Was tun, wenn Ihr Kind ins Krankenhaus muss?

Ihr Kind muss ins Krankenhaus? Eine Situation, der Eltern meist mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Wir haben Tipps, wie der Krankenhausaufenthalt seinen Schrecken verliert und für Kind und Eltern entspannt verläuft. Plus: Packliste für den Krankenhausaufenthalt.


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Wenn das Kind ins Krankenhaus muss


Den meisten Kindern bleibt in den ersten Lebensjahren ein – meist undramatischer – Krankenhausaufenthalt nicht erspart. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich:
➤ Bei Babys ist ein Krankenhausbesuch häufig dann notwendig, wenn sie ein Antibiotikum nehmen müssen. In den ersten Lebensmonaten ist das nur mittels Infusion möglich.
➤ Bei Babys und Kleinkinder kann eine Infektion mit Rota- oder Noroviren schnell zu einem Flüssigkeitsverlust führen – auch dann ist ein Krankenhausaufenthalt oft unumgänglich.
➤ In den ersten Lebensjahren ist ein Sturz oder ein Unfall häufig Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Kleine Kinder ziehen sich schnell eine Gehirnerschütterung zu, größere brechen sich Arme oder Beine beim wilden Rumtoben.

Kind Krankenhaus


© iStock
In all diesen Fällen muss es meist schnell gehen, für langes Planen und Packen ist keine Zeit. Nichtsdestotrotz ein paar Tipps:
Krankenhausaufenthalt als Notfall
Wenn Sie mit Ihrem Kind in die Notaufnahme des Krankenhauses fahren, nehmen Sie vorsichtshalber immer eine Tasche mit den allerwichtigsten Übernachtungs-Utensilien mit. Denn nicht selten werden die Ärzte Sie und Ihr Kind zur Beobachtung dabehalten wollen. Was Sie auf jeden Fall dabei haben sollten: Die Versicherungskarte, das Lieblingskuscheltier und Lieblingsspielzeug. Denn Wartezeiten gehören in der Notaufnahme dazu.
Wenn es Ihrem Kind sehr schlecht geht (Atemnot, Bewusslosigkeit, Krampfanfall o.ä.) – oder Sie selbst eindeutig zu aufgeregt und zittrig sind, um selber Auto zu fahren: Zögern Sie nicht, den Rettungswagen zu rufen. Andererseits sollten Sie bei undramatischen Krankheitsbildern nicht ins Krankenhaus fahren, sondern immer zuerst den Kinderarzt aufsuchen. Eine normale Erkältung, der Verdacht auf Windpocken oder Fieber sind erstmal kein Grund für die Fahrt ins Krankenhaus. Wenn der Arzt keine Sprechstunde mehr hat, rufen Sie den Bereitschaftsarzt, den es in fast allen Regionen Deutschlands gibt. In vielen Großstädten gibt es zudem einen kinderärztlichen Notdienst oder sogenannte Notfallpraxen, die auch abends und an den Wochenenden geöffnet haben.
Geplanter Krankenhausaufenthalt
Wenn ein Krankenhausaufenthalt geplant ist, ist es natürlich deutlich leichter, den Aufenthalt zu organisieren und vorzubereiten. Hier haben Sie auch genug Zeit zu klären, wer das Kind begleitet, wie Sie anstehende Arbeitstermine oder die eventuelle Betreuung des Geschwisterkindes organisieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind vorher über den Eingriff, beantworten Sie seine Fragen, vermeiden Sie aber alle Themen, die ihm Angst machen. 


Tipps zur Vorbereitung eines Krankenhausaufenthalts

● Mit einem Arztkoffer lässt sich anschaulich erklären, was den kleinen Patienten erwartet. Und er darf selbst als Herr oder Frau Doktor den Teddy oder die Puppe untersuchen und verbinden.

● Es gibt auch jede Menge Bilderbücher, die kleinen Kinder erklären, wie der Alltag im Krankenhaus aussieht. Unsere Favoriten: "Conni im Krankenhaus" und "Wieso? Weshalb? Warum?: Was passiert im Krankenhaus?"

● Überlegen Sie sich schon vorab Ideen für den Zeitvertreib im Krankenhaus. Da gibt es sicher jede Menge Bücher, die Sie schon immer mal vorlesen wollten und Spiele, für die jetzt endlich mal genug Zeit ist. Weitere Ideen: Gemeinsam Fotoalben vom Urlaub anschauen, einfache Bastel-Projekte oder Beschäftigungshefte mit Rätseln, Stickern etc.

● Informieren Sie Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich. ➤ Gut zu wissen: Wenn Ihr Kind im Krankenhaus ist, haben Sie als Eltern das Recht, von der Arbeit freigestellt zu werden.

● Wie sind die Übernachtungsmöglichkeiten im Krankenhaus? Informieren Sie sich vorab über die Möglichkeiten, die das Krankenhaus bietet.

● Wer kümmert sich um das Geschwisterkind? Wenn Geschwisterkinder (unter zwölf Jahren) zu betreuen sind, gibt es die Möglichkeit, dass die Krankenkasse eine Haushaltshilfe finanziert. ➤Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkassen nach den geltenden Richtlinien.

● Besonders schön ist es für kleine Patienten, wenn Freunde, Verwandte oder Mitschüler sie besuchen kommen, ihnen etwas malen oder Hausaufgaben bringen.

