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Reiseübelkeit: Diese Mittel helfen euch bei Autofahrten und Co.

Reiseübelkeit: Diese Mittel helfen euch bei Autofahrten und Co.

Stiftung Warentest

Ob im Auto, Flugzeug, Zug oder auf dem Schiff: Nicht jeder kommt gut mit langen Fahrten klar. Schnell wird einem schlecht und die Reise macht nur halb so viel Spaß. Mittel gegen Reiseübelkeit können helfen, aber welche sind wirklich gut? Stiftung Warentest hat 18 Mittel verglichen. Allerdings sind nur wenige für Erwachsene und Kinder geeignet. 

So langsam, aber sicher geht es bei vielen wieder an die Urlaubsplanung. Aber egal, für welches Verkehrsmittel ihr euch entscheidet, vielen schlägt die Hin- und Rückfahrt häufig auf den Magen. Vor allem Kinder können lange Autofahrten oder Flüge noch nicht so gut aushalten, ohne dass ihnen übel wird. Wenn ihr mit einem Mittel gegen Reiseübelkeit vorbeugen wollt, sind die neuesten Testergebnisse von Stiftung Warentest sehr hilfreich.

Mittel gegen Reiseübelkeit: Die Ergebnisse im Überblick

Stiftung Warentest hat 18 Mittel untersucht, die Reisekranken helfen sollen – darunter Tabletten, Zäpfchen, Kapseln, Sirup und Reisekaugummi für Erwachsene und Kinder. Die meisten Mittel haben die Expert*innen allerdings nicht überzeugt. Insgesamt 16 wurden als "eingeschränkt geeignet" eingestuft – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Lediglich zwei beurteilt Stiftung Warentest als "geeignet". Für kleinere Kinder sind allerdings alle untersuchten Mittel "mit Einschränkung geeignet" – wegen der Nebenwirkungen.

Diese beiden Mittel gegen Reiseübelkeit haben am besten abgeschnitten: 

Medikament Inhalt/Dosis Rezeptpflichtig  Bewertung Preis Wo zu kaufen
Scopoderm TTS 5 Pflaster, 0,33 mg Scopolamin/Tag Ja Geeignet für Erwachsene und Kinder über zehn Jahre 30,52 € z. B. bei Shop Apotheke
Emesan 10 Tabletten, 50 mg/Stück Nein Geeignet für Erwachsene

Mit Einschränkung geeignet für Kinder

2,30 € z. B. bei Shop Apotheke

Diese Mittel sind für Erwachsene und Jugendliche geeignet

Scopoderm TTS Membranpflaster

Bildquelle: Shop Apotheke

Am besten bewertet haben die Arzneimittelexpert*innen von Stiftung Warentest das Pflaster Scopoderm TTS (z. B. bei Shop Apotheke für 30,52 €). Es ist das einzige Mittel im Test, für das ihr ein Rezept braucht. Der Wirkstoff im Pflaster ist Scopolamin und geeignet für Erwachsene und Jugendliche. Er hilft laut Stiftung Warentest, um Übelkeit und Erbrechen bei längeren Reisen wie Langstreckenflügen oder Seereisen vorzubeugen.

Das Pflaster funktioniert so: Ihr klebt es ein paar Stunden, bevor eure Reise losgeht, hinters Ohr. Der Wirkstoff wird durch die Haut ins Blut abgegeben und die Wirkung kann bis zu drei Tage anhalten. 

Emesan

Bildquelle: Shop Apotheke

Bei dem Mittel Emesan (z. B. bei Shop Apotheke für 2,30 €) handelt es sich um Tabletten. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Reise sollte man eine Tablette nehmen. Laut den Expert*innen von Stiftung Warentest kann das helfen, die Reise besser zu überstehen. Aber Vorsicht: Das Mittel macht müde. Deshalb sollte man nach der Einnahme zum Beispiel nicht selbst Auto fahren. 

Für Kinder ist dieses Mittel laut Stiftung Warentest nur "mit Einschränkung geeignet", da es ernsthafte Nebenwirkungen auslösen kann.

