Bekommt mein Baby genug Milch?

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Bekommt mein Baby genug Milch?

Anzeichen dafür, dass dein Baby nach dem Stillen satt ist und genug Muttermilch bekommt.

Wohl jede stillende Mutter kennt diese Sorgen, die einem immer und immer wieder im Kopf herumspuken: Bekommt mein Baby genug Muttermilch? Ist es nach dem Stillen auch satt? Oder hat es etwa noch Hunger und wird von mir nicht ausreichend gefüttert?
Diese Fragen sind ganz natürlich, schließlich hat die Brust keine "Tankanzeige" auf der steht, wie viel der Nachwuchs schon getrunken hat. Früher wurde Müttern deshalb häufig geraten, ihr Baby vor und nach dem Stillen zu wiegen, um so zu ermitteln wie viel Milch die Kinder zu sich genommen haben. Das ist nicht nur lästig, sondern unterbricht auch die Routine des Nachwuchses, der nach der Mahlzeit oft und gerne ein Schläfchen einlegen möchte. Außerdem kommt es nicht nur darauf an, wie viel das Kind trinkt, sondern auch darauf, wie viel Nahrung es überhaupt braucht.

Eine der größten Sorgen frischgebackener Mütter: Bekommt mein Baby genug Milch?

Ob Ihr Baby genug trinkt, erkennen Sie an diesen Anzeichen

Manche Babys brauchen mehr Milch, manche weniger. Achte deswegen eher auf diese Anzeichen, denn so kannst du davon ausgehen, dass dein Baby genug Milch bekommt.

  • Gesunde Farbe und feste Haut: Die Haut deines Babys wirkt gesund und rosig. Wenn man (vorsichtig) versucht, die Haut zusammenzudrücken, springt sie sofort wieder in Form. Bei einem dehydrierten Baby würde die Haut für einen Moment stehen bleiben.

  • Mindestens sechs nasse Windeln pro Tag: Ab dem siebten Lebenstag sollte dein Baby mindestens vier bis sechs schwere Einmalwindeln oder sechs bis acht nasse Stoffwindeln pro Tag produzieren. Der Urin eines gesunden Babys ist klar und geruchslos.Wenn du dir unsicher bist, wie schwer eine volle Windel sein soll, gieße sechs Esslöffel Wasser auf eine Einmalwindel und nehme sie in eine Hand. In die andere Hand nimmst du eine trockene Windel – das Gewicht sollte sich deutlich unterscheiden.

  • Hörbares Schlucken: Wenn dein Baby an der Brust ist, solltest du hören können, wie es schluckt. Anfangs macht es meist sehr schnelle, kurze Saugbewegungen, um den Milchspendereflex auszulösen, danach werden die Saugbewegungen immer größer und langsamer: Dein Baby sollte weite ausholende Bewegungen aus dem Kiefer heraus machen. Tipp: Das Schlucken klingt wie ein gehauchtes "K".

  • Entspannte Händchen: Wenn dein Baby satt ist, ist es entspannt. Ist es hungrig, verhält es sich unruhig und angespannt. Hat es Hunger, ballt es die kleinen Händchen zu Fäusten zusammen und nimmt sie in den Mund, um daran zu saugen. Bekommt es Nahrung, öffnen sich die kleinen Fäustchen langsam, die Unruhe legt sich und die Anspannung weicht aus dem kleinen Körper. Es ist wie bei uns Erwachsenen: Sind wir hungrig, sind wir nörgelig und angespannt. Bekommen wir etwas zu essen, sind wir gesättigt, entspannt und würden am liebsten ein Nickerchen einlegen.

  • Nach dem Stillen ist die Brust weicher: In den ersten Wochen sollten sich deine Brüste nach dem Stillen deutlich weicher als davor anfühlen. Nach etwa sechs Wochen sollten sich deine Brüste insgesamt weicher und entspannter anfühlen, da sich dein Körper mittlerweile auf die Trinkmenge des Babys eingestellt hat.

  • Stuhlgang: In den ersten drei Lebenstagen ist der Stuhl noch tief grün bis schwarz und zäh-klebrig. Das ist das sogenannte Kindspech (Mekonium). Später wird der Stuhl eher bräunlich bis ockerfarben mit kleinen Körnern. Die Häufigkeit des Stuhlgangs kann sich von Baby zu Baby stark unterscheiden – ist also meist kein Anzeichen dafür, ob dein Kind genug Milch bekommt. In den ersten vier Lebenswochen sollte dein Baby beim Stillen oder kurz danach eine etwa eurostückgroße Menge Stuhl abgeben – wenigstens drei- bis fünfmal pro Tag. Nach der vierten Lebenswoche kann die Häufigkeit des Stuhlgangs sehr variieren. Manche Babys müssen mehrmals täglich, während andere nur noch selten Stuhlgang haben. Das ist weder ein Zeichen für Verstopfung beim Baby noch ein Zeichen dafür, dass dein Kind zu wenig Nahrung bekommt. Solange dein Baby zufrieden scheint und weiterhin reichlich klaren Urin abgibt, sollte alles in Ordnung sein.

  • Gewichtszunahme und Wachstum: Über das Gewicht deines Babys lassen sich wohl die besten Schlüsse darüber ziehen, ob es auch gut gedeiht und heranwächst. Alles zur Gewichtszunahme beim Baby haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Warnsignale, dass das Baby nicht genug Milch bekommt

Eine Dehydrierung kommt bei Neugeborenen nur selten vor. Trotzdem sollten Sie die Anzeichen kennen, damit Sie im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen können.

 

  • Ihr Baby hört nach zehn Minuten oder noch früher auf zu trinken: Bei älteren Kindern ist das normal – sie sind schon geübt im Stillen. Neugeborene sollten aber länger brauchen, um wirklich satt zuwerden.

  • Ihr Baby ist unruhig oder teilnahmslos.

  • Die Haut Ihres Babys sieht aus als sei sie zu groß. Ihr Baby hat eingefallene Wangen, die Haut wirkt faltig.

  • Die Fontanelle des Babys (so nennt man die weichen Stellen am Kopf) ist auch im Liegen sichtlich eingesunken.

  • Wenn Sie Ihr Kind an die Brust legen, hören oder spüren Sie keine Schluckbewegungen: Tipp: Legen Sie zwei Finger oberhalb des Warzenhofs auf die Brust und drücken Sie sanft. Spüren Sie eine leichte rhythmische Bewegung, heißt das, Ihr Baby trinkt und schluckt. Spüren Sie die Bewegung nicht, kann es sein, dass Ihr Kleines einfach noch die Nähe von Mama sucht und nur ein wenig an der Brust nuckelt anstatt zu trinken.

  • Die Häufigkeit, wie oft ein Baby an die Brust möchte, sagt übrigens nur wenig darüber aus, ob es genug Milch bekommt. Denn jedes Baby und jede Brust sind anders. Die Empfehlungen von Stillberaterinnen sprechen von mindestens acht bis zwölf Mahlzeiten innerhalb von 24 Stunden. Das lässt also durchaus etwas Spielraum offen. Übrigens: Auch Clusterfeeding, das heißt, dass Ihr Baby plötzlich sehr häufig an die Brust möchte, ist kein Zeichen dafür, dass Ihr Nachwuchs nicht richtig satt wird. Alles dazu können Sie hier nachlesen:

Im Zweifelsfall gilt aber immer: Sprich mit deiner Hebamme oder Stillberaterin. Diese können dein Stillverhalten und die Entwicklung deines Kindes beurteilen und dir nützliche Tipps geben, damit du deinen Nachwuchs optimal versorgen kannst.

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