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Funktionsjacken-Test: Diese fluorfreien Modelle können laut Stiftung Warentest was

Ohne Schadstoffe

Funktionsjacken-Test: Diese fluorfreien Modelle können laut Stiftung Warentest was

Regen, Schnee, Wind: Funktionsjacken schützen uns beim Spaziergang mit den Kids vor jedem fiesen Wetter. Doch wusstet ihr, dass in der wetterfesten Kleidung oft schädliche Chemie enthalten ist? Stiftung Warentest hat in ihrem Funktionsjacken-Test acht Modelle unter genau die Lupe genommen, die laut Anbieter fluorfrei sind. Das Ergebnis ist leider bestenfalls befriedigend ...

Fluorfreie Funktionsjacken im Test: Enttäuschendes Ergebnis

Acht Funktionsjacken ohne Fluor von namhaften Herstellern wie Jack Wolfskin, Vaude, Schöffel oder Mammut wurden von gemeinnützigen deutschen Verbraucherorganisation im Oktober 2020 auf Herz und Nieren geprüft. Die Preise lagen zwischen 100 und 220 € – also allesamt keine Schnäppchen.

Die gute Nachricht zuerst: Bis auf ein Modell mit geringen Belastungen waren tatsächlich auch alle fluorfrei.

Ansonsten kamen die Tester zu einem eher enttäuschenden Ergebnis: Die Noten "Sehr gut" und "Gut" wurden gar nicht vergeben. Vier der Funktionsjacken konnten immerhin mit einem "Befriedigend" bewertet werden. Die anderen vier bekamen nur die Note "Ausreichend". Die billigste Jacke schnitt auch am schlechtesten ab.

Das ist der Sieger im Funktionsjacken-Test

Knapp an der Note "Gut" vorbei geschrammt ist mit dem Gesamtergebnis 2,6 und damit Testsieger: ein Modell des bayerischen Sportbekleidungshersteller Schöffel.

Die Siegerjacke: Die "Skopje 3" von Schöffel. Bildquelle: Hersteller
  • Die schlichte, ungefütterte Funktionsjacke, in die sich optional eine Innenjacke einzippen lässt, gibt es für Damen (Größe 34 bis 54) unter dem Namen. "Skopje3".
  • Für Herren (Größe 44 bis 66) ist sie unter dem Namen "Vancouver3 auf dem Markt. Sie kostet jeweils rund 200 €.
So sieht das Herrenmodell "Schöffel Vancouver3" aus, das als Sieger beim Funktionsjacken-Test hervorging –  Bildquelle: Hersteller

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Das beinahe gute Testergebnis setzt sich so zusammen:

Bewertungskriterium Note
Funktion 3,1
Tragekomfort 1,9
Haltbarkeit 1,4
Umwelt und Gesundheit 1,5
Fluorfrei ja

Ein weiterer positiver Aspekt der Schöffel-Jacke, auf den Stiftung Warentest nicht eingeht, der uns aber sehr wichtig ist: Der Hersteller ist Mitglied bei Fair Wear, einer unabhängigen, gemeinnützigen Organisation, die durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Marken, Interessengruppen und Zulieferern gewährleistet, dass Sozialstandards bei der Herstellung der Produkte eingehalten werden.

Das ist der Verlierer beim Funktionsjacken-Test

Mit der Note 4,0 landete dieses Modell auf dem letzten Platz im Funktionsjacken-Test von Stiftung Warentest: die "McKinley Laga" von Intersport, die mit rund 100 € auch am günstigsten ist.

Sieht zwar chic aus, überzeugte die Tester aber besonders in Sachen Funktionalität nicht: die "McKinley Laga"-Funktionsjacke von Intersport –  Bildquelle: Hersteller

Besonders die Funktion (Note 4,5) bemängelten die Tester, die Punkte Tragekomfort (2,4), Haltbarkeit (2,0) und Umwelt und Gesundheit (2,5) schnitten besser ab. Aber was bringt einem eine Funktionsjacke, die nicht wasserdicht ist?

So testete Stiftung Warentest im Funktionsjacken-Test

Bei den acht angeblich fluorfreien Zweilagen-Funktionsjacken war den Testern die Funktion mit 45 % des Gesamtergebnisses logischerweise am wichtigsten. Dazu wurde in einem Regenturm die Dichtheit der neuen Jacken beurteilt. Danach wurde überprüft, wie die fünf Mal gewaschenen Jacken mit Regen und Nässe klar kamen. Auch Trocknungszeit und Atmungsakivität wurden genauestens unter die Lupe genommen.

