Zahnen: Schlechte Laune und grenzenloser Kaudrang

Das Durchbrechen der Zähne macht manchen Babys sehr zu schaffen. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Baby beim Zahnen unterstützen können und wie Sie Babys ersten Zähne von Beginn an richtig pflegen.


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Wann bekommt das Baby erste Zähne?


Die Milchzähne sind schon vor der Geburt im Kieferknochen angelegt. Etwa ab dem 6. Monat beginnen sie dann schubweise durchzubrechen. Bei manchen Kindern zeigt sich das erste Zähnchen auch schon früher, andere lächeln dafür noch bis zum 8. Monat vollkommen zahnlos.

Meistens sind es die unteren mittleren Schneidezähne, die zuerst zu sehen sind. Dann folgen die oberen und die seitlichen Schneidzähne. Die Backen- und Eckzähne kommen in der Regel zuletzt. Spätestens zum dritten Geburtstag ist das Milchgebiss dann vollständig. 

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Zwei lange Jahre arbeitet Ihr Baby an seinem Milchgebiss. Sehen Sie hier, welche Zähne zuerst durchbrechen. Ein Überblick.


Zahnen beim Baby: Symptome und Irrglauben

Wenn die Zähne sich durch das Zahnfleisch schieben, macht das vielen Babys zu schaffen: Das Zahnfleisch spannt, drückt, juckt und schmerzt. Diese Anzeichen könnten darauf hindeuten, dass Ihr Baby zahnt:


Baby zahnt


© Thinkstock
•  Ihr Baby beißt und kaut auf allem herum,
    was es in die Fingerchen bekommt.
•  Der Speichel fliest geradezu in Strömen und
    rinnt aus den Mundwinkeln.
•  Gerötete Wangen, vor allem an der Seite, wo
    sich ein neuer Zahn ankündigt.
•  Das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen.
    Das Baby reibt häufig daran herum.
•  In Verbindung mit diesen Symptome sind
    auch eine erhöhte Körpertemperatur und
    weicher Stuhl möglich.
•  Das Baby ist phasenweise sehr weinerlich und
    unzufrieden, was leider auch die eine oder
    andere unruhige Nacht mit sich bringt.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind ernstere Symptome wie Fieber beim Baby und Durchfall dagegen keine normalen Begleiterscheinungen des Zahnens. Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte klärt auf: „Beim Zahnen können Babys weinerlich werden und erhöhte Temperatur bekommen, sie sabbern mehr und reiben an ihrem gereizten Zahnfleisch. Doch Blasen im Mund, Appetitlosigkeit und Durchfall gehören nicht zu den Folgen des Zahndurchbruchs.“ Eher sei ein Infekt als Ursache zu vermuten, der nur zufällig mit dem Durchbruch der Zähne zusammenfällt. Dr. Kahl rät daher vorsichtshalber zu einem Besuch beim Kinderarzt, sollten ernstere und anhaltende Krankheitssymptome bei Ihrem Baby auftreten.

Übrigens: Nicht alle Babys haben Probleme mit dem Zahnen. Manchmal entdecken Eltern das erste oder ein weiteres Zähnchen rein zufällig, ohne, dass Ihr Baby merklich unter dem Durchbruch litt. Sollte Ihr Kleines nicht zu diesen Glückspilzen gehören, haben wir noch einige Tipps für Sie, wie Sie Ihrem Baby das Zahnen erleichtern können.
Was dem Baby beim Zahnen hilft

Zahnen: Was dem Baby hilft
  • 1 / 6
    Massage

    Eine Massage des Zahnfleischs tut vielen Babys jetzt gut. Nutzen Sie dafür einfach eine sauberen Finger oder Baby-Zahnpflege-Fingerlinge. Zur Linderung der Schmerzen können Sie dabei das Zahnfleisch mit kühlem Kamillentee einreiben. Auch der abgekühlte Tee aus 5 Gewürznelken, die in 200 ml Wasser für rund zehn Minuten siedeten, kann Zahnungsschmerzen lindern.

  • 2 / 6
    Beißen lassen

    Das Herumkauen auf härteren Gegenständen wirkt ebenfalls wie eine wohltuende Massage für das drückende und juckende Zahnfleisch. Am besten eignen sich dafür schadstofffreie Beißringe oder feuchte Waschlappen. Leicht gekühlt mindern sie die Durchblutung, lindern den Schmerz und hemmen mögliche Entzündungen. Auch ein Stück Brotrinde oder gekühlte Stücke Fenchel und Möhre können als Zahnungshelfer dienen. Lassen Sie Ihr Baby damit aber nicht unbeaufsichtigt, es könnte sich verschlucken.

  • 3 / 6
    Veilchenwurzel

    Die Veilchenwurzel hat eine schmerzstillende Wirkung und wird von einigen Hebammen als Zahnungshilfe empfohlen. Einziges Problem: die Hygiene. Auf dem Holz können sich schnell Keime bilden. Wenn Sie die Wurzel dennoch ausprobieren möchten, spülen und kochen Sie sie regelmäßig mit Wasser ab und lassen Sie sie gut durchtrocknen. Rissige und kaputte Wurzeln entsorgen und nicht mehr zum Beißen anbieten!

  • 4 / 6
    Zahnungsgel

    Leidet ihr Baby sehr, können schmerzstillende und entzündungshemmende Zahnungsgels Linderung verschaffen. Lassen Sie sich dazu vom Kinderarzt oder in der Apotheke hinsichtlich der richtigen Salbe und wichtiger Anwendungshinweise beraten.

  • 5 / 6
    Homöopathie

    Einige Mamas schwören auf Homöopathie bei Zahnungsschmerzen. In Frage kommt da vor allem der Wirkstoff Chamomilla (Kamille).

  • 6 / 6
    Lätzchen

    Bei vermehrtem Speichelfluss beim Zahnen sind Hals und Brust im Nu durchnässt. Halstücher und Lätzchen sorgen dafür, dass Strampler und Hemdchen trocken bleiben.


Welcher dieser Tipps Ihrem Baby beim Zahnen hilft, probieren Sie am besten aus. Schließlich ist kein Kind wie das andere. Vor einem warnen Kinderärzte aber deutlich: Finger weg von Bernsteinketten! Eine solche Kette gehört nicht um den Hals des Babys, denn es könnte sich damit strangulieren oder sich daran verschlucken, wenn sich Teile lösen. Auch ist die angeblich schmerzlindernde Wirkung durch Schwingungen und die Freisetzung ätherischer Öle beim Tragen nicht wissenschaftlich belegbar. Greifen Sie daher lieber zu anderen Zahnungshelfern. Überhaupt sind Ablenkung und Zärtlichkeit sicher das beste Beruhigungsmittel für jedes zahnende Baby.

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