Warnung vor dem Gefleckten Schierling

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Warnung vor dem Gefleckten Schierling

Der Gefleckte Schierling kann leicht verwechselt werden, dabei ist der hochgiftig. So erkennen Sie ihn.

Statt einer harmlosen Schafgarbe, landet schnell aus Versehen der sogenannten Gefleckte Schierling im selbstgepflückten Blumenstrauß – und der gehört zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten. Doch für den Laien und vor allem für Kinder ist er kaum von den völlig harmlosen Doldengewächsen zu unterscheiden. So kommt es immer wieder zu Verwechslungen mit der Schafgarbe, dem Wiesenkerbel oder auch mit Kümmelpflanzen.

Giftig: Der Gefleckte Schierling

Tödlich: Gefleckter Schierling

Was den Gefleckten Schierling so gefährlich macht, ist seine hohen Giftkonzentration: Er enthält den Giftstoff Alkaloid Coniin und der ist bereits in geringen Mengen sogar tödlich. Bei Erwachsenen reichen 0,5 -1 Gramm von dem Coniin aus, um schwere Nervenlähmungen zu verursachen, die letztlich zum Atemstillstand führen. Erste Anzeichen einer Vergiftung sind:
• Brennen im Mund
• erhöhtem Speichelfluss
• Schluckbeschwerden
• Lähmung der Zunge
An der Haut hinterlässt das Gift des Gefleckten Schierlings schmerzende Hautreizungen. Ähnlich wie bei einer starken Verbrennung bilden sich zum Teil große Brandblasen. Die müssen unbedingt ärztlich versorgt werden. Deshalb endete auch für das Mädchen aus Göttingen der Familienausflug letztendlich im Krankenhaus. Ihre großen "Brandblasen", die der Schierling verursacht hatte, mussten operativ entfernt werden.

So erkennen Sie den Gefleckten Schierling

Ein gutes Erkennungsmerkmal des Gefleckten Schierlings ist sein stechender Geruch: Er erinnert stark an Mäuse-Urin und ist für die Nase daher sehr unangenehm. Das unterscheidet ihn am deutlichsten von den Doldengewächsen. Sie können den Gefleckten Schierling aber auch an roten Flecken im unteren Bereichdes Stängels erkennen – sie sind typisch und gaben der Giftpflanze ihren Namen. Der Schierling kann bis zu zwei Meter hoch werden und wächst bevorzugt auf Brachland, an Hecken, Uferböschungen, Wegrändern, Gräben oder Schuttplätzen.

Vergiftung: Richtig reagieren

Sollte Ihr Kind in Berührung mit dem Gefleckten Schierling gekommen sein, oder ihn schlimmstenfalls sogar gegessen haben, ist es wichtig schnell zu handeln. Alarmieren Sie umgehend den Notruf oder rufen Sie bei der örtlichen Giftnotrufzentrale an. Das gilt natürlich für Vergiftungen aller Art. Das Bundesverbraucherministerium und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben für solche Fälle die kostenlose App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ entwickelt.

Sie soll dabei helfen, schnell reagieren zu können, gibt Informationen über verschiedenste Vergiftungsarten und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Außerdem können Sie aus der App heraus direkt die nächste Giftnotrufzentrale anrufen. Dennoch: der Notruf 110 ist im Ernstfall unersetzbar.

Bildquelle:

H. Zell, via Wikimedia Commons

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