Goldspirale: Langfristige Verhütungsmethode

Gold statt Kupfer

Goldspirale: Langfristige Verhütungsmethode

Goldspirale – das hört sich erst mal edel an, ist es aber gar nicht. Was spricht für diese Form der Verhütung und wie viel kostet sie?

Zuerst gab es nur die Kupferspirale, aber mittlerweile hat sich auch die teurere Goldspirale als Langzeitverhütungsmittel etabliert. Spiralen, medizinisch auch Intrauterinpessare genannt, sind Mittel, die direkt in der Gebärmutter wirken.

Goldspirale: Besser als eine Kupferspirale?

Die Goldspirale ist ein kleiner, meistens T-förmiger Kunststoffträger, der mit einem Gold-Kupfer-Draht umhüllt ist. Das ist der Unterschied zur Kupferspirale, die aus reinem Kupfer besteht. Gold neigt nicht zur Korrosion wie andere Metalle, deshalb ist eine Goldspirale wesentlich haltbarer als eine Kupferspirale, die meistens nach fünf Jahren ausgetauscht wird. Zudem hat Gold eine antibakterielle Wirkung, die Gefahr einer Infektion wird dadurch geringer.

Wie wirkt die Goldspirale?

Im Prinzip hat sie dieselbe Wirkung wie die Kupferspirale. In die Gebärmutter eingesetzt, gibt sie Ionen ab, die die Kommunikation zwischen Spermien und Eizelle stören. Die Spermien werden langsamer und verlieren auch ihre Orientierung - eine Befruchtung kann so nicht stattfinden. Diese Art der Verhütung verzichtet ganz auf Hormone. Und sie ist sehr sicher. Der Pearl Index, der die Sicherheit von Verhütungsmitteln setzt, lautet hier 0,3-0,7.

Einsetzen der Spirale: Schmerzhaft oder nicht?

Wie bei vielen Dingen kommt es auf die Größe an: Entscheidend ist die Größe und Lage eurer Gebärmutter. Euer Arzt oder eure Ärztin wird mittels einer Ultraschalluntersuchung feststellen, wie groß eurer Spirale sein muss. Die Größen variieren um die drei Zentimeter. Mit einem Einführungsröhrchen wird die Spirale durch den Gebärmutterhalskanal in die Gebärmutter eingesetzt. Dieses geschieht in den letzten Tagen der Regelblutung, denn so kann eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden und der Muttermund ist leicht geöffnet, das Röhrchen kann einfacher passieren.

Trotzdem merkt ihr es. Es kommt auf eure Schmerzempfindlichkeit an. Sprecht mit eurem Arzt über mögliche Schmerzmittel wie örtliche Betäubung, wenn ihr meint, dass ihr es nicht aushalten könnt. Für Frauen, die bereits ein Kind bekommen haben, ist das Einsetzen meistens einfacher, weil der Kanal ein wenig weiter ist.

Goldspirale: Mögliche Nebenwirkungen

Nach dem Einsetzen merkt ihr möglicherweise ein Ziehen wie beim Regelschmerz. Dies sollte sich nach ein paar Tagen geben. Ist dies nicht der Fall, kontaktiert eure Ärztin. Es kann auch zu Zwischenblutungen kommen. Oft verursacht die Spirale eine stärkere Regelblutung, deshalb wird sie Frauen, die sowieso schon unter einer starken Periode leiden, nicht empfohlen.

Was spricht für die Goldspirale?

Die Langzeitverhütung, die hier sogar noch wesentlich länger ist als bei der Kupferspirale, ist das große Plus. Für Jahre müsst ihr euch keine Gedanken über Verhütung machen. Gerade für Paare, die keine weiteren Kinder mehr haben möchten, ist diese Form empfehlenswert. Auch ist sie eine gute Methode für alle, die keine Hormone nehmen möchten. Allerdings schützt sie nicht vor Geschlechtskrankheiten - da hilft dann nur das gute alte Kondom.

Goldspirale: Wie viel kostet sie?

Wenn ihr die Goldspirale gut vertragt, kann sie eigentlich so lang wie nötig in der Gebärmutter bleiben, da ihr Goldkern die Brüchigkeit der Metallumhüllung verhindert. Die Kosten liegen zwischen 300 und 500 Euro. Das ist auf den ersten Blick teuer, aber wenn ihr dies über die Jahre rechnet, kommt ihr auf einen monatlichen Schnitt, der mit den anderen Mitteln gut mithalten kann. Sie ist im Vergleich billiger als die Hormonspirale, die ähnlich viel kostet, aber früher herausgenommen wird. Gold hört sich teuer an, aber in diesem Fall rechnet es sich am Ende.

Bildquelle: JacobLund/Getty Images

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