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Stiftung Warentest

Reiseübelkeit? Diese Mittel und Tricks können euch die Kotztüte ersparen

Mittel gegen Reiseübelkeit
© Getty Images/eclipse_images

Egal ob im Auto, Flugzeug, Zug oder auf dem Schiff: Nicht jede*r kommt gut mit langen Fahrten klar. Schnell wird einem schlecht und die Reise macht nur halb so viel Spaß. Mittel gegen Reiseübelkeit können helfen, aber welche sind wirklich gut? Stiftung Warentest hat 18 Mittel verglichen. Allerdings sind nur wenige zugleich für Erwachsene und Kinder geeignet. 

So langsam, aber sicher geht es bei vielen wieder an die Urlaubsplanung. Doch egal, für welches Verkehrsmittel ihr euch entscheidet, vielen schlägt die Hin- und Rückfahrt auf den Magen. Vor allem Kinder können lange Autofahrten oder Flüge noch nicht so gut aushalten, ohne dass ihnen übel wird. Wenn ihr mit einem Mittel gegen Reiseübelkeit vorbeugen wollt, sind die neuesten Testergebnisse von Stiftung Warentest sehr hilfreich. Für Kinder (und Eltern) haben wir aber auch noch weitere Tipps, die uns die Kotztüte ersparen können.

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Mittel gegen Reiseübelkeit: Die Ergebnisse im Überblick

Stiftung Warentest hat 18 Mittel untersucht, die Reisekranken helfen sollen, darunter Tabletten, Zäpfchen, Kapseln, Sirup und Reisekaugummi für Erwachsene und Kinder. Die meisten Mittel haben die Expert*innen allerdings nicht überzeugt.

Insgesamt 16 wurden als "eingeschränkt geeignet" eingestuft – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Lediglich zwei beurteilt Stiftung Warentest als "geeignet". Für kleinere Kinder sind allerdings alle untersuchten Mittel nur "mit Einschränkung geeignet" – wegen der möglichen Nebenwirkungen. Hier sind immer der Kinderarzt oder die Kinderärztin gefragt.

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Diese beiden Mittel gegen Reiseübelkeit haben am besten abgeschnitten:

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Scopoderm TTS
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Produktinformationen
RezeptpflichtigNeinJa
Für wen geeignet?geeignet für Erwachsene; mit Einschränkung geeignet für Kindergeeignet für Erwachsene und Kinder über 10 Jahre
WichtigMacht müde; Nebenwirkungen beachtenNebenwirkungen beachten
Verfügbar beiShop Apotheke5,50 €Shop Apotheke0,00 €

Diese 2 Mittel sind für Erwachsene und Jugendliche geeignet

Scopoderm TTS Membranpflaster

Am besten bewertet haben die Arzneimittelexpert*innen von Stiftung Warentest das Pflaster Scopoderm TTS (z. B. bei Shop Apotheke; 5 Pflaster für um die 30 €). Es ist das einzige Mittel im Test, für das ihr ein Rezept von eurem Arzt oder eurer Ärztin braucht. Der Wirkstoff im Pflaster ist Scopolamin und geeignet für Erwachsene und Jugendliche. Er hilft laut Stiftung Warentest, Übelkeit und Erbrechen bei längeren Reisen wie Langstreckenflügen oder Seereisen vorzubeugen.

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Das Pflaster funktioniert so: Ihr klebt es ein paar Stunden, bevor eure Reise losgeht, hinters Ohr. Der Wirkstoff wird durch die Haut ins Blut abgegeben und die Wirkung kann dann bis zu drei Tage anhalten. Derzeit gibt es jedoch leider Lieferengpässe, meldete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Emesan: Tabletten gegen Reiseübelkeit

Beim Mittel Emesan (z. B. bei Shop Apotheke) handelt es sich um Tabletten mit dem Wirkstoff Diphenhydramin. Sie sind nicht verschreibungspflichtig, das heißt, ihr bekommt sie auch ohne Rezept in der Apotheke.

Einnahme: Wer zu Reiseübelkeit neigt, schluckt etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Reise eine Tablette. Laut den Expert*innen von Stiftung Warentest kann das helfen, die Fahrt in Auto, Bus, Zug, Flugzeug oder auf einem Schiff besser zu überstehen. Aber Vorsicht: Das Mittel macht müde. Deshalb sollte man nach der Einnahme zum Beispiel nicht selbst Auto fahren.

