Fahrradanhänger Test: Anhänger für Kinder bei Stiftung Warentest

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Fahrradanhänger Test: Anhänger für Kinder bei Stiftung Warentest

Wir sehen sie überall: Fahrradanhänger für Kinder sind praktische Transportmittel, die unsere Kids samt Rucksack, Teddy und Co. schnell und sicher von A nach B, von Kita zum Kinderschwimmen transportieren sollen. Stiftung Warentest hat sich zwölf Produkte im Fahrradanhänger Test angesehen.

Fahrradanhänger Test: So hat die Stiftung Warentest getestet

Der wichtigste Aspekt aller Transportmittel, mit denen wir und unsere Kinder im Straßenverkehr unterwegs sind, ist die Sicherheit. Auch die Stiftung Warentest sieht das so und hat im Fahrradanhänger Test 2019 in Ausgabe 7/2019 neun Zweisitzer und drei Einsitzer unter anderem auf Bremsverhalten, Sichtbarkeit und Unfallschutz geprüft. Neben der Sicherheit kam es den Testern auch auf den Schadstoffgehalt, die Ergonomie für den kindlichen Rücken und die Bedienungsfreundlichkeit für Eltern an. Vier der zwölf Produkte – und mit UVP-Preisen von 500 bis 900 € mit Abstand die teuersten – konnten im Test überzeugen.

Die Fahrradanhänger Testsieger im Detail

Gleich zwei Thule-Fahrradanhänger schnitten im Test ganz vorne ab: Testsieger wurde der Einsitzer Thule Chariot Cross 1, hier für ca. 745 € erhältlich* und überzeugte mit Note 2,1 mit besonders gutem Fahrverhalten. Der Zweisitzer Thule Chariot Cross 2 , für etwa 815 € (beides Babybwalz)* erhielt Note 2,2. Aufgrund seiner Größe war er etwas schwergängiger, aber im Vergleich zu anderen Produkten schnitten beide besonders beim Thema Sicherheit, Sichtbarkeit und Langlebigkeit viel besser ab als Mitbewerber. Auch Platz 3 und Platz 4 belegten Zweisitzer: Der Hamax Outback, hier für 717 € bei Babymarkt*, war sehr schwer, dafür aber auch der langlebigste und robusteste Fahrradanhänger im Test. Der Leggero Vento R Sail Family, hier für 465 € über Amazon*, war mit Note 2,7 befriedigend und hatte als Anhänger fürs Fahrrad eine gute Ergonomie. Als Buggy war er aber weniger robust.

Fahrradanhänger Testsieger der Einsitzer: Thule Chariot Cross 1

Thule Fahrradanhänger Einsitzer

Mit Note 2,1 schnitt der Thule Chariot Cross 1 als Testsieger der Fahrradanhänger ab. Neben Top-Ergebnissen in den Kriterien Sicherheit, Komfort und Handhabung war der Schadstoffanteil mit Note 3,0 zumindest befriedigend – und immer noch auf dem zweiten Platz, denn nur ein Produkt im Test schnitt hier mit “gut” ab. Besonders gut konnten Sichtbarkeit und Gurtsystem punkten. Toll: Der Fahrradanhänger ist ab Geburt bis ca. vier Jahre verwendbar. Der Thule Chariot Cross 1 ist für rund 745 € bei Babywalz erhältlich.*

Zweiter Platz und Testsieger der Zweisitzer: Thule Chariot Cross 2

Thule Fahrradanhänger Zweisitzer

Der Chariot Cross schnitt in allen Disziplinen fast genauso gut ab wie der Chariot Cross 1, war im Test aber etwas schwergängiger. Besonders überzeugend waren auch hier die Sicherheit, das Gurtsystem und die leichte Handhabung. Dank leuchtender Farben und vielen Reflektoren punktete der Chariot Cross als einziger Anhänger im Test mit sehr guter Sichtbarkeit. Erhältlich ist der Thule Chariot Cross 2 derzeit für etwa 815 € bei Babybwalz.*

Dritter Platz: Der Zweisitzer Hamax Outback

Hamax Fahrradanhänger

Der Hamax Outback war besonders stabil und sicher im Test, bei einem Vollpreis von knapp 900 € aber auch mit Abstand der teuerste. Dank verstellbarer Rückenlehne können Kids auch im Wagen schlafen. Ein weiterer Vorteil war die Geräumigkeit: Laut Stiftung Warentest kommen auch 5-Jährige noch sehr gut unter. Der Hamax Outback ist für derzeit für 717 € bei Babymarkt zu haben.*

Vierter Platz: Der Zweisitzer Leggero Vento R Sail FamilyLeggero Vento R Sail Family

 

