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Babys Stuhlgang – Ist das noch normal?

Babys Stuhlgang – Ist das noch normal?

Die volle Ladung

Warum reden Neu-Eltern eigentlich den ganzen Tag über Baby-Kacka und Windelinhalte? Also, zuerst einmal reden wir auch über schmerzende Brüste, schlaflose Nächte und wie unfassbar niedlich unsere Babys sind. Und es soll tatsächlich auch Eltern geben, die über komplett andere Dinge reden. Aber: Wir sprechen über den Stuhlgang bei Säuglingen, weil es wichtig ist. Was wie oft in welcher Form und Farbe in der Windel landet, sagt viel über Babys Gesamt- und vor allem Gesundheitszustand aus.

Baby Stuhlgang verändert sich besonders im ersten Lebensjahr immer mal wieder. Doch was ist "normal" und wann solltet ihr einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen? Let's talk about poop!

Baby Stuhlgang: Wie viele volle Windeln sind normal?

Alles zwischen zehn Mal am Tag und zehn Tage gar nicht, sei normal, sagte meine Hebamme damals. Wie bei allem, was Körper betrifft, ist auch hier jeder von Anfang an anders. Manche Menschen und somit auch Kinder verdauen ihre Mahlzeiten schneller als andere und haben daher auch häufiger die Windel voll. Andere brauchen länger und überraschen euch dafür mit einer extra großen Ladung.

Bei Stillkindern reicht die Spanne von mehrmals täglich bis hin zu einmal in der Woche oder noch darüber hinaus. Bei Flaschenkindern rechnet man jeden Tag mit einem großen Geschäft. Flaschennahrung wird nur teilweise verdaut und darum schneller wieder ausgeschieden. Sonst kann es zu Verstopfungen kommen. Solange euer Baby aber fröhlich ist, genug trinkt und sein Stuhl weich ist und ohne große Anstrengungen in der Windel landet, müsst ihr euch keine Sorgen machen.

Baby Stuhlgang: Welche Farben und Konsistenzen sind normal?

Baby-Kacka kommt in den unterschiedlichsten Farben, Konsistenzen und Häufigkeiten. Sobald ihr anfangt, Brei oder Fingerfood zu geben, könnt ihr tatsächlich manchmal erkennen, welche Mahlzeit da jetzt gerade fertig verdaut wurde. In den ersten Lebensmonaten könnt ihr aus der Farbe des Stuhls aber auch schon einiges lesen. Vor allem bei Stillkindern verändern sich Farbe und Konsistenz je nach Zusammensetzung der Muttermilch.

Grüner Stuhl – muss ich mir Sorgen machen?

Hellgrün und flüssig oder dunkler, ein bisschen wie Spinat – grüner Stuhl ist, meistens, nicht besorgniserregend. Grüner Stuhlgang kann ganz harmlose Gründe haben, trotzdem lohnt es sich, genauer nachzuforschen.

Ist der Stuhlgang bei Flaschenbabys anders?

Wie oben schon geschrieben, haben Flaschenbabys in der Regel eine regelmäßigere Verdauung und produzieren eine volle Windel am Tag. Ihr Stuhl ist auch etwas fester und bräunlicher, etwa wie Erdnussbutter und riecht leicht säuerlich.

Was tun bei Durchfall?

Durchfallerkrankungen kommen bei Kindern häufig vor, denn ihr Immunsystem kann noch nicht alle Erreger zuverlässig abwehren und ihr Verdauungssystem reagiert noch empfindlich auf Störungen. In der Regel ist Durchfall für Kinder harmlos und bei richtigem Verhalten schnell wieder überstanden. Oft helfen schon ein paar einfache Hausmittel. Doch bei Babys ist Durchfall eine ernst zu nehmende Sache und bedarf dringend ärztlicher Behandlung.

Kein Stuhlgang – was nun?

Wenn ihr mal einen oder zwei Tage lang nur Pipi-Windeln wechselt, freut euch! Es ist einfach nur weniger Arbeit. Sorgen müsst ihr euch noch lange nicht. Höchstens darum, was euch erwartet, wenn die Verdauung dann mit voller Wucht einsetzt. Mein Sohn hatte nach solchen Tagen immer eine ganz besonders große Ladung in Vorbereitung. Nehmt für unterwegs lieber einen Extra-Body, am besten ein komplettes Wechseloutfit für euch alle mit.

In der Regel ist es völlig normal, dass Babys ein paar Tage lang keine Verdauung haben. Eine Verstopfung erkennt ihr aber an folgenden Merkmalen:

  • trockener und harter Stuhlgang

  • Schmerzen beim Stuhlgang

  • Bauchschmerzen, Blähungen und ein vergrößerter Bauch

  • Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit

(Kein) Stuhlgang nach Beikoststart

Der Körper eures Babys ist ständig in der Entwicklung. So auch seine (Verdauungs-)Organe. Die Reifung des Darms braucht Zeit. Hier siedeln sich immer mehr Bakterien an, die für die Verdauung wichtig sind. Solange euer Baby noch keine Beikostreife-Zeichen zeigt, ist auch sein Darm noch nicht bereit für feste Nahrung. Das heißt, dass noch nicht genügend Darmbakterien vorhanden sind und Enzyme zur Verstoffwechselung von Lebensmitteln fehlen.

Stillen fördert übrigens die Besiedelung des Darmes mit den nützlichen Bakterien. Aber auch wenn euer Baby die Flasche bekommt, wird sich sein Darm in der Regel gut und rechtzeitig entwickeln.

Zeigt euer Baby, dass es bereit für feste Nahrung ist und ihr beginnt mit der Beikost, wird sich der Stuhl deutlich ändern. Er wird fester, dunkler und riecht stärker. Manchmal könnt ihr anhand der Farbe auch noch nachvollziehen, was euer Baby gegessen hat. War es kein Brei, können auch unverdaute Stückchen, zum Beispiel von Tomaten oder ganze Rosinen darunter sein. Sollten jedoch immer große Teile der Nahrung unverdaut wieder zum Vorschein kommen, sprecht mal mit einem Arzt oder einer Ärztin und achtet darauf, dass euer Kind sein Essen gut kaut.

So viele Überraschungen

Auch ich hatte mir geschworen, nie Gespräche über Kacka-Windeln zu führen, wenn ich mal Kinder habe. Und dann wurde ich Mutter ...
Wir hatten wirklich alles. Schlimmste Verstopfungen und das, was sich bei uns sprachlich als "Kacknacken" eingebürgert hat – eine volle Ladung, schön flüssig, gern wenn Baby im Maxicosi saß. Wickelt man nicht schnell genug, zieht sich der gelbe Brei den ganzen Rücken hoch, eben bis in den Nacken. Meine Tochter hat anfänglich ihr Gemüse so schlecht gekaut, dass man Erbsen und Möhren aus der Windel wieder direkt in ein Gläschen hätte füllen können ...
Ja, ich hätte genug Gesprächsstoff für sehr sehr viel Kacka-Talk. Aber ich kann euch beruhigen: Wenn die Kinder älter werden, werden diese Gespräche auch weniger.

 

Bildquelle: Getty Images / Grandriver

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