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Von Anfang an

Babymilch-Test 2022: Die beste Säuglingsnahrung laut Stiftung Warentest

Babymilchpulver unterliegen strengen Verordnungen, was Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Schadstoffe anbelangt. Die gute News: Weitestgehend werden sie auch von den Herstellern eingehalten. Welche Produkte im aktuellen Babymilch-Test der Stiftung Warentest besonders gut abschneiden, worin sich die Produkte unterscheiden und welche Kaufkriterien besonders wichtig sind.

Babymilch Test: Die Testsieger im Überblick

Zuletzt hat die Stiftung Warentest 2022 Babymilch getestet. Insgesamt wurden im Laufe der Jahre 21 Babymilchprodukte verglichen. Diese drei schnitten am besten ab.

Modell Löwenzahn Organics Bio Pre Anfangsmilch Milasan Pre Anfangsmilch Beba Pre Anfangsmilch
Optik
Babymilch Test - Löwenzahn Organics Bio Pre Anfangsmilch 100x100
Babymilch Test - Milasan 100x100
Babymilch Test - Beba Pre Anfangsmilch 100x100
Gesamtnote 2,0 2,1 2,2
Preis 13,45 € / 500 g (Babymarkt) 4,95 € / 500 g (Rossmann) 26,90 € / 800 g (Amazon)
Vorteile
  • aus kontrolliert biologischer Erzeugung
  • transparente Lieferketten
  • nur Bio-Laktose enthalten
  • ohne Fischöl
  • ohne Gentechnik
  • besonders schadstoffarm
  • ohne Palmöl
  • nur Laktose enthalten
  • ohne Palmöl
  • nur Laktose enthalten
Besondere Zusätze
  • mit DHA*
  • mit DHA*
  • mit DHA*

*seit 2020 gesetzlich vorgeschrieben

** Die Preise von Produkten können sich immer wieder ändern. Für den aktuellsten Preisvergleich empfehlen wir euch idealo.de.

So hat die Stiftung Warentest Babymilch getestet

Im Labor wurden diesmal auch sieben Produkte mit Bio-Siegel untersucht. Von den 21 getesteten Produkten waren 14 Pre-Nahrung in Pulverform zum Anrühren, drei trink­fertig und vier pulverförmige HA-Pre-Nahrung. Die Wissenschaftler*innen analysierten nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, die eine bestimmte Nährstoffzusammensetzung vorsehen. Auch die optional zugesetzten Inhaltsstoffe wurden auf ihre Notwendigkeit geprüft. Dazu wurde der Schadstoffgehalt in den Produkten gemessen. Das Ergebnis: 14 Produkte erhielten eine gute Bewertung, sechs ein Befriedigend. Bei einem Produkt war der Schadstoffgehalt aber so hoch, dass es mit "Mangelhaft" durchfiel.

Ersatz­milch für Säuglinge ist eine sensible Angelegenheit. Bevor Eltern dazu greifen, sollten sie mit dem Kinder­arzt oder der Heb­amme sprechen.

Stiftung Warentest

Babymilch Test: Die Testsieger im Detail

Löwenzahn Organics Bio Pre Anfangsmilch

Babymilch Test - Löwenzahn Organics Bio Pre Anfangsmilch
Bildquelle: Hersteller

Ab wann: Geburt

Bis: Ende des Flaschenalters. Ab dem 6. Monat kann auf Löwenzahn Organics Folgemilch 2 (12,15 €, Babymarkt) umgestellt werden. (Angaben des Herstellers)

Die Organics Bio Pre Anfangsmilch von Löwenzahn zeichnet sich vor allem durch die Qualität ihrer Inhaltsstoffe und Herstellung aus. So ist in ihr z.B. nur Bio-Laktose enthalten, zusätzlich besteht sie aus den präbiotischen Ballaststoffen GOS (Galactooligosaccharide) sowie Palmöl aus nachhaltigem Anbau und kommt ohne Fischöl, ohne Gentechnik und ohne Pestizide aus. Ebenfalls positiv: die transparente Lieferkette.

Löwenzahn Organics Anfangsnahrung Pre jetzt ab 13,45 € bei Babymarkt
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 28.09.2022 17:56 Uhr

Stiftung Warentest lobte den Testsieger dementsprechend für die zutreffende Deklaration und die ernährungs­physiologische Qualität. Aber auch in den Disziplinen "Schadstoffe" und "Verpackung" gab es durchweg gute Noten. Aktuell erhaltet ihr eine 500-g-Packung für 13,45 € bei Babymarkt.

