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Johnson & Johnson: Dieser Skandal macht fassungslos

Johnson & Johnson: Dieser Skandal macht fassungslos

Unfassbar

Die meisten von uns hatten schon mal ein Produkt von Johnson & Johnson in der Hand. Hinter dem Unternehmen stecken Marken wie bebe, ob oder Penaten. Und spätestens seit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs, den auch einige in Deutschland bekommen haben, ist der Konzern vielen ein Begriff. Aktuell versucht Johnson & Johnson mit einem (legalen) Trick sich vor Entschädigungszahlungen zu drücken.

Beim Johnson & Johnson handelt es sich um einen der weltgrößten Hersteller von Medikamenten und Konsumgütern, der Börsenwert wird mit rund 430 Milliarden US-$ beziffert. t-online hat das in Relation gesetzt und kommt zu dem Schluss, dass der Konzern in etwa soviel wert ist wie die größten deutschen Aktienkonzerne SAP, Volkswagen und Siemens zusammen. Und trotzdem hat Johnson & Johnson nun Insolvenz angemeldet. Der Grund dafür? Ein echter Skandal.

Babypuder, das Frauen krank gemacht hat

Bereits seit Jahrzehnten (!) vertreibt Johnson & Johnson ein Babypuder, dass eben nicht nur für Babys verwendet wird, sondern auch von vielen Menschen zur Hygiene. Denn das Puder kann auch als Trockenshampoo oder Deo eingesetzt werden. Das taten Menschen seit den 70er Jahren. Und seit diesem Zeitpunkt soll das Talkum im Puder mit Asbest verunreinigt gewesen sein. Das hatte zur Folge, dass viele Frauen an Eierstockkrebs erkrankten. Einige könnten auch bereits daran verstorben sein.

Bereits 2018 wurde das Unternehmen zu einer Geldstrafe von 4,69 Milliarden US-$ verurteilt. 22 Frauen hatten gegen Johnson & Johnson geklagt. Laut ihrer Klage soll der Konzern von der Verunreinigung gewusst, die Verbraucher*innen aber nicht gewarnt haben. Vor Gericht bekamen die Klägerinnen recht, inzwischen verklagten insgesamt 38.000 Opfer das Unternehmen. Und es könnten weitere Klagen folgen, denn der Krebs kann auch erst Jahre später ausbrechen. In der Vergangenheit hat Johnson & Johnson laut t-online bereits 2,5 Milliarden US-$ an 20 Frauen zahlen müssen. Unklar ist auch, ob und welche Schäden Babys erhalten haben, die von ihren Eltern mit dem Babypuder trocken gelegt wurden.

Alle Prozesse auf Eis

Johnson & Johnson müsste die Geldstrafe zahlen und ist dazu auch in der Lage. Aber der Konzern hat die Abteilung, die sich um die Klagen kümmert, ausgelagert. Die so entstandene Tochterfirma "LTL Mangement" hat in North Carolina dann Insolvenz angemeldet. Dadurch liegen momentan alle Prozesse auf Eis und es ist dem Konzern auch erlaubt, die Entschädigungssummen in einen Fond zu übertragen aus dem später die Zahlungen durchgeführt werden. Für den Konzern bedeutet der Schritt in jedem Fall eine Möglichkeit, sich mehr Zeit zu verschaffen.

Das Ganze ist ein in den USA relativ bekanntes Vorgehen, auch unter dem Namen "Texas Two-Step" bekannt. Nur wenige Staaten erlauben diese umstrittene Methode, einer davon ist North Carolina. Nun haben die Opfer durch ihre Anwält*innen Klage gegen diese Methode eingereicht. Wenn das Gericht anerkennt, dass dies zulässig ist, dann könnten zukünftig auch andere große Konzerne im Fall einer Klagewelle mit hohen Entschädigungszahlungen so verfahren. Das Resultat sind Geschädigte, die dann vielleicht Recht haben, aber nicht mehr Recht bekommen (können).

Andrea Zschocher

Wie kann das sein?

Wir alle erziehen unsere Kinder dazu, sich zu entschuldigen, Fehler einzuräumen, es beim nächsten Mal anders und besser zu machen. Wir wollen alle in einer Welt leben, in der wir zu unseren Fehlern stehen. Und dann gibt es solche Konzerne, die mit legalen aber umstrittenen Tricks versuchen, sich doch aus der Affäre zu ziehen. Es geht um Geld, wie so oft. Und eben auch um eine fragwürdige Moral, die mich in Zukunft einen Bogen um die Produkte des Unternehmens machen lässt.

Auch wenn das Lesen einer Review niemals hätte verhindern können, dass die Menschen krank geworden sind, es lohnt sich trotzdem immer mal zu schauen, was andere zu den Produkten sagen, die ihr kaufen wollt:

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Quellen:
t-online.de
Urbia

Bildquelle: getty images / Getty Images News / Justin Sullivan / Staff

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