Das Frauenkondom: So funktioniert es

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Das Frauenkondom: So funktioniert es

Es ist genauso sicher wie das herkömmliche Kondom, kommt aber nur sehr selten zum Einsatz – das Frauenkondom. Wie es funktioniert, wieso es so wenig verbreitet ist und welchen entscheidenden Vorteil es mit sich bringt.

Das Frauenkondom gilt als genauso sicher, wie das herkömmliche Kondom. Genutzt wird es allerdings nur selten.

“Zieh schon mal das Kondom über” – ein Satz, den wir sofort einer Frau zuordnen würden, die ihn einem Mann flüstert. Die wenigsten von uns denken dabei an einen Mann, der eine Frau anspricht. Logisch, schließlich ist das Kondom das Verhütungsmittel für den Mann. Doch tatsächlich ist das nicht ganz richtig: Auf dem Markt gibt es auch ein Frauenkondom, das als genauso sicher gilt, wie das Kondom für den Mann. In Deutschland kennen und nutzen es aber nur wenige.

Wie funktioniert das Frauenkondom?

Das Frauenkondom, auch Femidom genannt, ist ähnlich aufgebaut, wie das gewöhnliche Kondom für den Mann. Es besteht aus einem hauchdünnen Schlauch, meist aus Latex mit einem offenen und einem geschlossenen Ende. Im Gegensatz zum normalen Kondom ist jedoch nicht nur an einem Ende ein Ring angebracht, sondern an beiden. Das Frauenkondom wird in der Scheide platziert und verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen. Außerdem schützt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten, da der Kontakt zwischen den Schleimhäuten der Scheide und dem Penis verhindert wird.

Wie wird das Frauenkondom eingesetzt?

Die Handhabung des Kondoms für die Frau ist ein wenig komplizierter, als die des Männerkondoms und bedarf daher ein bisschen Übung. Frauen sollten ihren Körper dafür gut kennen, daher ist es gerade für junge Frauen, die bisher nur wenige sexuelle Erfahrungen gesammelt haben, nicht unbedingt geeignet ist. Beim Einsetzen des Frauenkondoms wird der flexible Ring, der sich am geschlossenen Ende befindet, in die Scheide eingeführt und im hinteren Bereich platziert, sodass der Muttermund bedeckt wird. Der Ring am offenen Ende wird außerhalb der Scheide über den äußeren Schamlippen platziert und sorgt so dafür, dass das Frauenkondom nicht in die Scheide rutscht. Um das Frauenkondom gut und sicher platzieren zu können, sollte es sowohl von außen, als auch von innen mit Gleitmittel bestrichen werden. Auf diese Weise ist das Einführen leichter und gleichzeitig wird verhindert, dass der Penis beim Geschlechtsverkehr am Kondom hängen bleibt und es verrutscht.

Nach dem Sex wird das Frauenkondom vorsichtig aus der Scheide genommen. Das sollte am besten noch vor dem Aufstehen im Liegen gemacht werden. So kann man sichergehen, dass das Kondom nicht ausläuft. Das Frauenkondom kann nur einmal verwendet werden und wird anschließend im Hausmüll entsorgt.

Was kostet das Kondom für die Frau?

Das Frauenkondom kann in Apotheken und Onlineshops erworben werden. Es ist etwas teurer als das gewöhnliche Männerkondom: Drei Stück kosten in der Regel zwischen acht und zwölf Euro. Größere Packungen sind da etwas günstiger, z. B. der 30er Pack Frauenkondome von Pasante, z. B. über Amazon für ca. 38 €*.

Frauenkondom: Vorteile und Nachteile

Dass das Frauenkondom so selten zum Einsatz kommt, mag daran liegen, dass das Einsetzen etwas komplizierter ist und es guter Kenntnisse über den Aufbau des eigenen Körpers bedarf. Auch kann das Kondom als störend empfunden werden, wenn es nicht aus Latex, sondern aus Polyurethan besteht, das beim Sex knistert. Daher sollte beim Kauf unbedingt auf das Material geachtet werden. Besteht eine Latexallergie sollte zum Frauenkondomen aus Polyurethan etwas mehr Gleitgel verwendet werden, um das Knistern zu verhindern. Auch der Preis dürfte eine tragende Rolle spielen, warum das Kondom für die Frau ein Nischendasein fristet. Schließlich ist das Frauenkondom doch deutlich teurer als das herkömmliche Kondom.

Doch das Frauenkondom hat jedoch auch einen entscheidenden Vorteil. Es ist das einzige Verhütungsmittel, mit dem sich Frauen selbst vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV schützen können. Das ist vor allem dann entscheidend, wenn der Partner kein Kondom nutzen möchte oder wenn eine Frau ihren Sexualpartner nicht gut kennt. Immer wieder wurde in letzter Zeit über Fälle von “Stealthing" verhandelt: Dabei geht es um Männer, die das Kondom während des Geschlechtsverkehrs – meist während eines Stellungswechsels – abziehen, ohne dass die Partnerin davon weiß. In Berlin wurde Ende 2018 zum ersten Mal ein Mann wegen „Stealthing“ zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Mit dem Frauenkondom haben Frauen die Macht über ihren Schutz vor einer Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten, denn das Kondom lässt sich vom Partner nicht einfach unbemerkt aus der Scheide entfernen.

Frauenkondome werden dem gewöhnlichen Kondom wohl nie den Rang ablaufen. Es ist aber gut, wenn möglichst viele Frauen wenigstens schon einmal davon gehört haben. Vielleicht gibt es ja doch einmal eine Situation, in der man sich mit einem Frauenkondom wohler fühlt.

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Bildquelle:

Getty Images

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