Wie berechnet sich das Elterngeld bei Arbeitslosigkeit?

In diesem Teil unsere Ratgebers zum Thema Elterngeld geht es um Sonderformen: wie viel Unterstützung steht Ihnen zu, wenn Sie ALG I beziehen? Außerdem: worauf Selbstständige unbedingt achten müssen.


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Bei Selbstständigen errechnet sich das Elterngeld ebenfalls aus dem Einkommen im Jahr vor der Geburt.


12. Elterngeld für Selbstständige?


Selbstständige erhalten ebenfalls Elterngeld. Sie weisen Ihr Einkommen mit dem Steuerbescheid (für das Jahr vor der Geburt des Kindes) nach. Das Einkommen ist der Gewinn abzüglich der Steuern und gegebenenfalls der Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung. Liegt der Steuerbescheid noch nicht vor, wird das Elterngeld vorläufig zum Beispiel anhand des Steuerbscheides des Vorjahres oder einer vorhandenen Einnahmen/Ausgaben/Überschuss-Rechnung berechnet. Wenn der Steuerbescheid nachgereicht wird, wird nocheinmal alles genau durchgerechnet. Haben Sie Ihren Gewinn etwas zu niedrig eingeschätzt, dann bekommen Sie eine Nachzahlung.

13. Arbeitslosengeld I und Elterngeld?
Wenn Sie zum Beispiel seit sieben Monaten vor der Geburt ALG I beziehen, wird das Elterngeld nach Ihrem Nettoeinkommen in den fünf Monaten vor Bezug des ALG I berechnet. Denn Arbeitslosengeld zählt nicht als Erwerbseinkommen. Anschließend können Sie Ihren Restanspruch auf ALG I geltend machen. Allerdings sollten Sie bei dieser Lösung darauf achten, wie Sie sich versichern müssen bzw. versichert sind und ob Sie dann dabei nicht draufzahlen müssen. Eine andere Möglichkeit wäre das ALG I weiter zu beziehen und zusätzlich die 300 Euro Elterngeld-Mindestsatz im Monat. Allerdings müssen Sie dem Arbeitsmarkt mindestens 15, höchstens 30 Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen. Wenn Sie sich für diese Version entscheiden, sollten Sie also einen Betreuungsplatz für Ihr Kind in der Hinterhand haben, wie die Oma zum Beispiel.

14. Wenn durch eine Erkrankung vor der Geburt mein Einkommen sinkt, was geschieht dann mit dem Elterngeld?
Solange die Erkrankung schwangerschaftsbedingt ist, wird dieser Zeitraum nicht für die Berechnung des durchschnittlichen Einkommens berücksichtigt. Das Elterngeld wird dadurch somit nicht geringer.

15. Bekomme ich Elterngeld, wenn ich Teilzeit arbeite?
Ja, wenn es nicht mehr als 30 Wochenstunden sind. Sie erhalten 67 Prozent des entfallenden Teileinkommens, also des Differenzbetrages zwischen dem Einkommen vor der Geburt und dem aktuellen Teilzeiteinkommen. Beispiel: Sie verdienen vor der Geburt 3.200 Euro netto und in der Teilzeit nach der Geburt 2.100 Euro netto im Monat. Da die Bemessungsgrenze auch hier bei 2.700 Euro liegt, beträgt die Differenz 600 Euro. Sie hätten also Anspruch auf 402 Euro.