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Montessori-Magie

9 Tipps, wie wir und unsere Kinder geduldiger werden

Montessori Geduld: Mama und Kind
© Getty Images/jacoblund

Eure Kids sind auch oft richtig ungeduldig? Vielleicht will euer Kleinkind SOFORT hochgenommen werden oder euer Vorschulkind verliert die Nerven, weil etwas nicht auf Anhieb klappt. Mit etwas Achtsamkeit und Montessori-Magic könnt ihr in diesen Momenten ruhiger bleiben und euren Kindern helfen, dasselbe zu tun. Neun Tipps, wie das ganz leicht geht.

Ist Geduld wirklich etwas, was man erst lernen muss? Unsere Geduldigkeit ist zu einem gewissen Grad von unserer Persönlichkeit abhängig. Aber in vielen Situationen können wir von Natur aus sehr geduldig sein: Nämlich dann, wenn wir uns im Moment verlieren. Achtsamkeit und Geduld sind daher Dinge, die schon unsere Kinder können, und die wir im Laufe unseres Lebens eher verlernen, weil äußere Umstände und Mitmenschen uns antreiben. Das geht auch unseren Kids so.

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Um ihnen zu helfen, geduldiger zu werden, können wir ihnen also vorleben, in schwierigen Momenten ruhig(er) zu bleiben. Und sie gleichzeitig dabei unterstützen, sich Dingen geduldig hingeben zu können. So können wir mit paar Montessori-Gedanken in Situationen, in denen unsere Kids super-ungeduldig sind, die Ruhe bewahren. Und wir sie im Alltag dabei unterstützen, ihre eigene Geduld und Achtsamkeit zu channeln.

#1 Spielen lassen

Das geht nicht immer, aber lässt sich ganz gut üben: Wenn unsere Kinder spielen, können wir versuchen, sie nicht zu unterbrechen. Montessori ist es wichtig, das kindliche Spiel zu respektieren, denn es ist für Kinder der Weg, zu Lernen und die Welt zu verstehen. Im Alltag kann das heißen, dass wir einmal weniger eingreifen und warten, bis unsere Kids auf uns zukommen.

Und was, wenn's mal schnell gehen muss? Vielen Kindern hilft ein kurzer Hinweis: "In 5 Minuten hören wir auf mit Spielen und ziehen uns an." So werden sie nicht ganz ohne Vorwarnung aus ihrem Spiel gerissen und können sich etwas besser darauf einstellen.

#2 Ruhe bewahren

Bei Montessori geht es oft darum, Dinge für sich selber einzuordnen. Das heißt nicht, dass wir immer nur das machen, worauf wir Lust haben. Sondern viel mehr, dass wir Prioritäten setzen.

Ihr kennt es auch: An stressigen Tagen verlieren wir Eltern schnell schon bei kleinsten Kleinigkeiten die Geduld. Und unsere Kids sehen das natürlich. Das ist nicht tragisch, aber wenn wir bewusst auch mal Fünfe grade sein lassen, über uns selber lachen oder Sachen liegenlassen, weil es Wichtigeres gibt, können unsere Kinder sich das direkt abgucken. Und merken: Nicht immer muss alles sofort passieren. Und: Eins nach dem Anderen.

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Jennifer Kober

Auch Raum für die Prioritäten der Kids lassen

Klar sind unsere Kinder oftmals ungeduldig, aber wie oft sind wir diejenigen, die ungeduldig werden, weil wir dringend los zur Schule/Kita/Arbeit müssen und unsere Kids sich "zu viel Zeit" lassen? Logo, dass das oft nicht anders geht. Aber wenn wir uns diese Momente vor Augen rufen wird uns doch schnell klar: Oft sind es die äußeren und nicht die inneren Umstände, die uns alle die Geduld kosten. Die können wir nicht immer ändern, aber mit den Montessori-Tipps wird's manchmal einfacher, unsere innere Ruhe zu stärken.

Jennifer Kober

#3 Empathie zeigen

Montessori lässt sich auf die Perspektive der Kinder ein. Das können wir auch – besonders auch emotional. Wenn unsere Kids die Geduld verlieren, ist das für uns selber alles andere als einfach! Aber wenn wir versuchen kurz durchzuatmen, Empathie zu zeigen und das Erlebte für unser Kind zu validieren, hat das zwei tolle Effekte: Wir bleiben selber ruhiger und statt steigendem Frust zeigen wir Liebe und Mitgefühl. Und unser Kind sieht, dass seine Gefühle berechtigt sind und ernst genommen werden.

#4 Beobachten

Der Montessori-Gedanke lädt uns dazu ein, unsere Kinder zu beobachten und wahrzunehmen. Überlegt euch: Was stört euer Kind gerade an der Situation? Meistens ist es nicht das Offensichtliche, sondern ein Bedürfnis, das nicht erfüllt wird.

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Wenn euer Kleines beim Abholen in der Kita lauthals nach seinem Snack schreit, hat es vielleicht schon viel länger Hunger? Oder es geht um eure Aufmerksamkeit, denn es hat euch einfach wahnsinnig vermisst?