Den Tragekomfort, der 25 % des Ergebnisses ausmacht, testeten je fünf Wanderer. Sie beurteilten, wie easy das Anziehen und Verstellen der Jacke und das Sichtfeld und das Verstellen der Kapuze geht. Und wie gut sie die Passform der jeweiligen Funktionsjacke einschätzten.

Außerdem wichtig im Funktionsjacken-Test: die Haltbarkeit, die ebenfalls mit 25 % ins Ergebnis des Funktionsjacken-Tests einfloss. Auf dem Prüfstand: Verarbeitung, Verklebung der Nähte, Abnutzung der Klettverschlüsse, Scheuerbeständigkeit und Lichtechtheit.

Die restlichen fünf Prozent des Resultats machte der Punkt Umwelt und Gesundheit aus: Stiftung Warentest analysierte, ob die Funktionsjacken wirklich ohne Fluor und andere Schadstoffe auskommen. Hier wurde in Anlehnung an den Stan­dard 100 by Oeko-Tex gearbeitet.

Darum enthalten viele Funktionsjacken Fluorchemie

Gute Funktionsjacken sollen Wasser zuverlässig vom Körper abhalten, aber von innen heraus dennoch atmungsaktiv sein, damit sich der Wasserdampf, der durchs Schwitzen entsteht, auch entweichen kann. Für Ersteres werden oft Membrane und Imprägnierungen aus per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS, verwendet. Diese sind besonders gut darin, Wasser, Öl oder Schmutz abzuweisen. Aber: Sie gelten als Schadstoffe.

So schädlich können bestimmte Fluorverbindungen sein

Besonders die Perfluoroktansäure (PFOA), eine der Fluorverbindungen, gilt laut EU als "besonders besorgniserregend", weshalb sie seit Juli 2020 dort kaum noch hergestellt oder in Umlauf gebracht werden darf. Der Grund: Sie können bei regelmäßigem Hautkontakt mit erhöhten Konzentrationen für Menschen gefährlich werden.

Das sind die Risiken durch PFAS:

  • Verminderung der Wirkung von Impfungen
  • Erhöhung der Cholesterinwerte
  • Verstärkte Neigung zu Infekten
  • Verringertes Geburtsgewicht von Neugeborenen

Das Umweltbundesamt warnt davor, dass sogar schon viele Kinder und Jugendliche zu viel PFAS im Blut haben. Hauptsächlich werden diese Substanzen aber übers Trinkwasser oder bestimmte Lebensmittel in den Körper aufgenommen.

Und nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt sind diese Stoffe höchst problematisch: Sie sind extrem langlebig und verbreiten sich über die Luft und die Strömung der Ozeane auf der ganzen Welt. Sogar weit weg von menschlichen Siedlungen können sie inzwischen nachgewiesen werden, zum Beispiel in alpinen Seen und Polargebieten. Und landen so in den Mägen von Fischen, Eisbären oder Seehunden.

Darauf sollte man beim Kauf von Funktionsjacken generell achten

Eine gute Funktionsjacke sollte jeder im Schrank haben. Schließlich muss man mit Kindern bei jedem Wetter raus – und das macht gut eingepackt nun mal wesentlich mehr Spaß. Egal, ob es dir nun wichtig ist, dass deine Outdoorkleidung ohne Schadstoffe auskommt oder nicht: Es gibt ein paar Punkte, die du beim Kauf auf jeden Fall beherzigen solltest.

Diese Punkte sollte eine Funktionsjacke auf jeden Fall erfüllen:

  • Die Membran sollte eine gute Qualität haben.
  • Die Nähte müssen gut verarbeitet und verschweißt sein.
  • Die Imprägnierung muss auch häufigem Waschen standhalten bzw. durch ein Zusatzprodukt einfach erneuerbar sein.
  • Lüftungsschlitze und Reißverschlüsse müssen praktikabel angebracht sein.
  • Die Jacke sollte natürlich perfekt passen. Dazu gehören zum Beispiel eine passgenaue Kapuze und Bündchen, die sich verstellen lassen.
  • Praktisch ist ein herausnehmbares Innenfutter. So kann die Funktionsjacke das ganze Jahr getragen werden.

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Mein persönliches Fazit:

Ich bin eher nicht so der Typ Funktionskleidung. Deshalb bin ich auch eher der Typ klatschnasse Mama, die frierend auf dem Spielplatz herumsteht. Blöd!

Das soll sich jetzt schleunigst ändern. Und da mir Nachhaltigkeit und Schadstofffreiheit bei allen Produkten wichtig ist, hilft mir der Funktionsjacken-Test von Stiftung Warentest bei der Entscheidung da sehr weiter.

Bildquelle: imago images / Westend61 Hersteller

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