Wichtig zu wissen: Für Kinder ist dieses Mittel laut Stiftung Warentest nur "mit Einschränkung geeignet", da es ernsthafte Nebenwirkungen auslösen kann. Hier ist immer erst mal ein Gespräch mit eurer Kinderärztin sinnvoll – und weiter unten findet ihr viele Mittel gegen Reiseübelkeit, die nebenwirkungsfrei sind (von Snack- bis hin zu Tipps, wo ihr auf Reisen im jeweiligen Fahr-/Flugzeug am besten sitzt).

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Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 14.06.2024 16:05 Uhr

Diese 16 Mittel sind laut Stiftung Warentest nur eingeschränkt für Reisekranke geeignet 

16 der 18 untersuchten Mittel bewertet Stiftung Warentest als "eingeschränkt geeignet". Darunter sind 15, die auf dem Wirkstoff Dimenhydrinat basieren. Er ist einer der meist verwendeten Arzneistoffe gegen Übelkeit und Erbrechen auf Reisen. Als Nebenwirkungen treten häufig Müdigkeit und Schläfrigkeit auf. Es können aber auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dazukommen.

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Vorsicht bei Kindern: Sie reagieren laut den Arzneimittelexpert*innen empfindlicher auf diese Mittel. Sie werden entweder sehr müde oder aber unruhig. Auch Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Fieberkrämpfe können auftreten. Sprecht euch auch hier unbedingt mit eurer Kinderärztin ab.

Ingwer als pflanzliches Mittel bei Reiseübelkeit?

Als einzige pflanzliche Alternative für Reisekranke bewerteten die Arzneimittel-Expert*innen von Stiftung Warentest Ingwer – und zwar das Anti-Reiseübelkeits-Mittel Zintona. Es enthält pulverisierte Ingwerwurzel und kann typische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf Reisen vorbeugen. Nebenwirkungen löst das Mittel nicht aus. Allerdings sollte die therapeutische Wirksamkeit laut Stiftung Warentest noch besser belegt werden.

Der komplette Test von Mitteln gegen Reiseübelkeit ist in der Stiftung Warentest-Printausgabe 06/2021 erschienen. Ihr könnt ihn unter www.test.de/Mittel-gegen-Reisekrankheit-Hilfe-gegen-Uebelkeit für 1 € herunterladen.

Wann spricht man eigentlich von Reiseübelkeit?

Reiseübelkeit (Kinetose) tritt auf, wenn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr widersprüchliche Signale zum Gehirn sendet. Also wenn beispielsweise die Augen sehen, dass man sich bewegt, während der Körper still sitzt. Das passiert schon mal, wenn es zum Beispiel auf See schaukelt oder wir mit dem Auto eine sehr kurvige Strecke fahren.

Die Folge: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit oder sogar Erbrechen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen sind auf Reisen sehr sensibel und haben mit solchen Symptomen zu kämpfen.

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Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren sind am meisten betroffen, insbesondere zwischen 9 und 10 Jahren. Das Gleichgewichtsorgan bzw. vestibuläre System ist in diesem Alter noch nicht voll entwickelt. Die Neigung zur Reiseübelkeit nimmt meist mit der Pubertät ab – vielleicht durch Gewöhnung. Dennoch können auch Erwachsene, insbesondere Frauen, darunter leiden. Bekannt ist auch, dass Reiseübelkeit in Familien gehäuft auftreten kann.
(Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen)

Wann sollten Kinder Mittel gegen Reisekrankheit nehmen?

Vor allem Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren wird oft schlecht auf Reisen. Ihr solltet trotzdem erstmal alle herkömmlichen Mittel ausprobieren, bevor ihr auf Medikamente zurückgreift. Wie der Test von Stiftung Warentest gezeigt hat, sind keine der Mittel uneingeschränkt für Kinder geeignet. Die möglichen Nebenwirkungen sind nicht ohne und lassen eure Kinder im schlimmsten Fall noch stärker auf eurer Reise leiden.

