Mittagsschlaf für Grundschüler: US-Studie empfiehlt Nickerchen für bessere Noten

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Mittagsschlaf für Grundschüler: US-Studie empfiehlt Nickerchen für bessere Noten

Was für viele Eltern keine Überraschung sein wird, wurde jetzt auch wissenschaftlich belegt: Mehr Schlaf macht Schulkinder ausgeglichener, glücklicher und gesünder – und hat direkte Auswirkungen auf ihren Notendurchschnitt. 

Mehr als ein Ritual im Kindergarten: Der Mittagsschlaf hilft auch Grundschülern durch den Tag.

Nicht nur Babys und Kleinkinder brauchen ein Nickerchen oder einen festen Mittagsschlaf, um gut durch den Tag zu kommen: Auch Schulkinder im Grundschulalter und darüber hinaus profitieren von einem Schläfchen zwischendurch. So sind laut einer neuen US-Studie rund ein Fünftel von ihnen von Schläfrigkeit und Konzentrationsschwächen betroffen. Das Projekt der University of Pennsylvania hat ergeben, dass Kinder, die mindestens dreimal die Woche Mittagsschlaf hielten, nicht nur körperlich fitter und emotional ausgeglichener waren, sondern auch bei Hausaufgaben, Klassenarbeiten und IQ-Tests besser abschnitten. Schon Nickerchen von 30 bis 60 Minuten reichten aus und konnten auch den Effekt schlechter Nächte mehr als ausgleichen.

Für viele Eltern scheint es wenig überraschend, dass ihre Kinder müde werden, oder dass ausreichend Schlaf im Alltag wichtig ist. Die Studie ist allerdings die erste ihrer Art, die reale Familien in unterschiedlichsten Verhältnissen im ganz normalen Alltag begleitete – und nicht auf standardisierte Laborexperimente blickte.

Mittagsschlaf hilft, Bildschirmnutzung einzuschränken

Die Studie, die fast 3.000 Viert-, Fünft- und Sechstklässler im Alter von 10 bis 12 Jahren befragte, konzentrierte sich neben akademischen Daten, Umfeld- und Verhaltensanalysen auf medizinische Faktoren wie den Glukosespiegel und BMI der Kinder. Mit Mittagsschlaf stiegen die Noten der Kinder am Ende der 6. Klasse bei 7,6 %. Jianghong Liu, Hauptautorin der Studie, sieht den Mittagsschlaf dazu als effektiven Weg, die Nutzung digitaler Medien einzuschränken, die Kindern immer häufiger zum Abschalten dienen. 

“Der Mittagsschlaf lässt sich leicht einführen und kostet nichts. Dazu hilft er nicht nur den Kindern selbst, sondern auch dabei, Bildschirmnutzung zu reduzieren.” 
Diese hätte einen großen Einfluss auf die schlechteren Ergebnisse in der Studie gehabt.

Natürlich heißt das nicht, dass ihr einen festen Mittagsschlaf einführen müsst. Vielmehr zeigen die Ergebnisse, dass das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe nicht nur bei Babys und Kleinkindern, sondern auch bei Kids im Schulalter stark ausgeprägt, nur weniger erforscht ist – und dass Müdigkeit und Nörgeln auch bei Schulkindern ein ganz normaler Teil der Entwicklung sind.

Quelle: Oxford University Press https://academic.oup.com/sleep/advance-article-abstract/doi/10.1093/sleep/zsz126/5499200

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