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Ehe retten: 11 Tipps für Eltern in der Krise

Die Liebe retten

Ehe retten: 11 Tipps für Eltern in der Krise

Früher war irgendwie besser? Mehr Leidenschaft. Mehr Aufmerksamkeit und vor den Kindern einfach auch mehr Zeit füreinander. Eure Beziehung fühlt sich einfach nicht mehr so gut an. Da kann man sich schonmal die Frage stellen: Ist unsere Ehe noch zu retten?

Beziehungen und Ehen sind so individuell, wie die Menschen, die sie führen. Deshalb kann es kein Ehe-retten-für-alle-Programm geben. Denn die Gründe, warum man sich in seiner Partnerschaft nicht mehr wohl fühlt, können unglaublich vielfältig sein. Die gute Nachricht ist, dass es viele Beziehungsprobleme gibt, die sich lösen lassen. Die schlechte ist, die Ehe retten ist immer mit Arbeit verbunden – mit Arbeit an sich selbst. Und die fällt den meisten von uns ja bekanntlich oftmals besonders schwer.

Wann ist eine Ehe noch zu retten?

Das ist eine unglaublich schwere Frage, die am Ende jeder für sich selbst beantworten muss. Aber wenn du darüber nachdenkst, deine Ehe zu retten, ist das schon einmal ein gutes Zeichen, dass da noch etwas zu retten ist. Da eine Partnerschaft aber immer aus zwei Personen (manchmal auch aus mehr, was wiederum überhaupt erst die Frage “Ist meine Ehe noch zu retten?” aufwerfen kann) besteht, lässt sich sich das Eheproblem nicht alleine lösen. Das führt in den meisten Fällen nur zu Frust. Denn wenn es in einer Ehe nicht mehr rund läuft, reicht es selten, dass nur ein Partner sich rein kniet und versucht, die Beziehung wiederzubeleben. Um eine Ehe zu retten, müssen beide Partner an einem Strang ziehen.

5 Gründe eure Ehe noch zu retten

1. Liebe

Ihr streitet die ganze Zeit und seid genervt von einander, aber auf die Frage nach der Liebe, kommt von beiden dennoch ein (deutliches) JA? Dann habt ihr die besten Voraussetzungen, um eure Ehe zu retten.

2. Vertrauen und Sicherheit

Ist das Vertrauen in den Partner erst einmal futsch, ist es nur schwer wieder herzustellen. Aber es ist nicht unmöglich. Wer sich in seiner Beziehung aber immer noch sicher und geborgen fühlt (sich aber an anderen Dingen reibt), hat damit gute Gründe und Voraussetzungen seine Ehe zu retten.

3. Nervende Gewohnheiten

Je länger man zusammen ist, desto besser lernt man einander kennen. Das gilt nicht nur für die guten Seiten, sondern auch für die vielen kleinen und großen Macken und Angewohnheiten. Und diese können einen mit der Zeit immer weiter in den Wahnsinn treiben und die Frage aufkommen lassen, warum man mit diesem nervigen Menschen überhaupt zusammen ist. Wenn es sich bei dem Hintergrund zu dieser Frage, aber wirklich nur um Macken und dergleichen handelt, besteht eine gute Chance die Ehe zu retten. Denn Hand aufs Herz – wir haben alle unsere Macken: Nobody is perfect!

Zurück auf Wolke Sieben - ein Beziehungsratgeber für Eltern der wirklich etwas ändert.

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4. Gemeinsame Lebensziele

Gerade Eltern habe schon viel miteinander erlebt - viel Positives, wie auch Negatives. Das schweißt zusammen, sorgt aber auch für mehr Reibung und Spannungen, die sich in Streit und Unstimmigkeiten entladen. Wer aber nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit hat, sondern auch noch eine gemeinsame Zukunft sehen kann, der muss seine Ehe nicht sofort aufgeben. Wenn sich die Lebensentwürfe beider Partner nicht völlig voneinander entfernt haben (einer will z. B. unbedingt auswandern, der andere sieht seine Zukunft jedoch ganz klar in der Doppelhaushälfte mit den eigenen Eltern in Hintertupfingen), gibt es eine gute Basis für ein Fortbestehen der Beziehung

5. Die Kinder

Kinder sollten nicht der alleinige Grund sein, warum man eine dysfunktionale Beziehung fortführt. Aber Kinder können ein guter Grund sein, wenigstens zu versuchen die Ehe zu retten - wenn es noch andere erfolgversprechende Punkte für den Fortbestand der Beziehung gibt. Als alleiniger Grund die Ehe zu retten, sind Kinder allerdings ungeeignet. Denn Kinder haben ein feines Gespür für Unstimmigkeiten und versteckte Emotionen. Und wenn sie spüren, dass ihre Eltern dauerhaft unglücklich sind, sind sie es auch.