Gute Alternativen zu Medikamenten: Was Kindern und Eltern gegen Reiseübelkeit hilft

Klar, eine Kotztüte (sorry, Brechtüte …) kann nicht schaden. Diese Tipps helfen aber auch in so ziemlich jedem Alter, um Reiseübelkeit vorzubeugen:

  • Was essen, aber nicht zu viel: Typisch für die Reiseübelkeit sind ein flauer Magen bis hin zu Brechreiz und Erbrechen. Um dem vorzubeugen, kann es helfen, vor der Reise nur etwas Leichtes wie Obst oder ein belegtes Brot essen.
  • Reise-Snacks mit Bedacht wählen: Unterwegs bitte auch bedacht snacken. Verzichten sollten zu Reiseübelkeit neigende Personen auf fettiges Essen und histaminhaltige Lebensmittel (dazu zählen z.B. Salami, Käse, Tomaten, Fast Food).
  • Durstig? Dann greift zu Wasser oder Tee. Milch, Smoothies und Co eignen sich weniger gut, wenn jemand zu Übelkeit neigt.
  • Widersprüchliche Sinnesreize vermeiden: Aufs Handy, Gaming oder Lesen lieber verzichten, denn das triggert die Reiseübelkeit oft. Denn sie tritt auf, wenn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr widersprüchliche Signale zum Gehirn sendet, also z.B. die Augen sehen, dass man sich bewegt, während der Körper still sitzt. Dieses Missverhältnis kann dann Übelkeit, Schwindel und Unwohlsein verursachen.
  • Ablenkung hilft oft: Lieder, ein Hörbuch, Ratespiele – auch das kann helfen, um nicht zu oft an eine mögliche Reiseübelkeit zu denken (sodass sie hoffentlich nicht entsteht). Falls doch: Seid vorbereitet. Notfalls mit Tüten und Feuchttüchern.
  • Frische Luft hilft. Kontraproduktiv wirken bei zu Reiseübelkeit neigenden Kids und Erwachsenen schlechte Gerüche. Klar, sie triggern die Übelkeit.
  • Bei Anzeichen sofort gegensteuern: Bei den ersten Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel sofort einen festen Punkt in der Ferne fixieren. Am besten (wenn möglich) vorne aus dem Fenster schauen. Das wirkt wie ein Rettungsanker.
  • Selbst fahren: Bei Autofahrten kann es helfen, selbst zu fahren, statt als Beifahrer*in im Wagen zu sitzen. Das hilft Kindern natürlich wenig. Für sie ist aber der nächste Tipp Gold wert.
  • Nachts reisen. Im Schlaf wird uns nicht übel. Der Nacht-Reise-Hack kann daher vor allem kleinen Kindern helfen, denen auf Reisen schnell schlecht wird.
  • In Fahrtrichtung schauen: Im Zug kann das Rückwärtsfahren schneller Übelkeit verursachen. Wechselt gegebenenfalls auf einen Sitz in Fahrtrichtung.
  • Auf dem Schiff: Wer schnell seekrank wird, sollte sich in der Schiffskabine lang hinlegen oder sich in der Mitte des Schiffes aufhalten. Hilfreich ist auch, frische Luft zu schnappen und euch dabei immer einen Fixpunkt zu suchen – etwa den Horizont.
  • Im Flugzeug: Schaut schon bei der Reisebuchung, dass ihr im Flugzeug einen Sitz auf Höhe der Tragflächen bekommt. Dort lassen sich Turbulenzen leichter ertragen. Und: Mit einem Platz am Gang könnt ihr zwischendurch mal eben auf und ab laufen. Am besten beim Flug keinen Alkohol trinken oder rauchen.
  • Noch ein Mittel ohne Nebenwirkungen: Einigen hilft es, Bonbons zu lutschen oder Kaugummis zu kauen, um fieser Übelkeit auf Reisen vorzubeugen.
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Wir recherchieren mit großer Sorgfalt und nutzen nur vertrauenswürdige Quellen. Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure Ärzt*innen, Hebammen oder Apotheker*innen, damit sie euch individuell weiterhelfen können.

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Quellen: Stiftung Warentest, Gelbe Liste: Scopolamin und Emesan, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen, Bundesministerium für Gesundheit

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