Der Leggero Vento R Sail Family schnitt beim Fahrverhalten, bei Sicherheit und Handhabung gut ab, besonders, wenn er als Anhänger am Fahrrad verwendet wird. Als Buggy hat er Schwachstellen: Schadstoffe im Schiebebügel und wackeliges Fahren. Mit knapp 470 € ist er der günstigste Fahrradanhänger, den die Stiftung Warentest empfiehlt. Erhältlich ist der Leggero Vento R Sail Family hier für 467 € bei Amazon.*

Fahrradanhänger Test: Die Verlierer

Fünf der 13 Fahrradanhänger im Test schnitten mit “mangelhaft” ab, weil sie zu klein, zu unsicher oder schadstoffbelastet waren. Bei vielen Produkten war eindeutig die Sitzhöhe ein Problem: Während 1,5-2-Jährige noch komfortabel mitfahren können, sind viele Modelle bereits für 3-Jährige zu niedrig. Das ist ungünstig, werden doch gerade die teuren Zweisitzer meistens für Babys und ihre älteren Geschwister genutzt. Auch bei einem Kind ist der Verwendungszeitraum dann sehr begrenzt. Schadstoffe im Textil ist – wie leider bei vielen Kinderprodukten – auch bei den Anhängern ein großes Thema: Produkte von Qeridoo, Froggy und Prophete waren besonders betroffen und enthielten PAK, Flammschutzmittel oder Chlorparaffine. Wenige Hersteller waren kooperativ und baten einen Rückruf an. Der Grund: Die Produkte seien etwa Auslaufmodelle. Für alle Familien, die gerade in einen der Anhänger investiert haben, leider ein schwacher Trost.

Familie.de-Kaufberatung zu Fahrradanhängern

Fahrradanhänger sind eine tolle Alternative zu Zwillingskinderwagen bzw. purem Chaos, wenn zwei Kids plus Rucksäcke, Snacks und Spielzeug sowie euer Fahrrad gleichzeitig transportiert werden sollen. Ans Fahrrad geschnallt ist man mit ihnen besonders schnell unterwegs. Hier sind feste Gurte, ein stabiles Gestell und eine Verarbeitung ohne scharfe Kanten sehr wichtig. Nicht vergessen: Eure Kids sollten immer angeschnallt sein und einen guten Fahrradhelm tragen. Und ihr selbst ein gutes, zuverlässiges Rad mit starken Bremsen fahren. Denn die Anhänger besitzen selbst keine Bremsfähigkeit, einige Produkte können das Fahrrad beim Abbremsen sogar behindern. Deshalb empfiehlt auch die Stiftung Warentest hier hydraulische Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad und einen Rückspiegel, um die kleinen Passagiere im Auge zu behalten. Und: Nicht alle Fahrräder sind Anhänger-geeignet!

Fahrradanhänger als Buggy nutzen

Die Mehrzahl der Kinderanhänger lassen sich schnell zum Schiebe-Buggy umfunktionieren. Das ist besonders in der Großstadt praktisch und sehr beliebt, denn sie bieten im Vergleich zu Kinderwagen jede Menge Stauraum für Gepäck oder Einkäufe. Dabei sind sie aber auch schwerer, klobiger zu manövrieren und nehmen geparkt mehr Platz weg. So kommen die meisten Buggys oder Kinderwagen auf 10 bis 14 kg, Fahrradanhänger auf ca. 17 bis 22 kg. Vorsicht: Je nachdem, wie gleichmäßig sie beladen sind, können die Anhänger nach hinten umkippen. Stiftung Warentest fand, dass viele in der Buggy-Funktion schnell kaputt gingen: Schrauben, Federung oder Räder gingen hier schneller zu Bruch. Toll schnitten Thule, Hamax und Burley ab. Achtung: Oft muss das Buggyrad extra gekauft werden.

Fahrradanhänger ja oder nein?

Die besten Fahrradanhänger im Test sind alle ganz schön teuer, lohnen sich aber bei mehrjährigem Gebrauch. Im Anschluss lassen sie sich oft verkaufen, denn gebrauchte Fahrradanhänger sind ziemlich gefragt. Und auch zum Transport auf Rad- oder Einkaufstouren lassen sie sich weiterhin verwenden. Wenn ihr nur kurze Strecken mit dem Rad unterwegs seid und eure Kleinen mit sollen, sind Kinderfahrradsitze die günstigere und bessere Wahl. Oder: vielleicht ist auch ein Laufrad die Lösung, eure Kids schnell von A nach B zu bringen, während ihr nebenher radelt?

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Quellen:
Stiftung Warentest

Bildquelle: Getty Images/ChristinLola, Stiftung Warentest

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