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Was braucht man für einen Vaterschaftstest?

Was braucht man für einen Vaterschaftstest
© Getty Images/Diego Cerro Jimenez

Wer nach deutschem Recht einen Vaterschaftstest durchführen möchte, benötigt ein paar Unterlagen. Ihr fragt euch: Was braucht man für einen Vaterschaftstest? Hier nennen wir euch die nötigen Unterlagen, Identitätsnachweise und was ihr sonst noch braucht, damit der DNA-Test vom Labor durchgeführt werden darf.

Vaterschaftstest nach deutschem Recht

Ein Vaterschaftstest, der die DNA von Vater und Kind abgleicht, darf in Deutschland nur nach Einwilligung aller Beteiligten durchgeführt werden. Wenn sich der Vater oder die Kindesmutter eines minderjährigen Kindes weigert, kann der Test zunächst nicht durchgeführt werden. Außerdem darf er nicht heimlich zu Hause durchgeführt werden, sondern muss von einem neutralen Dritten bezeugt werden. Dieser stellt die Identität aller Personen fest und überwacht die Entnahme der Speichelprobe. Dann überprüft er, dass alle Beteiligten ihr Einverständnis schriftlich abgeben, bei Minderjährigen bzw. Babys ist dies zusätzlich die Mutter.

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Sobald alles vorliegt und die Identität bestätigt ist, packt der Zeuge oder die Zeugin die ausgefüllten Formulare zur Identität, die Einverständniserklärung und die Testkits mit dem entnommenen Speichel in einen Umschlag, der an das jeweilige Labor gesendet wird.

Ihr könnt in einem akkreditierten Labor oder einer Apotheke einen Vaterschaftstest für private Zwecke in Auftrag geben, den ihr selber bezahlen müsst. Die Kosten dafür variieren je nach Labor etwas. Das Jugendamt oder Pro Familia bieten auch  Hilfe dabei an oder führen bezeugte Vaterschaftstests durch. Diese Tests müssen immer gleich durchgeführt werden und benötigt die genannten Unterlagen und Nachweise, sonst darf kein Labor eine DNA-Analyse in Deutschland durchführen. Gut zu wissen: Tests, die im Ausland durchgeführt werden, haben nach deutschem Recht keine Gültigkeit.

Ob ein solcher Test jedoch in einem späteren Gerichtsverfahren anerkannt wird, bleibt dem Richter bzw. der Richterin überlassen. Es kann sein, dass dieser dann wiederholt werden muss. Pränatale Tests sind in Deutschland nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

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Was braucht man für einen Vaterschaftstest?

Um den Test durchzuführen und die Identität aller Beteiligter festzustellen, werden folgende Personen, Unterlagen und Utensilien benötigt:

  • Neutrale*r Zeuge/Zeugin: Das kann ein Arzt bzw. eine Ärztin, eine Amtsperson, ein Anwalt, Notar*in oder Jugendamtmitarbeitender sein, der neutral gegenüber der Familie ist.
  • Alle Testpersonen: Der zu testende Vater, das Kind und bei minderjährigen Kindern die Mutter.
  • Ausweisdokumente bzw. Foto und Geburtsurkunde: Alle Erwachsenen müssen ihre Identität durch ihren Personalausweis nachweisen. Bei minderjährigen Kindern, die noch keinen Ausweis besitzen, benötigt ihr die Geburtsurkunde und ein Foto des Kindes. Das Labor wird euch alle benötigten Unterlagen genau in einer Anleitung zum Ablauf auflisten.
  • Einverständniserklärung: Alle zu testenden Personen müssen schriftlich bestätigen, dass sie mit dem DNA-Test einverstanden sind. Für minderjährige Kinder unterzeichnet die Mutter oder ggf. das Jugendamt oder gesetzliche Vertretung diese Erklärung.
  • Testkit mit Teststäbchen und Versandumschläge: Die DNA-Analyse erfolgt anhand der DNA im Speichel. Dazu müssen sich die Testpersonen mithilfe eines Stäbchens Speichel aus dem Mundraum entnehmen, der dann im Labor untersucht wird. Zur Probeentnahme gehören das Testkit mit den Stäbchen für die Speichelprobe nebst versiegelten Umschlägen.
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Der Zeuge bzw. die Zeugin trägt die Verantwortung für eine korrekte Probeentnahme, den Ablauf nach Plan und die Bestätigung der Identität der Beteiligten. Gibt es Zweifel an der Identität oder fehlen Unterlagen am Testtag muss dies genau dokumentiert werden und der Test darf nicht durchgeführt werden bzw. nicht ans Labor versendet werden.

Der Test von Vater und Kind muss nicht unbedingt an einem gemeinsamen Termin stattfinden, sondern es ist möglich, dazu zwei Termine für die Probenentnahme mit dem Zeugen zu vereinbaren. Der jeweilige Ablauf ist dennoch gleich. Die Zeugenperson muss dafür Sorge tragen, dass beide Testkits ordnungsgemäß ans Labor versendet werden. Weitere Details zum Ablauf des Tests findet ihr hier:

In den folgenden Beiträgen klären wir weitere wichtige Fragen zum Thema:

Quellen: Gendiagnostikgesetz, Rose & Partner, Vaterschaftstest-Labore

Nur Menschen mit einer super Allgemeinbildung schaffen dieses Quiz

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