Unterhaltsvorschuss: Finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende

Familienleben

Unterhaltsvorschuss: Finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende

Gute Nachricht für Alleinerziehende: Bund und Länder haben sich auf eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses geeinigt. Ab Juli können mehr Alleinerziehende die staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen.

Unterhaltsvorschuss: Voraussetzungen und Höhe der Zahlungen

Seit 1980 haben Kinder alleinerziehender Eltern Anspruch auf einen staatlich finanzierten Unterhaltsvorschuss, und zwar dann, wenn der andere Elternteil keine oder keine ausreichende Unterhaltszahlungen leistet.

Voraussetzungen dafür sind:
• Das Kind hat einen Wohnsitz oder einen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.
• Das Kind lebt mit einem alleinerziehenden Elternteil zusammen in einem
Haushalt.
• Das Kind erhält vom anderen Elternteil keine oder keine regelmäßigen
Unterhaltszahlungen in Höhe des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestunterhalts.
• Das Kind ist unter 12 Jahre alt (ab 1.7.2017: Das Kind ist unter 18 Jahre alt)
Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem gesetzlich festgelegten Mindestunterhalt, auf den das volle Kindergeld für ein erstes Kind angerechnet wird. Das Einkommen des alleineerziehenden Elternteils spielt bei der Berechnung keine Rolle.
Seit dem 1. Januar 2017 beträgt der monatliche Unterhaltsvorschuss
für Kinder von 0 bis 5 Jahre: 150 Euro
für Kinder von 6 bis 11 Jahre: 201 Euro.
Ab dem 1. Juli 2017 haben auch ältere Kinder einen Anspruch auf einen Unterhaltsvorschuss:
➤ Kinder von 12 bis 18 Jahre: 268 Euro

Ausweitung des Unterhaltsvorschusses ab Juli 2017

Ab Juli 2017 treten einige Reformen in Kraft, die alleinerziehende Eltern weiter entlasten sollen. So wird zum einen die maximale Bezugsdauer des Unterhaltsvorschusses von bisher sechs Jahren aufgehoben. Es wird dann keine Beschränkung der Bezugsdauer mehr geben, außer dem Alter des Kindes.
Und auch hier gibt es gute Nachrichten für alleinerziehende Eltern: Das Höchstalter anspruchsberechtigter Kinder wird von zwölf auf 18 Jahre angehoben. Kinder von zwölf bis 18 Jahren haben dann einen Anspruch auf 268 Euro im Monat. Voraussetzung dafür ist, dass sie selbst nicht auf Hartz IV Leistungen angewiesen sind und dass das alleinerziehende Elternteil, wenn es Hartz IV-Leistungen bezieht, noch ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro im Monat erzielt. Hintergrund dieser Regelung ist es laut Familienministerin Manuela Schwesig, Anreize zu schaffen, zusätzlich zu den Sozialleistungen ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Bildquelle:

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