Mehr Elterngeld für Frühchen-Eltern und andere Punkte der angestrebten Elterngeldreform

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Mehr Elterngeld für Frühchen-Eltern und andere Punkte der angestrebten Elterngeldreform

Wer ein Frühchen bekommt, hat leider mit so mancher Komplikation zu kämpfen. Eine, die viele von uns nicht direkt auf dem Schirm haben, ist am Ende fehlendes Elterngeld. Denn bisher wurde das Elterngeld von Frühchen-Eltern genau wie das von Termingeburten berechnet und ausgezahlt. Künftig sollen Eltern von Frühchen einen Monat länger Elterngeld erhalten. Voraussetzung: Das Kind wurde mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin geboren.

Mit dieser Änderung beim Elterngeld möchte das Familienministerium Eltern von besonders früh geborenen Babys stärker unterstützen. Die geplante längere Zahlung des Elterngeldes soll den Eltern mehr Zeit geben, "um mögliche Entwicklungsverzögerungen ihres Kindes besser auffangen zu können".

Diese und andere Änderungen stehen im Entwurf der Elterngeldreform, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Lezte Woche wurde dieser den Ministerien zur Abstimmung übergeben.

Was steht noch in dem Entwurf zur Elterngeldreform?

Während es für Eltern von Frühchen mehr Geld geben soll, sieht das Bundesfamilienministerium vor, dass Eltern, die mehr als 300.000 € im Jahr verdienen in Zukunft keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben. Mit der Reform würde also die Grenze von bisher 500.000 € um 200.000 € gesenkt werden. Wieviel Elterngeld euch zusteht, könnt ihr ganz einfach mit unserem Elterngeld-Rechner und ElterngeldPlus-Rechner ausrechnen.

Was ist das Ziel der Elterngeldreform?

Familienministerin Franzikska Giffey von der SPD möchte mit der neuen Elterngeldreform die Gleichberechtigung von Müttern und Vätern stärken und das Elterngeld mehr auf Partnerschaftlichkeit ausrichten.

Mehr Teilzeitarbeit möglich

Die Reform sieht dafür unter anderem vor, dass Eltern, die Elterngeld beziehen und während dieser Zeit bereits wieder teilweise arbeiten wollen, künftig 32 Arbeitswochenenstunden (statt bisher 30 Stunden) arbeiten gehen dürfen ohne ihren Anspruch auf Elterngeld zu verlieren. Dies soll laut dem Entwurf u. a. eine vier-Tage-Woche für Mütter und Väter möglich machen.

Gleichberechtigtere Kinderbetreuung fördern

Mit einer Lockerung des Partnerschaftsbonus sollen Eltern außerdem dazu angeregt werden, die Betreuung ihrer Kinder mehr auf beide Elternteile zu verteilen. Der Partnerschaftsbonus ist zusätzliches Elterngeld, dass Eltern beantragen können, wenn beide Partner Teilzeit arbeiten (dabei ist eine bestimmte Stundenzahl vorgegeben) und sich so die Kinderbetreuung aufteilen. Das Familienministerium gibt im Entwurf an, dass dieser Bonus die Teilhabe von Vätern an der Betreuung nachweislich erhöht. Dennoch haben bisher eher wenige Eltern den Partnerschaftsbonus beansprucht. Da ist noch Luft nach oben.

Wann sollen die Neuregungen des Elterngeldes gelten?

Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Neuregelungen des Elterngeldes im nächsten Jahr in Kraft treten - zuvor muss die Reform von Franziska Giffey aber noch vom Kabinett beschlossen und vom Bundestag und Bundesrat durchgewunken werden.

Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Die angekündigten Änderungen des Elterngeldes lesen sich bisher sehr gut. Gerade Eltern von Frühchen dürften sich freuen. Viele haben den längeren Betreuungsbedarf eines Frühchens gar nicht auf dem Schirm - das macht sich leider erst bemerkbar, wenn man selbst in dieser Situation ist.

Insgesamt finden wir die starke Ausrichtung auf die gemeinsame Betreuung des Kindes begrüßenswert. Da viele Arbeitgeber sich auch heute noch unwillig zeigen, auch Vätern mehr Zeit mit ihren Kindern zu gewähren, braucht es dringend Anreize und Unterstützung aus der Politik. Natürlich liegt es am Ende an den Eltern selbst, wie sie ihre Elternzeit und damit das Elterngeld aufteilen wollen und können.

Bildquelle: Getty Images/ adogslifephoto

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