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Schlechte Noten nach dem Übertritt: 9 Tipps gegen die Überforderung

Schlechte Noten nach dem Übertritt: 9 Tipps gegen die Überforderung

Schulsorgen

Gerade hat euer Kind den Übertritt an die weiterführende Schule geschafft, da bahnt sich Frust auf allen Seiten an. Der Grund: Schlechte Noten. Dabei ist das Absacken der Schulnoten erstmal vollkommen normal und kein Grund zur Panik. Wir haben 9 Tipps für euch, wie ihr und eure Kinder gut durch diese herausfordernde Zeit kommt und schlechte Noten nach dem Übertritt möglichst wenig den Familienfrieden bedrohen.

Vergleicht nicht mit anderen

Macht euch klar, dass ein Übertritt in den allermeisten Fällen mit einem zumindest temporären Absacken der Schulnoten einhergeht. Wer in der Grundschule immer Einsen und Zweien schrieb, bekommt jetzt vielleicht auch mal eine Drei oder sogar Vier. Das ist noch kein Grund zur Panik, vor allem nicht dann, wenn es in der gesamten Klasse passiert. Orientiert euch bei eurer Einschätzung, wie schlimm ihr den Notenabfall eurer Kinder bewertet, nicht an den allerbesten Schüler*innen der Klasse, sondern am Durchschnitt.

Erinnert euch an euren ersten Arbeitstag

Wie waren eure ersten Wochen und Monate im neuen Job? Lief da alles rund oder habt ihr viele Fragen gehabt und vielleicht auch das ein oder andere nicht ganz so elegant gelöst? In genau dieser Situation befinden sich eure Kinder. Denn für sie ist der Übertritt in eine weiterführende Schule gleichbedeutend mit einer neuen Arbeitsstelle, die wir Erwachsene antreten. Diese Erinnerung hilft dann oft uns Eltern dabei, ruhiger zu bleiben. Denn schließlich haben wir nach einer rumpeligen Anfangszeit unseren Alltag im Job ja auch gemeistert, oder?

Bietet Hilfe an

Die Grundschule war die letzten vier bzw. sechs Jahre (der Übertritt wird in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt) eine bekannte Umgebung. Eure Kinder kannten den Ort, die Regeln und die Mitschüler*innen. Mit dem Übertritt ist das plötzlich alles weg, denn dieser Moment markiert auch einen Systemwechsel. Und diese Umstellung ist nicht ohne. Gebt eurem Nachwuchs Zeit, sich in der neuem Umgebung zurecht zu finden. Denn ja, wer verunsichert ist von neuen Gegebenheiten, der fokussiert sich nicht auf gute Noten sondern darauf, irgendwie zurecht zu kommen. Bietet eure Unterstützung an, fragt, wie ihr das Einleben an der neuen Schule mitgestalten könnt.

Überlegt, wie sich euer Kind gerade fühlt

Nicht nur ihr seid frustiert, wenn die Noten nach dem Übertritt schlechter werden. Gerade Kinder die in der Grundschule besonders gut waren, können oft nicht so gut mit den neuen Noten umgehen und zweifeln sehr an sich. Was sie jetzt brauchen, ist Bestätigung und Unterstützung. Das bedeutet, dass ihr, auch wenn ihr eigentlich denkt, eure Kinder seien doch schon so groß, ansprechbar bleibt. Fragt nach, wie sie sich eigentlich in der neuen Situation fühlen, statt ihnen ein schlechtes Gewissen wegen zwei schlechten Noten zu machen.

Nehmt den Druck raus

Viele weiterführende Schulen machen den Schüler*innen (ungewollt) massiven Druck. Es geht darum einen guten Abschluss zu erzielen. Die Lehrenden sehen sich oft als Lehrkräfte, nicht als persönliche Ansprechpartner*innen, wie das in der Grundschule der Fall war. Das Lernpensum ist an vielen Schulen deutlich höher als in den Grundschulen, gleichzeitig müssen Schüler*innen sehr viel selbstständiger arbeiten. Nicht jedes Kind kann aber gleich gut mit diesem Druck von außen umgehen. Schaut, wie ihr hier unterstützen könnt, so dass der anfänglich vollkommen normale Abfall der Schulnoten keine Abwärtsspirale in Gang setzt.

Bitte verfallt bei der ersten schlechte Note nach dem Übertritt nicht gleich in Panik. Wie schon erklärt, ist das ziemlich normal. Wenn ihr nun sofort laut darüber nachdenkt, ob das alles ein Fehler war, verunsichert ihr eure Kind. Natürlich kann es passieren, dass diese Noten sich noch häufen und das ist erstmal schwer auszuhalten. Aber ein paar schlechte Noten bedeuten auf lange Sicht gar nichts. Auch wenn sich das für eure Kinder oder euch selbst in dem Moment wie ein Weltuntergang anfühlt, sagen ein paar schlechte Noten gar nichts aus. Wenn ihr achtsam hinschaut und im Gespräch miteinander bleibt, dann kommt ihr alle ohne Panik mache gut durch diese herausfordernde Zeit des Übertritts.

