könnt ihr z. B. für 931,74 € im Onlineshop Rakuten kaufen.

Stihl RMI 422.0

Ebenfalls ganz passabel schnitt das Gerät von Stihl ab (Note 3,2). Es ist das teuerste Gerät, aber auch das schnellste: Für die Rasenfläche im Test, für die das Modell von Al-Ko z. B. fünf Stunden brauchte, benötigte dieses Modell nur eine.  Trotz der kurzen Zeit mäht der Roboter gut, hat aber als einziger eine große rotierende Klinge, wie bei bemannten Rasenmähern. Der Akku überzeugte, vor allem für sehr große Flächen sei das Gerät gut geeignet, dazu ist der Mäher laut Stiftung Warentest sehr handlich. Auch hier gab es wieder deutlichen Punktabzug für die Verletzung des Kinderarms.

Preis: Den RMI 422.0 von Stihl gibt's z. B. für 1.499,00 € bei Amazon.

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Die Verlierer: Zwei Geräte schneiden Kerben in den krabbelnden Kinderfuß

Alle Geräte verletzten im ersten Versuch den 4 cm dicken Holzstab mit einem Metallfinger: Überall gab es Lücken, durch die ein Kinderarm oder eine Hundepfote greifen kann, ohne dass die Messer stoppen. In einem zweiten Versuch wurde eine Attrappe eines krabbelnden Kinderfußes genutzt: Die Modelle Hellweg Wingart MR 500 BT und Yard Force Mähroboter X50i fuhren über den Fuß und schnitten Kerben hinein. Auch wenn die Mähleistung beider Gerät sonst nicht verkehrt war, urteilte Stiftung Warentest durch die extrem hohe Gefahr mit der Gesamtnote 5,0.

Mähroboter im Test: familie.de-Kaufberatung

Auch wenn die Ergebnisse des Mähroboter Tests für alle Familien mit Babys und Kleinkindern wirklich ernüchternd ist, so bedeutet das nicht, dass ihr die Finger von den praktischen Robotern lassen müsst. Es ist einfach enorm wichtig, dass eure Kinder niemals unbeaufsichtigt und am besten sogar im Haus sind, wenn der Roboter seine Bahnen durch den Garten zieht. Das ist natürlich nicht so leicht, schließlich sind die Roboter für Kinder besonders spannend.

Bildquelle: Getty Images/Natalia Bodrova

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