16 Mittel nur eingeschränkt für Reisekranke geeignet 

16 der 18 untersuchten Mittel bewertet Stiftung Warentest als "eingeschränkt geeignet". Darunter sind 15, die auf dem Wirkstoff Dimenhydrinat basieren. Er ist einer der meist verwendeten Arzneistoffe gegen Übelkeit und Erbrechen auf Reisen. Nebenwirkungen sind häufig Müdigkeit und Schläfrigkeit. Es können aber zum Beispiel auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dazukommen.

Kinder reagieren laut den Arzneimittelexpert*innen empfindlicher auf diese Mittel. Sie werden entweder sehr müde oder aber unruhig. Auch Nebenwirkungen wie Verstopfung oder Fieberkrämpfe können auftreten.

Auch nur eingeschränkt geeignet: Ingwer als pflanzliche Alternative

Als einzige pflanzliche Alternative für Reisekranke wurde Ingwer im Test bewertet – und zwar das Mittel Zintona. Es enthält pulverisierte Ingwerwurzel und kann typische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf Reisen vorbeugen. Nebenwirkungen löst das Mittel nicht aus. Allerdings sollte die therapeutische Wirksamkeit laut Stiftung Warentest noch besser belegt werden.

Der komplette Test von Mitteln gegen Reiseübelkeit ist in der Stiftung Warentest-Printausgabe 06/2021 erschienen und kann unter www.test.de/Mittel-gegen-Reisekrankheit-Hilfe-gegen-Uebelkeit für 1 € heruntergeladen werden.

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Wann spricht man von Reiseübelkeit?

Von Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, spricht man, wenn der Gleichgewichtssinn gestört ist. Das passiert schon mal, wenn es zum Beispiel auf See schaukelig wird oder man mit dem Auto eine sehr kurvige Strecke fährt. Die Folge: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit oder im schlimmsten Fall sogar Erbrechen. Laut Stiftung Warentest reagieren etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen auf Reisen sehr sensibel und haben mit solchen Symptomen zu kämpfen.

Welche herkömmlichen Mittel helfen am besten gegen Reiseübelkeit?

  • Vor der Reise nur etwas Leichtes wie Obst oder ein belegtes Brot essen.
  • Auf Spiele und Lesen lieber verzichten.
  • Bei den ersten Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel gegensteuern und zum Beispiel einen festen Punkt in der Ferne fixieren. Am besten (wenn möglich) vorne aus dem Fenster schauen.
  • Bei Autofahrten kann es helfen, selbst zu fahren, anstatt als Beifahrer im Wagen zu sitzen.
  • Im Zug kann das Rückwärtsfahren schneller Übelkeit verursachen. Wechselt gegebenenfalls auf einen Sitz in Fahrtrichtung.
  • Guckt schon bei der Reisebuchung, dass ihr im Flugzeug einen Sitz auf Höhe der Tragflächen bekommt. Dort lassen sich Turbulenzen leichter ertragen. Und: Mit einem Platz am Gang könnt ihr zwischendurch mal eben auf und ab laufen. Am besten beim Flug keinen Alkohol trinken oder rauchen. Einigen helfen Bonbons oder Kaugummis, um Übelkeit vorzubeugen.
  • Wer schnell seekrank wird, sollte sich in der Schiffskabine lang hinlegen oder sich in der Mitte des Schiffes aufhalten. Hilfreich ist auch, frische Luft zu tanken und euch einen Fixpunkt zu suchen – etwa den Horizont.

Wann sollten Kinder Mittel gegen Reisekrankheit nehmen?

Vor allem Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren wird oft schlecht auf Reisen. Ihr solltet trotzdem erstmal alle herkömmlichen Mittel ausprobieren, bevor ihr auf Medikamente zurückgreift. Wie der Test von Stiftung Warentest gezeigt hat, sind keine der Mittel uneingeschränkt für Kinder geeignet. Die möglichen Nebenwirkungen sind nicht ohne und lassen eure Kinder im schlimmsten Fall noch stärker auf eurer Reise leiden.

Quelle: Stiftung Warentest, netdoktor

Bildquelle: Getty Images/eclipse_images, Shop Apotheke
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