Geschwisterkinder, die eifersüchtig reagieren, brauchen vielleicht einfach etwas mehr Zeit mit euch allein?

Manchmal fallen uns so aber auch ganz offensichtliche Dinge auf, die unsere Kids die Geduld kosten. Wie z.B. der Reißverschluss, der nicht alleine zu bewältigen ist oder der Hochstuhl, aus dem euer Kind nicht allein rauskommt, wenn es das möchte. In der alltäglichen Hektik wird uns nicht immer gleich bewusst, was der eigentliche Auslöser ist.

#5 Vorbeugen

Wutanfälle sind wichtig, um Emotionen rauszulassen, sie zu verarbeiten und sich selbst zu regulieren. Unser Job als Eltern ist es also nicht, sie zu verhindern, sondern unsere Kids dabei zu begleiten. Aber das heißt nicht, dass sich unnötig frustrierende Situationen nicht manchmal vermeiden lassen. Und wir so mehr Momente schaffen können, in denen sich unsere Kids wohlfühlen.

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Angelehnt an die obigen Situationen kann das ggf. bedeuten, die Lunchbox für die Kita voller zu packen oder extra Zeit für eine riesige Umarmung einzuplanen, bevor es ans Anziehen und den Nach-Hause-Weg geht. Mehr One-On-One-Time mit Geschwistern einzuplanen, eine leichtgängige Jacke zu finden und den Hochstuhl für einen kleinen Kindertisch mit Stuhl im Montessori-Stil zu tauschen.

#6 Aufmerksamkeit schenken

Oft werden unsere Kinder auch einfach ungeduldig weil sie merken, wir sind (gedanklich) ganz woanders. Deshalb kann es helfen, wenn wir bei Dingen, die Geduld erfordern, mit unseren Kids im Moment bleiben. Das kann bedeuten, dass wir uns beim Wickeln/Zähneputzen/Händewaschen nicht von anderen Dingen ablenken lassen und beim gemeinsamen Essen auch mal nicht am Smartphone multitasken. Wir zeigen euch, wie ihr noch mehr Achtsamkeit in euren Familienalltag bringen könnt.

#7 Vorbereitet sein

Montessori setzt auf gute Vorbereitung: Wenn alle Materialien und Möbel einsatzbereit sind, können die Kinder sich ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren. Als Eltern können wir uns davon was abgucken und versuchen, alles Wichtige in Reichweite zu haben: Vorm Haarewaschen haben wir schon Lieblingsspielzeug, Shampoo und Handtuch parat, vorm Füttern Waschlappen, Trinkbecher und Ersatzlöffel. So müssen wir nicht ständig aufstehen oder kurz aus dem Zimmer, sondern können uns mit unserem Kind auf den Moment konzentrieren.

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Wutanfälle gehören zur Entwicklung unserer Mäuse dazu, sind aber deshalb nicht weniger antrengend für Bezugspersonen. Hier sind 7 Tipps, wie ihr sie leichter überstehen könnt:

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#8 Ordnung halten

Bevor ihr euch vor Lachen (oder Weinen) nicht mehr einbekommt: Eure Wohnung braucht dafür weder blitzblank, noch besonders ordentlich zu sein. Es geht eher darum, grundsätzliche Aufbewahrungsorte zu kennen.

In der Montessori-Lehre ist es wichtig, dass Kinder selbstständig auf alles zugreifen können, was sie für ihren Alltag benötigen. Montessori geht dazu davon aus, dass wiederkehrende Rituale und Ordnung Kindern Sicherheit geben. Und sie entlasten, sodass sie sich aufs Wesentliche konzentrieren und im Moment verlieren können. Sprich: Geduldig ihren Aktivitäten nachgehen können.

Dafür braucht ihr nicht euer ganzes Haus auf Montessori umzustellen, aber es hilft, wenn Kids wissen, wo sie ihre Sachen finden. Spielzeuge haben so z.B. ihren festgelegten Platz, Kleidung, Schuhe, Zahnbürste, Getränke und gesunde Snacks sind in Reichweite und alle wissen (theoretisch), was wohin wieder aufgeräumt wird. Wie wir unsere Kinderzimmer-Möbel auf Montessori umgestellt haben, lest ihr hier:

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#9 Rituale finden

Wie bei der "Ordnung" geht es bei Montessori auch viel um Rituale. Unsere Kinder sind für so viele Dinge in ihrem Leben auf uns angewiesen, dass es ihnen guttut, Abläufe und Routinen einordnen zu können. So wissen sie schon vorher: Wenn wir fertig mit dem Essen sind, können wir spielen. Oder: Nach dem Zähneputzen ist Zeit mit Mama/Papa angesagt. Aber auch, was sich z. B. morgens nach dem Aufstehen nacheinander abspielt. So fällt es ihnen leichter, Aktivitäten ihre Zeit zu schenken, weil sie wissen, dass sie von einer bestimmten Dauer ist.

Helikopter-Eltern oder nicht? Macht das Familien-Quiz!

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