Vasektomie: Kosten, Methoden, Argumente

Wenn ein Mann sich sterilisieren lässt, um keine Kinder mehr zeugen zu können, werden die Samenleiter durchtrennt. Wie zuverlässig ist die Vasektomie? Was kostet sie, tut es weh und kann man sie rückgängig machen? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Vasektomie

Eine Vasektomie kommt für Männer in Frage, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.


Wenn ein Mann sich keinen Nachwuchs wünscht, dann bietet eine Vasektomie einen sicheren Weg der Verhütung. Vor dieser folgenreichen Entscheidung sollte man sich gut informieren. Manch einer scheut diesen Schritt jedoch aus Angst vor Schmerzen, Sorge um das Liebesleben und aufgrund der Endgültigkeit des Eingriffs – doch in vielen Punkten gibt es Entwarnung.

Vasektomie: Wie läuft die OP ab?

Eine Vasektomie wird meist ambulant durchgeführt, das heißt, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht erforderlich. Der Patient wird lediglich örtlich betäubt. Mit ein bis zwei Schnitten am Hodensack werden die Samenleiter freigelegt, um 1-3 Zentimeter entfernen zu können. Die Schnitte werden dann durch Verödung, durch wenige Stiche mit Ligaturfaden oder vorübergehend mit Titanklemmen geschlossen.

Eine Vasektomie ist dank Betäubung nicht schmerzhaft und auch die Wundheilung verläuft in der Regel schnell und schmerzarm. Mit der neueren No-Scalpel-Operationsmethode, bei der die Hautöffnung kleiner ist, werden die Schmerzen nach dem Eingriff noch einmal deutlich geringer, Nachblutungen und Infektionen treten ebenfalls seltener auf.

Was kostet eine Vasektomie und wer übernimmt die Kosten?

Eine Vasektomie kostet einschließlich Samenleiteruntersuchung und Spermiogramm ungefähr 400-600 € und muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Krankenkassen bezahlen die OP seit 2004 nur noch in seltenen, begründeten Ausnahmefällen.

Wie sicher verhütet eine Vasektomie?

Gründe für eine Vasektomie gibt es viele, beispielsweise:

  • Die Familienplanung ist abgeschlossen.
  • Die Partnerin verträgt keine hormonellen Verhütungsmittel.
  • Der Single-Mann oder das Paar wünscht sich eine möglichst sichere Verhütungsmethode.

Die Sterilisation durch eine Vasektomie gilt mit einem Pearl-Index von 0,1 als besonders sicher: Das bedeutet, dass es bei 1000 Paaren im Verlauf eines Jahres nur bei einem zu einer Schwangerschaft kommt.

Allerdings sollte man in den ersten Wochen zusätzlich noch andere Verhütungsmethoden einsetzen, da sich im Ejakulat immer noch Samenfäden befinden können. Dies wird etwa vier, acht und zwölf Wochen nach der OP kontrolliert. Nach drei Monaten ist die volle Verhütungswirkung erreicht. Da es in seltenen Fällen, also bei einem von 2000 Männern, zu einer so genannten Rekanalisation kommt, bei der die durchtrennten Samenleiter sich wieder verbinden und ihre Funktion wieder aufnehmen, wird sicherheitshalber auch ein Jahr nach der OP noch einmal eine Untersuchung durchgeführt.

Leidet das Sexleben nach einer Vasektomie?

Wer sich sorgt, dass die gekappten Samenleiter die Libido beeinträchtigen könnten, der kann sich beruhigt zurücklehnen – mit einem Lächeln. Denn eine Studie der Universität Frankfurt kam zu dem Schluss, dass sterilisierte Männer eher häufiger und entspannter Sex haben und ihren Orgasmus noch mehr genießen können. Für Frauen soll sich durch die Vasektomie gar nichts verändern.

Funktionell bleibt nach der Vasektomie alles Wesentliche gleich: Die Hoden produzieren weiterhin Hormone und die Erektionsfähigkeit bleibt erhalten. Viele der befragten Männer gaben als Hauptgrund für ihr besseres Sexerleben an, dass sie sich durch Gedanken an eine unerwünschte Schwangerschaft weniger gestört fühlten. Während die Mehrzahl keine Veränderung in ihrem Sexleben feststellten, hatten 12,4 Prozent der Studienteilnehmer mehr Sex, nur 4,5 Prozent erlebten weniger.

Lässt sich eine Vasektomie rückgängig machen?

Das Leben geht manchmal merkwürdige Wege und sorgt für Überraschungen. Selbst Männer, die felsenfest überzeugt waren, keine Kinder (mehr) zeugen zu wollen, ändern gelegentlich ihre Meinung – zum Beispiel, wenn sie sich so richtig verlieben und mit der neuen Partnerin doch noch eine Familie gründen möchten.

Zwar ist die Vasektomie als dauerhafte Verhütungsmethode konzipiert, aber sie lässt sich in fast allen Fällen rückgängig machen. Da die Samenleiter nicht komplett entfernt, sondern nur durchtrennt werden, lässt sich die Zeugungsfähigkeit wiederherstellen. Liegt die Vasektomie nicht länger als fünf Jahre zurück, liegt die Erfolgsquote bei 95 Prozent. Auch wenn die OP schon länger her ist, sinken die Chancen nur langsam, wobei natürlich auch Alter und Gesundheit der Partnerin eine Rolle spielen.

Führt die Refertilisationsoperation nicht zur ersehnten Schwangerschaft, gibt es noch die Möglichkeit, chirurgisch Spermien zu gewinnen und sie per ICSI (intrazytoplasmatischer Spermieninjektion) mit einer reifen Eizelle zusammenzubringen.

Bei den 5-7 Prozent der sterilisierten Männer, die sich einer Rückoperation unterziehen, wird der verspätete Kinderwunsch also in vielen Fällen doch noch wahr – trotz vorangegangener Vasektomie.

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