Schwimmen lernen: Das richtige Alter

Leider gehört Ertrinken noch immer zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Es kann für ein Kind daher überlebenswichtig sein, so früh wie möglich schwimmen zu können. Wann genau Sie mit dem Schwimm-Training beginnen sollten und woran Sie einen guten Schwimmkurs erkennen, erfahren Sie hier in unserem Ratgeber.


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Babyschwimmen und Wassergewöhnungskurse


Ab vier Monaten können Sie mit Ihrem Baby zum Babyschwimmen gehen. Klar lernt Ihr Kleines da noch nicht schwimmen, aber es wird von Beginn an spielerisch an das Element Wasser gewöhnt. Viele Schwimmbäder und -vereine bieten auch Wassergewöhnungskurse an, an denen ein Kleinkind im Alter von ca. ein bis vier Jahren teilnehmen kann. Dabei lernen wasserscheue und ängstliche Kinder in einfachen Übungen den Umgang mit und im Wasser, wobei der Spaß und positive Erfahrungen im Vordergrund der Kurse stehen. 

Schwimmen lernen: Kleinkind im Wasser

Wassergewöhnungskurse helfen beim Überwinden der Scheu.


© Thinkstock
Schwimmen lernen klappt ab ca. 5 Jahren

Je früher ein Kind schwimmen kann, desto besser. Das hilft nicht nur bei Unfällen im und am Wasser, sondern gibt dem Kind auch das Gefühl von Sicherheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, was auch dem Selbstvertrauen dient. Das ideale Alter um schwimmen zu lernen liegt zwischen fünf und acht Jahren. Mit Paddelbewegungen und Hundekraulen kann sich ein Kind ab ca. vier Jahren meistens schon über Wasser halten und ggf. ein paar Meter vorwärts kommen. Auch erste Grundfertigkeiten wie das Tauchen und Gleiten im Wasser können Vierjährige schon üben.

Die besten motorischen Voraussetzungen zum richtigen Schwimmenlernen haben normal entwickelte Kinder jedoch erst im fünften bis sechsten Lebensjahr. Eine Faustregel besagt, dass Körperbeherrschung und Motorik dann ausgereift genug zum Schwimmenlernen sind, wenn das Kind sicher und ohne Stützräder Fahrrad fahren kann. Das Brustschwimmen erfordert dabei einiges an Koordination hinsichtlich der Arm- und Beinbewegungen und der Atmung, weshalb jungen Schwimmanfängern zu Beginn in der Regel die Wechselschlagschwimmarten Kraulen und Rückenschwimmen leichter fallen.

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Was einen guten Schwimmkurs ausmacht

Um eines der anerkannten Schwimmabzeichen zu erhalten, ist ein professioneller Schwimmkurses keine Pflicht. Sie können Ihrem Kind auch selbst schwimmen beibringen und es zur Abzeichen-Prüfung anmelden, wenn es soweit ist. Zwar sparen Sie so die Kursgebühren (in der Regel zwischen 70 und 120 Euro), andererseits bietet ein Schwimmkurs viele Vorteile gegenüber dem Selbstbeibringen.

Oft lernen Kinder lieber in der Gruppe oder brauchen eine gewisse Distanz zum Schwimmlehrer, um dessen Anweisungen diszipliniert zu folgen. Vielleicht fühlen Sie sich auch unwohl in der Lehrerrolle oder sind selbst unsicher im Wasser? Auch dann kann ein Schwimmkurs helfen. Außerdem haben die ausgebildeten Schwimmlehrer die fachlichen Kenntnisse, um den Kindern schnell die richtige Technik beizubringen.

Der Schwimmverband Nordrhein-Westfalen e.V. empfiehlt sich über die folgenden Punkte zu informieren, bevor Sie Ihr Kind zu einem Schwimmkurs anmelden:

➤ Wie lange dauert der Kurs?
Ein Schwimmkurs sollte 10 bis 12 Übungsstunden umfassen

➤ Wie viele Kinder werden gleichzeitig unterrichtet?
Im Idealfall werden fünf- bis sechsjährige Kinder in Gruppen von maximal acht Teilnehmern unterrichtet. So kann sich der Schwimmlehrer auf die einzelnen Schwimmanfänger konzentrieren. Bei älteren Kindern kann die Gruppe auch ein wenig größer sein.

➤ Welches Ziel hat der Kurs?
Ein klares Lernziel, wie zum Beispiel das Seepferdchen-Abzeichen, motiviert und weckt den Ehrgeiz der Kinder.

➤ Hat der Kursleiter die nötige Qualifikation zum Unterrichten?
Schwimmlehrer sollten Ihnen auf Wunsch relevante Zertifikate und Zeugnisse zeigen können, die sie zum professionellen Schwimmunterricht qualifizieren.

➤ Wie geht der Schwimmlehrer mit den Kindern um?
Eventuell können Sie mit Ihrem Kind eine Schnupperstunde besuchen oder bei einer Schwimmstunde zuschauen. Der Schwimmlehrer sollte die Kinder regelmäßig loben und ermutigen sowie klare und verständliche Anweisungen geben.

➤ Sind die Baderegeln Teil des Schwimmkurses?
Neben den praktischen Übungen zum Schwimmen-lernen sollten auch die Baderegeln der DLRG gelehrt werden.


Quelle: "Kinder müssen schwimmen lernen" - Ratgeber des Schwimmverbands Nordrhein-Westfalen e.V.




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Kommentare
  • Wassersicherheit fuer Kinder

    ...muss meinen Kommentar eingrenzen. Artikel 1 stimme ich zu. In Bezug auf Artikel 2 kann ich nur eins sagen "die Zeiten haben sich geändert!".

  • Wassersicherheit fuer Kinder

    Ein schöner Artikel. Sie haben recht. RICHTIGES Schwimmen lernen Kinder erst, wenn sie motorisch gesehen dafür bereit sind. Allerdings gibt es auch Kinder im Alter von 18 bis 24 Monaten die bereits durch eine Art Hundepaddeln fähig sind sich selbst zu retten.