Milasan Pre Anfangsmilch

Babymilch Test - Milasan
Bildquelle: Hersteller

Ab wann: Geburt

Bis: Ende des Flaschenalters. Ab dem 7. Monat kann auf Folgemilch Milasan 2 (ca. 4,95 €, Rossmann) umgestellt werden. (Angaben des Herstellers)

Das klassische Milchpulver von Milasan kommt ohne besondere Zusätze aus und ist deshalb laut Online-Bewertungen auch für viele Babys gut verträglich. Nicht selten wechseln Eltern zu Milasan, wenn ihr Kind mit anderen Produkten nicht gut zurecht kommt.

Milasan Folgemilch 2 nach 6. Monat jetzt ab 4,95 € bei Rossmann
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 28.09.2022 12:46 Uhr

Stiftung Warentest lobte die aufschlussreiche Deklaration auf der Packung und die sehr niedrige Schadstoff-Konzentration. Seit dem Test 2016 enthält auch Milasan Pre die mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Menge an DHA. Damals wurde ihr Fehlen noch von den Tester*innen als kleines Minus angemerkt. Das Tolle: Milasan Pre ist mit ca. 4,95 € pro Packung (Rossmann) halb so teuer wie viele andere Top-Produkte.

Beba Pre Anfangsmilch

Babymilch Test - Beba Pre Anfangsmilch
Bildquelle: Hersteller

Ab wann: Geburt

Bis: Ende des Flaschenalters. Ab dem 6. Monat kann auf Beba 2 Folgemilch (16,99 €, Amazon) umgestellt werden. (Angaben des Herstellers)

Auch die Beba Pre Anfangsmilch zeichnet sich durch ihre nachhaltigen Bemühungen aus. So bestehen Löffel und Deckel immerhin schon zu 66 % aus nachwachsenden Rohstoffen. Zudem besteht die Babynahrung unter anderem aus pflanzlichen Ölen und verzichtet auf Palmöl. Außerdem wirbt der Hersteller mit einer besonderen Ergiebigkeit des Produkts. Demnach ergibt eine Dose Milchpulver à 800 g bei 60 ml Wasser ca. 95 Fläschchen.

Beba Pre Anfangsmilch Anfangsnahrung jetzt ab 28,90 € bei Amazon
Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 28.09.2022 12:21 Uhr

Sehr gut wurde die praktische Verpackung des Beba-Produkts bewertet. Für die ernährungs­physiologische Qualität und die Deklaration gab es gute Noten. Allein im Bereich Schadstoffe reichte es "nur" zu einem "Befriedigend", da von dem Produkt immer noch viele alte Chargen im Umlauf sind, die noch nicht den aktuellen EU-Verordnungen entsprechen. Erhältlich ist die Beba Pre Anfangsmilch derzeit für 26,90 € pro 800-g-Packung bei Amazon.

Kaufkriterien für Babymilch: Darauf solltet ihr achten

#1 Nährstoffe

Welche Nährstoffe in Babymilchpulvern enthalten sein müssen, ist gesetzlich durch die Diätverordnung geregelt. Damit soll sichergestellt werden, dass Babymilchprodukte Muttermilch ernährungsphysiologisch in nichts nachstehen und einen bedenkenlosen Ersatz bieten können. Laut Stiftung Warentest ist das auch der Fall: Alle Produkte im Test schnitten hier gut ab. Dennoch geben auch die Tester*innen noch einmal den Hinweis:

Muttermilch lässt sich nicht eins zu eins kopieren – die Hersteller können nur versuchen, ihre Anfangs­nahrung so zusammen­zusetzen, dass sie die Säuglinge mit allem versorgt, was für eine gesunde Entwick­lung nötig ist.

Stiftung Warentest

#2 Schadstoffe in Babymilch

Die Tester*innen haben in allen Babymilch-Produkten Schadstoffe gefunden, die auf die Produktionsverfahren zurückzuführen sind, z.B. 3-MCPD- und Glycidyl-Ester aus der Fettraffination. Sie werden als krebserregend eingestuft.

Laut Stiftung Warentest sind diese derzeit unvermeidlich, aber ständig verbesserte Technologien können sie auf ein unbedenkliches Minimum reduzieren. Es läge in der Verantwortung der Hersteller, diese auch anzuwenden.

Das "Gute": Die Schadstoffe lagen bei allen Produkten weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten, allerdings werden z.B. 3-MCPD- und Glycidyl-Ester (noch) nicht reguliert. Anders sieht es bei Chlorat aus, das aus Desinfektionsmittel-Rückständen in die Nahrung gelangen kann. Alle Produkte lagen hier zum Glück weit unter den Bestimmungen.

