Die 8. Woche schwanger. Folge 6 des Schwangerschaftstagebuchs

Überall Babys, aber immer noch keine Muttergefühle? Daniela zweifelt in dieser Tagebuchfolge ein bisschen an sich selbst. Warum müssen Hormone nur so gemein sein?


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SSW 8: Oh Gott, wo bleiben die Muttergefühle?


Ich weiß nicht, wie es euch ergeht bzw. ergangen ist, aber ich für meinen Teil habe von jetzt auf gleich nur noch Babys und Mütter mit Kinderwägen gesehen. Es kam mir plötzlich alles total surreal vor. Von dem einen auf den anderen Moment war die Welt voller Babys. Mein Freund und ich schauten uns jedes Mal ganz verwirrt an, weil wir das vorher nie so wahrgenommen hatten. Es war fast schon erschreckend und es kam uns so vor, als würden von überall Zeichen gesendet werden, damit wir es auch bloß nicht vergessen. Es ist ja nicht so, als würde man sich nicht schon ohnehin den ganzen Tag damit beschäftigen.

Eine weitere Thematik, mit der ich mich plötzlich immer mehr gedanklich beschäftige und die mir ehrlich gesagt auch immer mehr zusetzte, war die Tatsache, dass sich bei mir keinerlei Muttergefühle einschlichen. Ich sah zwar überall Babys, aber ich bin dabei nicht hysterisch vom Hocker gefallen oder habe sofort "Ohhhhhhh" geschrien. Ganz im Gegenteil, ich beobachtete das alles sehr skeptisch und bekam innerlich ein wenig Angst, dass ich diese Gefühle überhaupt nicht entwickeln könnte. Ich war doch schließlich schon in der achten Woche, sozusagen gefühlt fast am Ende der Schwangerschaft angelangt, da müsste sich doch mittlerweile innerlich was getan haben?! In meinem Kopf zogen immer dunklere Wolken auf und die Fragen, die ich mir selbst stellte, verursachten immer mehr schlaflose Nächte. Fragen wie: "Bin ich der Sache überhaupt gewachsen?" "Was ist bloß mit mir los?" "Bin ich tatsächlich für ein Leben als Mutter geschaffen?".
Ein Welpe - Mei, wie süüüüüß


Labradorwelpe

Welpen sind so süß und Babys lassen mich kalt - Was stimmt hier nicht?


© privat
Den Höhepunkt erreichte dieses emotionale Gedanken-Wirrwarr, als ich in einem Geschäft stand und plötzlich ein Mann mit einem Labrador-Welpen um die Ecke kam. Hier reagierte ich sofort so, wie ich es mir bei einem Baby gewünscht hätte. Sofort hörte man ein lautes "Ohhhhhh" von mir, mir wurde ganz warm ums Herz und mich überkam ein unglaubliches Bedürfnis diesen kleinen Hund anfassen und knuddeln zu wollen. Die Begegnung war leider nur von kurzer Dauer und der Mann verließ das Geschäft relativ schnell wieder. Die Tatsache, dass ich den Welpen nicht anfassen konnte und ich diese Gefühle nicht beim Anblick eines Babys empfand, machten mich dermaßen fertig, dass ich mich ernsthaft hinter ein Regal stellte und anfing zu weinen.


„Muttergefühle kommen nicht auf Knopfdruck und nur weil man schwanger ist, heißt es nicht, dass es plötzlich *PENG* macht und eine Schmetterlingsarmee im Bauch Salsa tanzt...”

von Daniela

Heute lache ich darüber, weil ich zum einen weiß, dass dies eindeutig auf die Hormone zurückzuführen war und zum anderen, weil ich es mittlerweile einfach besser weiß. Muttergefühle entwickeln sich Stück für Stück. Es ist jedenfalls kein Grund, sich selbst fertig zu machen. Ich habe mir darüber viel zu viel und vor allem unnötig den Kopf zerbrochen. Im Nachhinein kann ich euch versichern, dass diese Gedanken völlig normal sind und sie euch immer wieder durch die gesamte Schwangerschaft begleiten werden. Ich habe mich mit anderen Schwangeren ausgetauscht und fast jede hat mir von den gleichen Gedankengängen berichtet. Eine Schwangerschaft dauert, wenn alles glatt läuft, 40 Wochen. Genug Zeit sich an alles zu gewöhnen und Gefühle entstehen zu lassen. Aber auch dann ist es nicht gesagt, dass diese Muttergefühle schlagartig kommen werden.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Kommen euch diese Ängste bekannt vor? Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr übrigens auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de.

Eure Daniela




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