Wiederbefüllbare Kaffee-Kapseln: Schmeckt das?

An dieser Stelle ein ehrliches Wort: Der echte Nespresso-Kapsel-Kaffee schmeckt ziemlich gut. Aber ...

... das liegt natürlich auch daran, dass Kaffee und Kapseln hier mit viel Erfahrung und maximaler Kontrolle aufeinander abgestimmt sind. Das im Handbetrieb nachzubauen ist nicht einfach.

Kaffekapseln wiederbefüllbar Test


Im Test probierten wir mit den vier wiederbefüllbaren Kapseln einen einfachen, eher fein gemahlen, Bio-Fairtrade-Espresso von Basic. Die Kräftigkeit des Originals erreichte bei uns keine Kapsel auf Anhieb. Bei den Metallkapseln haben wir den Eindruck, dass diese Anfangs einen Teil der Wärme des Wassers aufbrauchen und erst dann guten Kaffee produzieren, weswegen uns der Kaffee aus den Coffeeduck-Kapseln tatsächlich etwas besser geschmeckt hat.
Es ist eine Frage der Erfahrung. Beim Test stellen wir fest, dass vor allem der Mahlgrad (möglichst fein), die Frische (möglichst frisch) und die Konsistenz des Kaffeepulvers (nicht zu feucht) darüber entscheiden, ob der Kaffee in Mycoffeestar, Coffeeduck, Mister Barista gelingt. Auch der Füllzustand der Kapsel ist wichtig: Ist sie nicht dicht genug befüllt, wird der Kaffee gerne mal zu dünn; ist sie zu vollgepresst, streikt manche Maschine. Als ideal haben wir auch den manuellen Modus empfunden, wo man selbst die Wasserzufuhr stoppt, sobald erkennbar wird, dass der Kaffee nun dünner wird.
Es kann eine Weile dauern, bis Sie die optimale Mischung aus Kaffeesorte und Mahlgrad für Ihre Kapsel herausgefunden und auch den Bogen bei der Befüllung raus haben. Es soll nicht verschwiegen werden, dass anfangs wahrscheinlich so manche Enttäuschung in die Tasse plätschert. Wer aber den Trick raus hat, kann sich über guten Kaffee freuen - und Tonnenweise Alu-Müll zu vermeiden ist die Mühe wert.

Lohnt der Umstieg auf wiederverwendbare Nespresso-Kapseln?

Wiederverwendbare Kaffeekapseln wie Mister Barista, Coffeeduck oder Mycoffeestar kosten ja 15 bis 40 Euro, einige Konsumenten finden das teuer. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass Nespresso-Kapseln oft einzeln in Cent abgerechnet werden und mit Preisen um die „0,35 Euro“ günstig erscheinen.

wegwerfkapseln vermeiden


Aber rechnen wir das doch mal durch. Ein Kilo Kaffee (Bio, Fairtrade) kostet 20 Euro. Die wiederverwendbare Mycoffeestar kostet 40 Euro. Zusammen also 60 Euro für ein Kilo Bio-Fairtrade-Kaffee mit der Kapsel-Maschine. Wie viel Kaffee in Kapsel bekäme man für diese 60 Euro? Beim niedrig angesetzten Kapsel-Preis von 35 Cent = 6 Gramm Kaffee pro Kapsel käme man ebenfalls auf etwa 1 Kilo Kaffee.
Ergo: Schon nach 1 Kilo hat sich selbst die teure Mycoffeestar-Kapsel amortisiert. Danach geht das Sparen erst richtig los: Der Wegwerf-Kunde kauft weiterhin Abzock-Kaffee für über 60 Euro pro Kilo (ohne Bio, ohne Fairtrade), wer hingegen wieder befüllt, zahlt nach dem ersten Kilo nur noch die normalen 5 Euro (billiger Kaffee) bis 20 Euro (Bio-Fairtrade-Kaffee) pro Kilo. Auf die Kapsel umgerechnet wären das 3 bis 12 Cent pro Kapsel statt 35, also etwa ein Drittel bis ein Zehntel des Nespresso-Preises. Na klar lohnt sich das.

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