● Eltern sollten in jedem Fall den Kindergarten oder die Schule informieren, dass und aus welchen Gründen ihr Kind im Krankenhaus ist.
Packlisten für den Krankenhausaufenthalt

Packliste fürs Krankenhaus - für Kinder


© vision net ag

Packliste fürs Krankenhaus - für Mama & Papa


© vision net ag

Wann dürfen Eltern mit ins Krankenhaus?
Mussten Kinder früher ganz alleine im Krankenhaus bleiben, ist es heutzutage meist kein Problem, dass Mama oder Papa bei ihrem kranken Kind im Krankenhaus bleiben und auch dort übernachten. Teilweise steht dem betreuenden Elternteil sogar ein Eltern-Kind-Zimmer zur Verfügung. Wenn ein Elternteil im Krankenhaus übernachten möchte, ist dafür formal eine "medizinische Notwendigkeit" erforderlich – dann übernimmt die Krankenkasse die anfallenden Kosten. Diese medizinische Notwendigkeit wird vom Krankenhaus bescheinigt, sie ist bei Säuglingen und Kindern bis zum 9. Lebensjahr meist völlig problemlos zu bekommen. In Notfällen oder bei behinderten Kindern gehört sie auch bei älteren Kindern zum Standard der Krankenhäuser. Sollte es keine Übernachtungsmöglichkeit geben, dürfen Sie Ihr Kind meistens so lange besuchen wie Sie mögen und können so von früh am Morgen bis zur Schlafenszeit bei ihm sein. Gibt es Probleme, berät der Bundesverband "Aktion Kind im Krankenhaus".
Krankenhaus: Für Kinder eine Extremsituation
Wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, bleiben Sie so lange wie möglich bei Ihrem Kind: Ihr Kind braucht Sie in dieser Zeit ganz besonders! Für ein Kind ist ein Krankenhausaufenthalt eine neue und schwierige Situation, die sogar traumatisierend sein kann, wenn es sich im Krankenhaus alleine gelassen fühlt. Vor allem für kleine Kinder ist es wichtig, dass die Eltern möglichst rund um die Uhr bei ihnen sind, sie sich geborgen und behütet fühlen und jederzeit ihre Fragen und Ängste loswerden können. Anders ist die Situation bei älteren Kindern, die durchaus über Nacht und teilweise auch am Tag alleine bleiben können. Sie als Eltern können am besten einschätzen, wie gut Ihr Kind mit der Situation im Krankenhaus klar kommt.

Teilweise reagieren Kinder extrem auf die ungewohnte und beängstigende Situation im Krankenhaus: Die einen weinen viel, andere ziehen sich ganz in sich zurück, wieder andere werden aggressiv. Immer wieder machen Kinder in der Zeit im Krankenhaus auch kleine Rückschritte in der Entwicklung: Sie nässen wieder ein oder brauchen ihren Schnuller wieder.

● So wichtig Konsequenz im Erziehungsalltag ist, jetzt ist es am wichtigsten, dass Ihr Kind Geborgenheit und Zuspruch bekommt.

● Versuchen Sie, sich in Ihr Kind hineinzuversetzen und ihm in der Krankenhauszeit so viel Geborgenheit und Stabilität wie möglich zu vermitteln.

● Nehmen Sie eventuelle Entwicklungsrückschritte gelassen hin, die sind schnell wieder aufgeholt, wenn im Alltag wieder alles seinen gewohnten Gang geht.

● Beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes offen und ehrlich und beschönigen Sie z.B. eventuelle Schmerzen bei einem Eingriff nicht ("Ja, es kann sein, dass die Spritze weh tut, aber der Schmerz dauert nur ganz kurz. Und ich halte die ganze Zeit deine Hand!").

● Beziehen Sie Ihr Kind bei unproblematischen Gesprächen mit dem Arzt mit ein, dann fühlt es sich nicht ausgegrenzt und kann besser verstehen, was passiert. Schwierige Gespräche sollten Sie allerdings auf keinen Fall im Beisein Ihres Kindes führen.

● Loben Sie Ihr Kind immer wieder! Auch kleine Belohnungen oder Extras (wie Nutella zum Abendbrot) sind natürlich erlaubt. 

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In diesen Fällen sollten Sie unbedingt ins Krankenhaus fahren oder einen Rettungswagen rufen

● Ihr Kind ist nicht richtig bei Bewusstsein oder sogar ohnmächtig. ➤ Rettungswagen
● Ihr Kind hat Atemnot. ➤ Rettungswagen
● Ihr Kind läuft bläulich an (= Zeichen für Sauerstoffmangel). ➤ Rettungswagen
● Krampfanfälle ➤ Rettungswagen
● Ihr Kind hat etwas Giftiges gegessen oder getrunken. ➤ Rettungswagen
● Verbrennung ➤ Rettungswagen
● Sie befürchten nach einem Sturz einen Bruch oder eine Gehirnerschütterung ➤ Notaufnahme im Krankenhaus
● Eingesunkene Fontanelle (= Anzeichen für Flüssigkeitsmangel) ➤ Notaufnahme im Krankenhaus
In diesen Fällen sollten Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt
● Fremdkörper im Ohr oder in der Nase (nicht lebensbedrohlich)
Durchfall (> 12 Stunden)
Fieber (>zwei Tage)
● Starkes Erbrechen
● Unklarer Ausschlag
● Starker Husten / plötzlicher Hustenfall (evtl. Pseudokrupp)
● Starke Ohrenschmerzen
● Atembeschwerden

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