Wie kann ich meine Ehe retten?

Keine Therapie kann eine völlig zerrüttete Ehe reparieren. Auch wenn bei einem oder beiden Partnern die Liebe komplett verschwunden ist, wird es schwierig, die Beziehung zu retten. Aber wenn irgendwo in euch noch ein Funke Liebe für den anderen glimmt und mag er unter noch so viel Alltagsstress und -nervereien begraben sein, besteht eine gute Chance, dass ihr wieder gemeinsam glücklich werden könnt.

Der Schlüssel zum Retten der Ehe ist Kommunikation. Diese muss nicht unbedingt unter Aufsicht eine Paartherapeutin stattfinden, aber diese kann helfen, festgefahrene negative Kommunikationsmuster aufzubrechen und das gemeinsame Gespräch wieder zu ermöglichen. Oftmals führt gerade dieses große Sich-gegenseitig-in-und-auswendig-kennen einer langen Beziehung dazu, dass man sich gar nicht mehr richtig zuhört, weil man meint schon zu wissen, was der andere sagt. Man legt unbewusst einen Filter der Erfahrung über das Handeln des anderen und beeinflußt damit die eigene Wahrnehmung des Partners. Gerade wenn eh schon Differenzen bestehen, nicht unbedingt im positiven Sinne.

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Versucht also wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Verabredet fest Paar-Dates zum Reden und bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Seid nicht zu stolz euch gemeinsam Hilfe zu suchen, wenn ihr merkt, dass das mit der Kommunikation nicht mehr so gut klappt. In manchen Fällen reicht schon eine Therapiesitzung als Initialzündung, um wieder das Gespräch zueinander zu finden. In anderen Fällen braucht es mehr Unterstützung – aber das heißt ja nicht, dass es am Ende nicht klappen kann.

11 Tipps um eure Ehe zu retten

  1. Nehmt euch bewusst Zeit füreinander. Stichwort: Paar-Dates!
  2. Redet miteinander - nicht nur über die Kinder oder das Alltagsgeschäft
  3. Packt nicht alle Themen auf einmal auf den Tisch. Ein Thema pro Gespräch.
  4. Macht euch eine Liste, was ihr an eurem Partner*in schätzt.
  5. Seid ehrlich, aber nicht beleidigend.
  6. Versucht eure Gefühle in Wort zu fassen, ohne Schlussfolgerungen über den anderen zu ziehen.
  7. Gebt nicht auf, wenn es anstrengend wird. Eine Ehe retten ist Arbeit für alle beteiligten
  8. Gebt euch Zeit. Die meisten ernsthaften Beziehungsprobleme lassen sich nicht mit einem Gespräch klären. Auch nicht mit zwei. Sondern mit steter Kommunikation.
  9. Habt Verständnis füreinander, auch wenn das bei großen Verfehlungen (Seitensprung, etc.) sehr schwer fällt.
  10. Haltet die Kinder raus!
  11. Sucht euch externe Hilfe in Form eines Paartherapeuten, wenn ihr alleine nicht mehr weiter kommt.

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Paartherapie, um die Ehe zu retten? Ohne mich!

Oft kommt es vor, dass ein Partne keine große Lust auf eine Paartherapie hat. Vielen ist es unangenehm “dreckige Wäsche” vor anderen zu waschen bzw. über ihre Gefühle zu sprechen. Neben Überzeugungsarbeit kann es hier auch helfen, sich gemeinsam auf die Suche nach einer passenden Therapieform und Therapeuten zu begeben. Es gibt nämlich viele verschiedene Modelle und nicht jeder fühlt sich mit jedem Ansatz wohl.

Natürlich kann es auch funktionieren, dem Partner ein Ultimatum zu stellen, ganz nach dem Motto: “Entweder gemeinsame Therapie oder ich bin weg!”. Das sollte aber eher der letzte Ausweg sein, denn die Bereitwilligkeit und das Interesse an einer Lösung der Beziehungsprobleme sollte bei beiden Partnern vorhanden sein, um die Ehe erfolgreich zu retten.

Kann ein Kind die Ehe retten?