Sorgt für ausreichend Schlaf

Schlechtere Noten nach dem Übertritt haben manchmal auch etwas mit übermüdeten Kindern zu tun. Denn oft ist die neue Schule nicht mehr, wie aus Grundschulzeiten gewohnt, einfach um die Ecke. Stattdessen müssen längere Schulwege bewältigt werden und auch das Programm in der weiterführenden Schule ist straffer als bislang gekannt. Das frühe Aufstehen kann zu einem Problem werden.

Zusätzlich ist das neue Umfeld, die Sorge neue Freund*innen finden zu müssen und vielleicht auch das Zurücklassen von Freundschaften ein weiterer Faktor für emotionalen Stress. Achtet darauf, dass eure Kinder sich regelmäßig entspannen können und haltet an einem Schlafrythmus fest, der euren Kindern die Möglichkeit gibt, sich wirklich auszuschlafen.

Animiert zum Mitdenken

Natürlich ist es eine gute Idee, Kindern von klein auf zu vermitteln, dass sie altersgerecht mitdenken sollen. Heißt im Klartext, sie zur Mithilfe zu animieren. Dennoch haben Schüler*innen in der Grundschule oft eine Art Welpenschutz, in dem die Lehrenden mit klaren Ansagen vorgeben, was getan werden soll. In den weiterführenden Schulen ist das nun oft kein Thema mehr. Und dann kann es eben auch schlechte Noten für nicht gemachte Hausaufgaben geben.

Aus einem ersten Impuls heraus nun immer an alles zu erinnern, ist aber keine gute Idee. Tatsächlich ist in dem Alter auch wichtig, dass ihr aushaltet, dass eure Kinder lernen müssen, selbst mitzudenken. Ihr könnt das im Alltag unterstützen in dem ihr sie zum Mitdenken bei Alltagsdingen animiert. Die Förderung von Selbstständigkeit ist immer ein gutes Ziel.

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Hausaufgabenhilfe

Wie schon erklärt, ihr sollt weder bei der ersten schlechten Note nach dem Übertritt einen Nachhilfelehrer organisieren, noch die Hausaufgaben für eure Kinder erledigen. Aber wenn ihr gerade in diesem Bereich Bauchschmerzen habt und euer Nachwuchs vielleicht auch nur hier schlechte Noten sammelt, kann eine Hausaufgabenerinnerung sinnvoll sein.

Legt gemeinsam ein Zeitfenster fest, in dem jeden Tag die Hausaufgaben erledigt werden müssen. Vielleicht sitzt ihr in der Anfangszeit noch daneben, aber eigentlich ist das nur als Unterstützung gedacht, das Kind sanft ans Erledigen zu erinnern. Überprüft nur in den ersten Tagen die erledigten Aufgaben. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Stichwort.

Nach einem halben Jahr Bilanz ziehen

Es fällt nicht allen Eltern leicht, aber die Zeit der schlechten Noten nach dem Übertritt kann unterschiedlich lange dauern. Manche Kinder fangen sich nach wenigen Wochen, andere brauchen länger. Da aber auch die Lehrenden wissen, dass das erste Halbjahr auch eine Findungsphase ist, müsst ihr euren Kindern diese Zeit auch zugestehen. Erst nach einem halben Jahr solltet ihr intensiver nach Problemen forschen.

Wichtig ist, dass ihr eurem Nachwuchs bestärkend zur Seite steht, Mut macht und das Selbstvertrauen stärkt. Zusätzlicher Stress von Zuhause ist nicht zielführend. Eure Kinder brauchen euch auch in der weiterführenden Schule noch.

Euer Kind wird in der Schule gemobbt? Dann sucht euch Hilfe, niemand sollte da allein durchgehen. Erste Tipps gibt es in unserem Video:

Meine Meinung

Ich erinnere die Zeit nach dem Übertritt aus meiner eigenen Schulzeit noch sehr gut. Der Druck, der da plötzlich herrschte, das ständige Vergleichen und auf die Noten schielen war einfach furchtbar. Ich empfand das als sehr viel anstrengender als die Schule an sich. Heute ist der Druck noch größer und ich bin davon überzeugt, dass das niemandem gut tut.

Deswegen ist mein Appell ja auch immer der, nicht noch mehr Drohkulisse aufzubauen sondern sich darauf zu besinnen, was man selbst als Kind gebraucht hat. Das Vertrauen, dass man es schon schafft und das Wissen, dass zwischenzeitlich schlechte Noten nichts an der Beziehung zu den eigenen Eltern ändert.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / Kerkez

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