Jochen Wettach, der Projektleiter des Babymilch-Tests, gibt aber auch zu bedenken, dass Schadstoffe auch in Muttermilch enthalten sein können. Schließlich nehmen auch wir Erwachsenen diese Stoffe über die Nahrung auf. Studien zufolge sei aber auch der Gehalt in Muttermilch in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Hersteller sollten also durchaus nachziehen.

#3 Pre-Milch oder HA-Pre?

Pre könnt ihr ab Geburt für die gesamte Säuglingszeit geben. Wenn ein Elternteil oder auch Geschwisterkind Allergien hat, wird für Flaschenbabys hypoallergene Säuglingsnahrung (HA) empfohlen.

Ab Geburt wäre das dann also HA-Pre. In HA-Nahrung wird das enthaltene Kuhmilch-Protein hydrolysiert, also aufgespalten. So ist es für den Körper besser verwertbar und triggert keine Immunreaktion, wie sie unbehandelte Kuhmilch bei Allergiker*innen häufig auslösen kann.

Deshalb wird HA-Nahrung für allergiegefährdete Babys, die nicht gestillt werden, besonders empfohlen. Trotzdem ist hypoallergene Babymilch aber nicht generell besser verträglich als Muttermilch: Stillen kann die Allergieneigung von Babys sogar häufig reduzieren.

#4 Inhaltsstoffe

Babymilchnahrung werden oft weitere Zusatzstoffe beigemischt, die besondere Vorteile bringen sollen. Ob das auf euer Baby zutrifft, könnt ihr eigentlich nur durch Ausprobieren herausfinden.

  • DHA (Docosa­hexa­ensäure): Wirklich nötig ist laut Stiftung Warentest nur die Fettsäure DHA, die seit 2020 Babymilch auch zugesetzt werden muss. Trotzdem: Achtet darauf, dass eure Milchnahrung mindestens 20 mg DHA / 100 Kcal enthält. Studien zeigen eindeutig, dass DHA die kindliche Hirnentwicklung unterstützt.
  • Ballaststoffe: Werden oft in Form von Präbiotika, sogenannten Gos (Galakto-) und Fos (Frukto-Oligosaccharide) zugesetzt. Sie können die Darmtätigkeit unterstützen.
  • Probiotika: Milchsäurebakterien können die Verdauung regulieren und für eine gesunde Darmflora sorgen, welche auch das Immunsystem unterstützt. Oft werden unterschiedliche Formen der Mikroorganismen zugesetzt.
  • Laktose: Babymilch enthält von Natur aus Zucker, der aus dem Milchzucker (Laktose) der Kuhmilch stammt. Die Deklaration "nur Laktose enthalten" auf der Packung bedeutet, dass keine weiteren Zuckerstoffe zugesetzt sind.

Laut Stiftung Warentest ist die Wirkung von Präbiotika und Probiotika nicht wissenschaftlich belegt. Einigen Kindern können sie helfen, andere reagieren dafür empfindlich auf die Zusätze.

Jennifer Kober

Palmöl ja oder nein?

Der Zusatz von Palmöl wurde in den letzten Jahren immer umstrittener, denn seine Verwendung bereitet in Anbaugebieten verheerende soziale und ökologische Probleme. Die globalen Auswirkungen werden in den Medien mittlerweile (zum Glück!) immer prominenter aufgegriffen.

Viele Hersteller setzen deshalb mittlerweile auf Palmöl-Alternativen wie Sonnenblumen-, Raps- oder Kokosöl. Das gilt auch für Babymilchprodukte, sodass immer mehr Verpackungen den Vermerk "palmölfrei" ganz prominent auf der Vorderseite tragen.

Eine weitere und oft günstigere Alternative zu anderen Ölen ist die Verwendung von nachhaltig produziertem Palmöl, das einen geringeren Impact hat.

Allerdings wird auch die gesundheitliche Wirkung von Palmöl immer kritischer betrachtet, denn bei seiner Verarbeitung können krebserregende Glycidol-Fettsäureester entstehen (s.o.). Bei den meisten Produkten im Test führte seine Verwendung aber zu keiner höheren Konzentration als bei anderen Milchpulvern ohne Palmöl (s. Bebivita). Denn auch die Raffinierung von alternativen Fetten kann dieselben Schadstoffe entstehen lassen.

Quelle: Stiftung Warentest

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Bildquelle: Getty Images/PeopleImages

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