Ja und nein! Ein Kind alleine rettet keine Ehe. Aber Kinder können ein großer Motivator sein, nicht vorschnell aufzugeben und wirklich alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Beziehung wieder hinzubiegen.

Viele Paare versuchen Risse in ihrer Ehe, die nach dem ersten Kind entstanden sind, mit einem zweiten Kind zu kitten. Dieser Versuch geht meistens schief, zumindest, wenn nicht auch noch zusätzliche Maßnahmen unternommen werden. Auch hier ist Kommunikation Trumpf!

Liebende bleiben: Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken

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Eine Studie hat übrigens herausgefunden, dass Paare nach der Geburt ihres ersten Kindes besonders unzufrieden mit ihrem Leben sind. Mit der Geburt werden Liebespaare zu Eltern, das Leben krempelt sich komplett um. Damit haben, laut der Wissenschaftler um Mikko Myrskylä vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock, insbesondere gebildete Paare über 30 starke Probleme. Darum entscheiden sich viele Paar vermutlich gegen ein zweites Kind. Dabei hat Mikko Myrskylä auch gut Nachrichten: „Trotz der Unzufriedenheit nach dem ersten Kind wirken sich bis zu zwei Kinder insgesamt und langfristig eher positiv auf das Lebensglück aus“. Also nicht aufgeben, wenn ihr nach der Geburt eures Kindes mit eurem Leben und eurer Beziehung unglücklicher seid als zuvor – ihr seid defintiv nicht allein UND es wird wieder besser!

Wann es besser ist sich zu trennen!

Während es gute Gründe gibt, seiner Ehe noch ein Chance zu geben und die Flinte nicht zu früh ins Korn zu werfen (oder sich selbst in die Arme eines neuen Partners), gibt es durchaus Situationen, in denen man sich auf jeden Fall trennen sollte. Dies ist immer der Fall, wenn Gewalt gegen die eigene Person oder die Kinder im Spiel ist, egal ob diese physischer oder psychischer Natur ist. Wenn die Beziehung toxisch und verletzend ist, muss man seine Ehe nicht retten (wollen). Denn in manchen Fällen ist es für alle Beteiligten besser zu gehen! Falls ihr euch für eine Trennung entscheidet  - hier findest du unsere Tipps gegen Trennungsschmerz!

Test: Sollen wir unsere Ehe retten oder uns besser trennen?
Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Fahrt mehr Achterbahn!

Jede Beziehung ist einzigartig. Das gilt auch für die Probleme des zwischenmenschlichen Miteinanders. Deshalb gibt es keine One-fits-all-Lösung um eine Ehe zu retten. Leider. Wobei sich die meisten Paartherapeuten sich doch auf einen wichtigen Punkt einigen können, der den Schlüssel für eine funktionierende Beziehung darstelllt: Kommunikation! Deshalb redet miteinander – nicht erst, wenn eure Differenzen unüberwindbar erscheinen, sondern davor. Immer. Am besten täglich. Redet über eure Gefühle, eure Bedürfnisse, eure Wünsche und eure Ziele. Vor allem letzteres ist wichtig, damit man weiß, wohin man sein gemeinsames Leben steuert.

Ich habe irgendwann einmal gelesen, dass es für eine lange glückliche Beziehung wichtig ist, dass man gemeinsam Neues und Aufregendes erlebt – das schweißt zusammen. Das Gehirn unterscheidet nämlich nicht, ob der Partner für die Adrenalin- und Serotonin-Ausschüttung verantwortlich ist oder die Achterbahnfahrt. Aber wenn euer Partner in diesem Moment mit euch zusammen ist, verknüpft er diesen Zustand mit ihm. So speichert das Gehirn die Beziehung als aufregend und interessant ab und wir empfinden unsere Partnerschaft auch so. Die kleinen Tricks des Gehirns! Also: Fahrt mehr Achterbahn als Paar, nicht emtional, sondern ganz real!

Natürlich ist mir klar, dass eine Achterbahnfahrt oder ein Bungeesprung keine zerrüttete Beziehung z. B. nach einem Seitensprung, retten kann. Tiefgreifende Probleme lassen sich damit nicht lösen. Aber für alle, die einfach nur im Alltagstrott feststecken und dadurch langsam, aber stetig in eine Unzufriedenheit mit der Partnerschaft rutschen, ist der Tipp auf jeden Fall einen Versuch wert!

 

Bildquelle: Getty Images/ skynesher

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